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Branchenanalyse NTT DoCoMo - robust unter den Telekomwerten

28.10.2008 ·  An den internationalen Finanzmärkten ging es in den vergangenen Tagen turbulent zu. Dagegen entwickelten sich die Papiere von Telekommunikationsunternehmen relativ robust. Sie sind vernünftig bewertet und bieten interessante Dividentenrenditen.

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An den internationalen Finanzmärkten ging es in den vergangenen Tagen turbulent zu. Das zeigte sich sowohl an den massiven Kursverlusten, als auch an den hohen Volatilitäten. Der VDax New erreichte zuvor nie gesehene Spitzenwerte von bis zu 85 Prozent. Der amerikanische Vix-Index stieg auf bis zu 89,5 Prozent.

In diesem Umfeld lohnte es sich, nicht im Markt präsent zu sein oder sich defensiv positioniert zu haben. Eine Möglichkeit dazu bot der Kauf von Telekommunikationswerten. Sie blieben in der globalen Betrachtung mehrheitlich nicht von Kursverlusten verschont. Allerdings fielen sie unterdurchschnittlich aus.

Robuste Kursentwicklung + interessante Dividendenrenditen

Zudem bieten die Unternehmen durchwegs interessante Dividendenrenditen. Das heißt, Anleger können mit dem Kauf solcher Papiere aufgrund der zu vereinnahmenden Ausschüttungen laufende Einnahmen erzielen, während sie Kursrückschläge aussitzen. Im Unterschied zu vielen anderen Branchen ist der Telekommunikationssektor relativ konjunkturinsensitiv.

Das heißt, Unternehmen und Konsumenten verzichten in klammen Zeiten auf vieles, aber nur bedingt auf die Kommunikation. So ist der Geschäftsgang der Unternehmen der Branche in der Regel relativ robust. Sie zeichnen sich zudem durch hohe und robuste Cashflows aus. Genau diese versetzen sie im Unterschied zu vielen anderen Unternehmen in die Lage, die Ausschüttungen auch in schwierigen Zeiten leisten zu können.

Das gilt in erster Linie für jene Firmen, die nur gering verschuldet sind. Dazu zählen die Papiere des japanischen Unternehmens NTT DoCoMo. Sie verzeichneten in den vergangenen Monaten mit die robusteste Kursentwicklung. Auf Sicht eines Jahres boten sie ihren Aktionären einen Gesamtertrag von drei Prozent. Er setzt sich zusammen aus einer Seitwärtsbewegung des Aktienkurses und einer Dividendenrendite von 3,1 Prozent. Das mag optisch mager aussehen. Allerdings musste der Topix-Index in der gleichen Periode einen Gesamtverlust von 49,3 Prozent hinnehmen. Im relativen Vergleich haben die Papiere von NTT DoCoMo den Index also um 52,3 Prozentpunkte geschlagen. Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von zwölf auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr sind sie vernünftig bewertet. Allerdings müssten europäische Anleger beim Kauf der Papiere Wechselkursbewegungen berücksichtigen.

... bei vernünftigen Aktienbewertungen

Auf Sicht eines Jahres schnitten die Papiere der Maroc Telecom sogar noch besser ab. Auch wenn ihre Kurse in den vergangenen Wochen etwas nach unten liefen, boten sie einen Gesamtertrag von 23 Prozent. Die Dividendenrendite beträgt 5,5 Prozent, die Kurs-Gewinnverhältnisse liegen bei 15,8 und bei 14,5. Das Verhältnis zwischen Fremd- und Eigenkapital liegt gerade einmal bei 14 Prozent. Die Papiere befinden sich zu 51 Prozent in den Händen von Vivendi Universal und zu 30 Prozent in den Händen des marokkanischen Staates.

Die Aktien der Saudi Telecom, der kanadischen BCE, der australischen Telstra, der Emirates Telecommunications Corporation (Etisalat), der niederländischen KPN, der France Telecom und auch der Deutschen Telekom haben zwar in den vergangenen zwölf Monaten zwischen sieben und knapp 25 Prozent ihrer Werte verloren. Allerdings war diese Entwicklung besser als die der Vergleichsindizes. Zudem bieten sie auf Basis der jüngsten Ausschüttungen Dividendenrenditen bis zu 10,35 Prozent, wie etwa im Falle der France Telecom. Die Dividendenrendite der Deutschen Telekom liegt inzwischen bei 7,8 Prozent.

Selbst dann, wenn diese Unternehmen aufgrund der Kreditkrise und möglicherweise steigenden Finanzierungskosten die Ausschüttungen senken müssten, wären sie im Vergleich mit mageren Renditen bei Staatsanleihen immer noch relativ interessant. Immerhin liegt die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen bei 3,8 Prozent. Bei kürzeren Laufzeiten liegen sie etwas höher. Auf Sicht eines Jahres lassen sich im Eurobereich Renditen von etwa fünf Prozent erzielen.

Grundsätzlich scheinen die Aktien von Telekommunikationsunternehmen geeignet zu sein, in einem diversifizierten Depot für eine gewisse Stabilität und eine robuste Ausschüttungsquote zu sorgen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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