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Charttechnik-Training Wechsel der Jahreszeiten birgt Kurspotenzial

 ·  Mit den vier Jahreszeiten lassen sich beim Dax offenbar Zyklen erkennen. Wie das funktioniert, zeigt Charttechnik-Training Teil 44.

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Wer sich intensiv mit Charttechnik beschäftigt, wird früher oder später auf die Zyklen-Analyse stoßen. Diese aus den USA stammende Lehre findet momentan verstärkt Anklang bei professionellen Charttechnikern. Ihre Anhänger beschäftigen sich nicht nur mit Trendlinien, Preisverhalten und Chartformationen, sondern untersuchen auch die zeitliche Komponente. Das mutet zwar zunächst schwierig an, ist aber im Grunde genommen nicht so komplex.

Doch worum geht es konkret? Die Zyklusanalyse versucht in einem Chart, zeitlich in immer gleichen Abständen wiederkehrende Ereignisse zu finden, in denen es zu Trendwechseln kam. Wie lange die Zeiträume sind, ist dabei unwichtig. Hauptsache ist, dass die Zeitabstände über mehrere Perioden gleich sind. Der Charttechniker kann dann nach einem eigenen Zyklus in dem Wertpapier suchen, kann aber auch markante, immer wiederkehrende Kalender-Daten benutzen.

Auffällige Kursbewegungen beim Wechsel der Jahreszeiten

Hinweise auf spezielle Kalendertage eines Jahres gibt der Australier Bryce T. Gilmore in seinem Buch „Geometry of markets“. In einem Kapitel gibt er die Empfehlung, anhand der Jahreszeiten - Frühling, Sommer, Herbst und Winter - anzulegen. Gilmore rät dabei, vor allem auf den Wechsel von Jahreszeiten zu achten. Denn an diesen Tagen kommt es vielfach zu Bodenbildungen oder markanten Trendwechseln.

Jeweils um den 22. in den Monaten März, Juni, September oder Dezember endet eine der vier Jahreszeiten und eine Neue beginnt. Im Juni und Dezember ist der Abstand der Erde zur Sonne am Größten. Während im März und September die Erde der Sonne am nächsten kommt (siehe erstes Bild unten). Gilmore geht davon aus, dass diese speziellen Umstände, die nur viermal pro Jahr auftreten, einen Einfluss auf das Verhalten der Menschen haben. Euphorie, Angst, Gier - alles verstärkt sich in solchen Tagen - dem Voll- und Neumond ähnlich. Trends an den Kapitalmärkten verstärken sich oder laufen in die andere Richtung. Alle Teilnehmer sind dem Einfluss dieser Strahlung ausgesetzt. Und so unglaublich das klingt: Dies ist nachprüfbar.

Was passiert um den 20. März?

Im unten stehenden zweiten Bild ist der Dax-Chart dargestellt, wobei Markierungen jeweils zu Beginn einer neuen Jahreszeit eingefügt sind. Außer im Juni 2000 kam es in allen anderen Fällen zu Trendwenden, die Tiefstkurse wurden meist in diesen Tagen gesehen. Ausgerechnet im September 2001, nach dem Attentat auf das World-Trade-Center wurde am 22. Tag des Monats - dem Herbstanfang - der tiefste Kurs des lang andauernden Abwärtstrends gesehen. Der dort beginnende Kursanstieg läuft bis heute. Überprüft man diese markanten Kalendertage über mehrere Jahre, dann zeigt sich, dass es in 26 von 35 Fällen zu Kursanstiegen kam.

Bleibt die Frage für den Anleger, was sich mit dieser Erkenntnis anfangen lässt. Spannend wird es am 20. März, denn da ist Frühlingsanfang. Bis 1994 zurückreichende Untersuchungen zeigen, dass in diesem Zeitraum meistens die Tiefkurse markiert wurden beim Dax (siehe den unten stehenden dritten Chart). In den ganzen acht Jahren kam es nur in einem Jahr zu einem massiven Kursrutsch und einmal ging es seitwärts. In den übrigen sechs Jahren waren dagegen steigende Kurse zu beobachten.

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