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Charttechnik Technische Lage der Märkte bleibt angespannt

 ·  Nach zum Teil deutlichen Kursverlusten in den vergangenen Wochen scheint sich die Lage an den Börsen inzwischen zwar wieder etwas entspannt zu haben. Die Markttechniker gegen jedoch noch keine Entwarnung.

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War der Dax mit einem leicht positiven Unterton ins laufende Börsenjahr gestartet, so kam es Mitte des laufenden Monats auf Grund zweier Tage mit deutlichen Kursverlusten zu deutlichen Mißtönen.

Der Dax ist nicht nur deutlich unter den 90-tägigen gleitenden Durchschnitt gefallen, sondern er hat auch mehrere Unterstützungszonen messerscharf nach unten durchschnitten. In den vergangenen Tagen hat er sich zwar zunächst gefangen und wieder für eine etwas bessere Stimmung gesorgt. Allerdings ist das noch kein Grund zur Entwarnung.

Unternehmenszahlen sorgen immer wieder für Enttäuschungen

Denn die jüngsten Unternehmenszahlen zeigen, daß die Erwartungen der Marktteilnehmer noch zu hoch sein können. Gerade auch mit Blick auf die verhaltene Konjunkturentwicklung in Kerneuropa und das sich abschwächende globale Wachstum dürften leichfertig linear hochgerechnete Umsatz- und Gewinnprognosen gewagt sein. Auch wenn sie sich zunächst gut verkaufen lassen mögen. Seriöse Beobachter dürften solche pauschalen Zahlen mit einer gewissen Portion Skepsis betrachten.

Das heißt, alleine rationale fundamentale Überlegungen können einen Teil der verhaltenen Entwicklung an den Börsen erklären. Gleichzeitig sieht die technische Lage nicht gerade prickelnd aus. Denn „an der analytisch wenig überzeugenden Ausgangssituation kann Tag mit leichten Kursgewinnen so gut wie nichts ändern,“ argumentieren beispielsweise die Analysten von Staud-Research. Sie hatten in den vergangenen Wochen eine recht gute Nase für das Marktverhalten.

Der Markt sei schwer angeschlagen und die erste echte Chance für eine anhaltende Erholung - keinen Trendwechsel, schon gar keinen mittelfristigen - gebe es erst nach einem signifikanten neuen Tief unter dem am vergangenen Mittwoch erreichten Niveau. Solange könne der Markt sein für solche Phasen typisches Verhalten zeigen, sich manchmal eine oder sogar drei Wochen Zeit nehmen, um auf der Stelle zu treten, nur um dann aber wieder mit großer Dynamik nach Süden abzudrehen.

„Bear Market Rally“ oder nachhaltige Erholung - das ist die Frage

Sie charakterisieren die aktuelle Phase als tückische Bear Market Rally, die manchmal sehr überzeugend aussehen könne, aber in 90 Prozent der Fälle enttäuschend ende. Deswegen gelte: Auch wenn kurzfristig noch Luft nach oben sei und die Marke von 4.266 oder im positiven Extremfall auch 4.309 erreicht werden könnte - die Zukunft des Dax liege deutlich tiefer als das aktuelle Niveau. Rund um die Welt befänden sich die Märkte in problematischen technischer Verfassung.

Mögen solche Einschätzungen zunächst als überzogen erscheinen - sie wird geteilt von anderen Experten. Zum Beispiel von Mark Arbeter, dem technischen Chefstrategen von S&P. Auch er gibt dem Markt kurzfristig das Potential für eine technische Gegenbewegung nach oben. Längerfristig bestünden jedoch noch beträchtliche Risiken nach unten.

Er würde seine Meinung nur dann ändern, wenn das Volumen zeigen sollte, daß die institutionellen Anleger beständig Positionen aufbauten. Bisher gebe es dafür keinerlei Anzeichen. Die wöchentlichen Indikatoren seien nach wie vor bearish und die monatlichen seien dabei, überzurollen und damit negativ zu werden. Das wäre ein eher schlechtes Zeichen. Insgesamt scheint es abgesehen von kurzfristigen Spekulationen ratsam zu sein, vorsichtig zu bleiben.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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