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Charttechnik-Training Versorger spielen für Zinsen oft eine Vorreiterrolle

16.06.2002 ·  Versorger-Aktien und Zinsen zeigen laut Intermarkt-Analyse ein ähnliches Verhalten. Was passiert, wenn es nicht so ist, erklärt das Charttechnik-Training.

Von Thomas Bopp, CMT-Charttechniker
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Versorger-Aktien führen am Aktienmarkt oft ein Eigenleben. Besonders auffällig wird das in schwierigen Börsenphasen. Während die meisten Standardwerte dann in Abwärtstrends versinken (siehe auch: Trends - und wie man sie liest), gelingt es Versorger-Aktien immerhin nicht selten, zumindest seitwärts zu tendieren.

Als Mitursache für dieses Verhalten werden immer wieder die Zinsen angeführt. Denn die Versorger gelten als sehr zinsempfindlich. Mitunter wird sogar angenommen, dass sie die weitere Entwicklung bei den Zinsen antizipieren. Aus diesem einfachen Grund wird das Kursverhalten der Versorger auch als brauchbarer Indikator zur Prognose des langfristigen Zinstrends herangezogen.

Mehrere Gründe zur Zinssensitivität der Versorger

Und in der Tat gibt es mehrere Gründe, die für eine Intermarkt-Verwandtschaft von Versorger und Zinsen sprechen. Als erstes sind da die oftmals vergleichsweise hohen Dividendenrenditen zu nennen, welche Versorger-Aktien abwerfen. Als zweiter Faktor kommt die vielfach relativ hohe Kreditbeschaffung in diesem kapitalintensiven Sektor hinzu. Drittens ist es noch immer so, dass die manchmal als langweilig geltenden Versorger als langfristige Anlagen gesehen werden.

Alle drei Punkte zusammen genommen überrascht es nicht, wenn gravierende Unterschiede bei der Kursentwicklung der Versorger und anderer Branchen festzustellen sind. Während in den USA daher für Zins-Intermarkt-Analysen der Dow Jones Utilities-Index benutzt wird, zieht man in Deutschland den CDax-Versorger-Index als Maßstab heran.

Bund-Future und CDax-Versorger-Index im Wechselspiel

Um eine Vergleichbarkeit herzustellen, sollte er einem Endloskontrakt des Bund-Future gegenüber gestellt werden. Dieser spiegelt die Entwicklung an den Anleihemärkte wider und dessen Notierungen sind spiegelbildlich zur Entwicklung der Renditen zu sehen. Im Klartext: Ein fallender Bund-Future bedeutet fallende Anleihen und das wiederum steigende Zinsen.

Kommt es zu Divergenzen, also zu unterschiedlichen Eintwicklungen zwischen Versorger-Index und Bund-Future geht davon Signalwirkung aus. Zumindest hat der CDax-Versorger-Index in der Vergangenheit oft erstklassige Signale für die zukünftige Zinsentwicklung gegeben. So kam es im Jahr 1994 zu einem starken Zinsanstieg (fallender Bund-Future), der in diesem Ausmaß nicht durch einen entsprechenden Kursrückgang beim Versorger-Index bestätigt wurde. Das Resultat: Als die Versorger schon längst neue Höchstkurse markiert hatten, zogen die Anleihen nach und die Zinsen gingen in den Keller.

1996 wiederholte sich das Ganze. Und auch Mitte 1998 übernahm der Versorger-Index die Vorreiterrolle. Es kam zum Bruch des langfristigen Aufwärtstrends und erst verzögert um ein Jahr wurde dann der Aufwärtstrend beim Bund-Future gebrochen.

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F.A.Z. EURO 69,61 +0,13%
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S&P500 1.317,82 −0,22%
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EUR/USD 1,2515 −0,14%
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