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Branchenanalyse Spezialchemie im Portfolio-Mix?

04.08.2008 ·  Aktien aus der Spezialchemie bieten am amerikanischen Aktienmarkt noch Chancen. Standard & Poor's rechnet mit stabilen Gewinnen der Branche und spricht Kaufempfehlungen für fünf Titel der Branchengruppe aus, darunter Ecolab und Lubrizol.

Von Sam Stovall
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Trotz des jüngsten Ausverkaufs in den Branchen Energie und Grundstoffe konnte der S&P-1500-Branchenindex für Spezialchemikalien seinen vierten Rang im Relative-Stärke-Ranking halten. Dies bedeutet, dass sich seine Kursentwicklung der zurückliegenden zwölf Monate nun im oberen 30-Prozent-Bereich aller Branchenindizes des S&P-1500 befindet. Branchen mit einer relativen Stärke von fünf sind im oberen Zehn-Prozent-Bereich angesiedelt.

Von Jahresbeginn bis Ende Juli sank dieser Branchenindex um gut ein Prozent, während der S&P-1500 um 13,5 Prozent zurückging. Im Jahr 2007 stieg der Teilindex um 7,5 Prozent, während der S&P-1500 nur um 3,6 Prozent zulegte.

Dass diese Branche weiterhin eine Spitzenposition einnimmt, liegt nach Einschätzung von S&P unter anderem darin begründet, dass sich die gegenüber Grundchemikalien höherwertigeren Spezialchemikalien eher aufgrund von Leistungseigenschaften als über den Preis verkaufen. Zwar sind die Kosten für Forschung und Entwicklung bei Spezialchemieprodukten höher und es fallen höhere Ausgaben für Marketing und Kundendienst an, ihre Produktion ist jedoch üblicherweise weniger kostenintensiv als jene von Massenchemikalien. Zudem sind Spezialchemiehersteller im Allgemeinen weniger stark von Schwankungen der Konjunktur und der Angebots-Nachfrage-Relation betroffen als Produzenten von Massenchemikalien. Deshalb geht S&P von relativ stabilen Margen und Gewinnen bei Spezialchemieunternehmen aus.

Fünf Unternehmen mit vier Sternen

Der S&P-1500- Branchenindex für Spezialchemikalien umfasst 23 groß-, mittel- und kleinkapitalisierte Unternehmen. Dreizehn dieser Unternehmen werden von S&P-Aktienanalysten beobachtet, fünf mit Kaufempfehlungen (vier Sterne) eingestuft: Cytec Industries, Ecolab, Lubrizol, Sensient Technologies und Sigma-Aldrich. Keines der Unternehmen des Index' wurde mit einer unbedingten Kaufempfehlung (fünf Sterne) bewertet.

Analyst Richard O'Reilly, der die Unternehmen dieses Teilindex' für S&P unter die Lupe nimmt, sieht die fundamentalen Aussichten der Branchengruppe Spezialchemikalien leicht positiv, merkt jedoch an, dass die wirtschaftlichen Bedingungen der einzelnen Unternehmen unterschiedlich ausfallen. Zu den Hauptkategorien bei Spezialchemikalien gehören Wasseraufbereitungschemikalien, Prozesschemikalien, Additive, Lacke, Pestizide, Elektronikchemikalien, Katalysatoren, Aroma-, Duft-, Kleb- und Dichtstoffe.

Die Währung sollte sich positiv auswirken

Spezialchemiehersteller sind in der Regel kleiner als Produzenten traditioneller Rohstoffe. Einige konzentrieren sich nur auf eine Produktgruppe, andere wiederum bieten ein breit gefächertes Produktsortiment. O'Reilly nimmt an, dass sich die Konsolidierung der Branche fortsetzen wird, da die Unternehmen nach weiteren Umsatz- und Gewinnsteigerungen streben.

Auf Grundlage der von S&P formulierten Wachstumsprognosen für das reale Bruttoinlandsprodukt der Vereinigten Staaten von 1,6 Prozent in diesem Jahr und von 0,7 Prozent im kommenden Jahr geht O'Reilly davon aus, dass viele Spezialchemieunternehmen durch eine Kombination aus organischem Wachstum, Übernahmen und Währungsvorteilen in der Lage sein sollten, Umsatzzuwächse zu verbuchen, wenngleich die Häusermarktschwäche im laufenden Jahr wahrscheinlich weiterhin dämpfend auf die Nachfrage einwirken wird.

Im vergangenen Jahr stiegen die Umsätze einer Gruppe von 16 großen Unternehmen insgesamt um acht Prozent. Nach Ansicht von S&P werden sich die Wechselkurse im laufenden Jahr weiterhin mäßig positiv auswirken, da viele Unternehmen einen beträchtlichen Teil ihres Gesamtumsatzes außerhalb der Vereinigten Staaten erwirtschaften.

Obwohl die langfristigen Aussichten verschiedener Spezialchemiehersteller in Abhängigkeit von den Marktbedingungen erheblich variieren, wird das Umsatzwachstum der Branche nach O'Reillys Schätzungen leicht über dem realen Wirtschaftswachstum liegen. In den vergangenen beiden Jahren wurden die Gewinnmargen vieler Unternehmen durch steigende Rohstoff- und Energiekosten gedrückt. Auch die Kosten für auf Chemikalien basierende Rohstoffe sollten nach unserer Ansicht auf absehbare Zeit hoch bleiben, wobei deren Einfluss je nach Unternehmen und Produktgruppe variiert.

Zusammenfassend bleibt festzustellen, dass die hohe relative Stärke des Sektors durch einen positiven fundamentalen Ausblick gestützt wird.

Sam Stovall is Leiter der Investmentstrategie von Standard & Poor's Equity Research Services .

Quelle: Business Week Online
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