16.08.2006 · Trotz aller Skepsis konnte die Aktie des Chemiekonzern Lanxess nach dem Börsengang zunächst einen Aufwärtstrend etablieren. Er ist inzwischen zwar gebrochen worden, dafür scheint sich das Unternehmen operativ robust zu entwickeln.
Trotz aller Skepsis konnte die Aktie des Chemiekonzern Lanxess nach der Abspaltung von Bayer und dem Börsengang Ende Januar des vergangenen Jahres nach anfänglichen Kursverlusten einen Aufwärtstrend etablieren und ausgehend von einem Tief bei 14,85 Euro am ersten Handelstag zwischenzeitlich bis zu 134 Prozent im Mai des laufenden Jahres zulegen.
Inzwischen ist dieser Trend im Rahmen der jüngsten Korrekturbewegungen an den Börsen gebrochen worden und die Aktie liegt rund 14 Prozent unter dem erreichten Hoch. Allerdings scheint sich das Unternehmen in einem schwierigen Branchenumfeld besser zu schlagen, als vielfach befürchtet worden war.
Deutliche Gewinnsteigerung bei leichtem Umsatzrückgang
So konnte das Unternehmen im zweiten Quartal unter anderem dank seines harten Sanierungskurses operativ und auch netto mehr verdienen als vor Jahresfrist. Der Nettogewinn legte von 24 auf 77 Millionen Euro zu. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sowie vor Sondereinflüssen (Ebitda) habe im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 23,3 Prozent auf 201 Millionen Euro zugelegt, teilte Lanxess am Mittwoch vor Börsenbeginn mit. Damit lag Lanxess etwas über den Erwartungen von Analysten, die im Durchschnitt mit einem Ebitda vor Sondereinflüssen von 193 Millionen Euro gerechnet hatten.
Der Konzernumsatz verringerte sich dagegen im Zeitraum April bis Juni um 5,8 Prozent auf 1,751 Milliarden Euro. Der Umsatzrückgang ist unter anderem auf die Abgabe von Unternehmensbereichen zurückzuführen. Portfoliobereinigt habe der Umsatz etwa auf Vorjahresniveau gelegen, heißt es im Halbjahresbericht weiter.
Für das Gesamtjahr konkretisierte das Lanxess seinen Geschäftsausblick. Das Leverkusener Unternehmen erwartet 2006 nun ein Ebitda vor Sondereinflüssen von 660 bis 680 Millionen Euro. In den fortgeführten Geschäften solle der Umsatz moderat steigen. „Die Konzentration auf margenstarke Geschäfte und unser schneller als erwartet greifender Konzernumbau wirken sich positiv auf die Entwicklung aus“, erklärte Vorstandsvorsitzender Axel Heitmann.
Mit dem unlängst angekündigten vierten Sparpaket will Lanxess ab dem Jahr 2009 weitere 50 Millionen Euro Kosten einsparen. Die zur Umsetzung notwendigen Einmalkosten beliefen sich auf rund 65 Millionen Euro, heißt es. Das vierte Programm bestehe vor allem aus zwei großen Projekten: Steigerung der Effizienz am Standort Antwerpen sowie einer Anpassung der Servicebereiche weltweit. Das Unternehmen erwartet aus allen vier Maßnahmenpaketen zusammen ab dem Jahr 2009 Kosteneinsparungen in Höhe von 260 Millionen Euro.
Optimistischer Ausblick - vernünftige Strategie
Für die zweite Hälfte des laufenden Jahres rechnet das Unternehmen mit einer anhaltend guten Wachstumsdynamik der Weltwirtschaft und damit verbunden auch mit einem vorteilhaften Umfeld für die chemische Industrie. Nach wie vor seien jedoch volatile Rohstoff- und Energiekosten auf hohem Niveau zu berücksichtigen. Dies werde Lanxess wie bereits in der Vergangenheit auch künftig bei seiner Preisstrategie berücksichtigen. Die Strategie heißt: „Preis vor Menge“. Sie klingt sehr vernünftig.
Das Unternehmen scheint sich auf seine Stärken zu konzentrieren und die Aktie ist mir Kurs-Gewinnverhältnissen von 13,2 und 11,3 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr vernünftig bewertet. Das dürfte ihr zumindest in einem anhaltend freundlichen Umfeld eine gewisse Kursbasis geben. Absicherungsstrategien können jedoch sicherlich nicht schaden.
MDax Star-Performer Lanxess
Fionn Huber (fionn)
- 16.08.2006, 22:59 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |