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Brauereien Übernahmegerücht läßt Holsten-Aktie schäumen

 ·  Ein ausländischer Investor soll ein großes Paket von Anteilen an der Holsten-Gruppe gekauft haben. Holsten bestätigt dies zwar nicht. Doch die damit verbundene Übernahmefantasie läßt die Aktie bei stark anziehenden Umsätzen schäumen.

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Übernahmephantasien um die Brauerei-Branche blühen unter Börsianern seit Monaten schon (Übernahme-Phantasien beflügeln Brauerei-Aktien). Zuletzt wurden sie durch den Kauf der Gilde-Gruppe durch die belgische Interbrew bestätigt. Diese Phantasie hat sich auch bei anderen Bier-Titeln in Kursanstiegen niedergeschlagen. Und sie hat zur Wochenmitte neue Nahrung erhalten: Ein ausländischer Großaktionär soll fast 14 Prozent der Anteile an der Hamburger Holsten-Gruppe erworben haben.

Zwar hat Holsten diese Transaktion nicht bestätigt, auch rechnet die Konzernspitze nicht mit einem Aktienverkauf ihres Großaktionärs. Die Aktie schäumt gleichwohl kräftig. Sie legt bei auffallend hohen Umsätzen um knapp 9,7 Prozent auf 24,20 Euro zu, zwischenzeitlich hatte sie sich sogar um mehr als zwölf Prozent verteuert.

Am frühen Nachmittag wurden auf Xetra schon Aktien im Wert von Millionen Euro gehandelt. Ein Vielfaches, der in den vergangenen zwölf Monaten im Schnitt an einem Tag gehandelten Aktien von rund 52.000 Euro. Andere Brauerei-Titel wie Brau und Brunnen sowie Radeberger, die zuletzt im Wert extrem gestiegen sind, reagieren dagegen diesmal nicht.

Scottish Newcastle soll Paket gekauft haben

Der mutmaßliche neue Großaktionär - genannt wird Scottish Newcastle - soll das Paket der Pivo Beteiligungsgesellschaft, die über 13,84 Prozent der Holsten-Anteile verfügt (hat), erworben haben. Ob dies tatsächlich der Fall ist, wollte Holsten nicht beurteilen. Sollte dieses Paket in einer Hand liegen, müsste schon in Kürze eine entsprechende Veröffentlichung erfolgen. Dann werde man sehen, wer der neue Besitzer sei, hieß es in Hamburg.

Jedenfalls hält man es bei Holsten für abwegig, daß Großaktionär Christian Eisenbeiss, der zu 41 Prozent an der Brauerei-Gruppe beteiligt ist, sich von seinen Anteilen trenen könnte. Eisenbeiss habe erst auf der jüngsten Hauptversammlung ausgeführt, wie viel Freude ihm sein Engagement mache; er sehe sich als Konsolidierer.

Analyst: Verkauf eine Frage des Preises

Gleichwohl meint Michael Bleakly, Analyst bei Credit Suisse First Boston, der Großaktionär könnte sehr wohl in absehbarer Zeit zum Verkauf bereit sein. Dies sei eine Frage des Preises, der zu erzielen sei, wie andere Fälle zeigten. Derzeit stehe ein Eigentümerwechsel aus seiner Sicht zwar nicht an, doch in zwölf bis achtzehn Monaten sei damit zu rechnen. Der deutsche Biermarkt konsolidiere sich noch, und große ausländische Investoren wollten einsteigen.

Vor diesem Hintergrund hat Bleakly das im Sommer 2002 gesetzte Kursziel von 22 Euro für die Holsten-Aktie nach oben gesetzt. Es liegt nun bei „mehr als 30 Euro“. Weitere Kursgewinne sind wahrscheinlich. Zwar ist die Holsten-Aktie binnen Jahresfrist schon um rund 30 Prozent teurer geworden und mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 24 kein Schnäppchen, doch die frisch genährte Übernahmephantasie dürfte den Kurs weiter treiben. Und vom Fünf-Jahres-Hoch von 28,50 Euro im Herbst 2000 ist das Papier weiter ein gutes Stück entfernt. Allerdings zeigt die wegen der Probleme mit dem Dosenpfand eingeführte Kurzarbeit auch, dass das posiitve Urteil zu der Aktie primär auf der Übernahmefantasie basiert.

Der Chart zeigt den Kursverlauf der Holsten-Aktie.

Text: Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @thwi
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