09.03.2004 · Am amerikanischen Aktienmarkt vollzieht sich derzeit ein Favoritenwechsel. Wie Mark Arbeter, technischer Chefanalyst bei S&P beobachtet hat, setzen die Anleger dabei auf Branchen mit relativ vernünftigen Bewertungen.
Von Mark Arbeter, technischer Chefanalyst bei S&PAm vergangenen Freitag hat der S&P 500 Index zwar ein neues Jahreshoch erklommen, war aber nicht in der Lage, dieses Niveau bis zum Börsenschluß zu halten. Der Markt wußte wohl einfach nicht, wie er auf die erneut schlechter als erwarteten amerikanischen Arbeitsmarktdaten reagieren sollte. Die Nasdaq schneidet weiterhin schlechter als die Indizes mit den Standardwerten ab, da die Technologieaktien in letzter Zeit kaum an Zugkraft gewonnen haben.
Alles in allem durchläuft der Aktienmarkt innerhalb der Grenzen eines Bullenmarktes eine Rotationskonsolidierung. Dadurch dürften alle bedeutenden Indizes noch vor Jahresende neue Jahreshöchststände erreichen. Die Rotationskräfte, die derzeit bei diversen Sektoren des Marktes ihre Spuren hinterlassen, sind klassische Charakteristika eines Bullenmarktes. Denn die institutionellen Anleger befinden sich gerade inmitten eines Prozesses, bei dem sie die nach Verlassen der Bärenmarkttiefs erzielten Gewinne abschöpfen und wieder in Aktien umschichten, die mehr Wert versprechen und in letzter Zeit etwas vernachlässigt worden sein dürften.
Während das Kapital aus Technologiewerten abgezogen worden ist, hat es nun bei Biotechnologie-, Öl-, Einzelhandels-, Finanz- und den eher konservativen Konsumwerten Unterschlupf gefunden. So lange die institutionellen Anleger Investitionsmöglichkeiten für ihr Kapital finden, dürfte der Markt aller Wahrscheinlichkeit nach leichte Rücksetzer zu sehen bekommen. Letztendlich dürfte er allerdings in der Lage sein, weiter zu steigen.
Nasdaq am anfälligsten für Korrekturen
Am anfälligsten für mittelfristige Abwärtstrends bleibt auch weiterhin die Nasdaq, nachdem sie eine Serie fallender Hoch- und Tiefpunkte ausgebildet hat. Der Stochastik-Indikator und der MACD-Indikator (Moving-Average-Convergence/Divergence-Indikator) auf Wochenbasis befinden sich ebenfalls in negativen Konfigurationen. Mittlerweile ist der Index wieder auf seine exponentiell gleitenden 20-Tage- und 50-Tage-Durchschnitte zurückgeschnellt, war aber nicht fähig, diese wichtigen kurz- und mittelfristigen Durchschnitte zu durchbrechen.
Die Markt-Internals für die Nasdaq fallen ebenfalls neutral bis bearish aus. Betrachtet man die Tagescharts, hat es einige positive Aspekte gegeben, die die Möglichkeit einer gewissen kurzfristigen Stärke signalisieren. Nachdem sie sich bereits in ein überverkauftes Niveau bewegt haben, weisen der Stochastik- und der MACD-Indikator auf Tagesbasis nun keine positiven Divergenzen auf.
Um an der Nasdaq aber mehr Schaden anzurichten, müßte zunächst die Zone zwischen 1.990 und 2.000 Punkten herausgenommen werden. Sollte dies tatsächlich geschehen, entsteht ein Abwärtsrisiko in Richtung 1.800 bis 1.870 Zählern. An dieser Stelle existieren eine kräftige Chartunterstützung sowie längerfristige gleitende Durchschnitte. Das Erreichen eines Levels bei etwas über 1.800 Punkten würde außerdem ein entscheidendes 38,2-Prozent-Retracement des seit März 2003 laufenden Aufwärtstrends bedeuten. Eine potenzielle Aufwärtsbewegung wird jedoch durch einen Trendlinienwiderstand bei 2.060 Punkten und einen Chartwiderstand durch das jüngste Hoch bei 2.090 Punkten belastet.
S&P 500 könnte Trading Range nach oben ausweiten
Der S&P 500 hat sich wieder in Richtung der Jahreshöchststände vorgearbeitet und könnte - wie bereits erwähnt - seine aktuelle Trading Range nach oben hin ausweiten. Dennoch können wir zu diesem Zeitpunkt keine entscheidende Kursbewegung erkennen, da sich technische Indikatoren auf Wochenbasis, wie beispielsweise der RSI-Indikator (Relative-Stärke-Indikator), der MACD- und der Stochastik-Indikator, weiterhin in einem Überkauft-Bereich befinden. Wahrscheinlich muß diese Lage erst korrigiert werden, bevor sich ein neuer Aufwärtstrend bestätigt.
Ein Durchbruch nach oben würde sich wahrscheinlich bis zum Widerstand in der Nähe von 1.177 Punkten ziehen. In den Jahren 2001 und 2002 ist dieses Niveau für den S&P 500 das Maximum gewesen. Ein weiterer Widerstand bei .1188 Punkten resultiert aus einer Trendlinie, abgeleitet von den Höchstständen im Januar 2003, Juni 2003 und Januar 2004. Unmittelbar darunter befindet sich der exponentiell gleitende Durchschnitt bei 1.129 Zählern sowie das aktuelle Tief bzw. die Chartunterstützung bei 1.126 Punkten.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |