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Branchenanalyse Europäische Softwareaktien vor der Wiederentdeckung?

27.12.2006 ·  Nahezu drei Viertel der kleinen und mittleren IT- und Softwareunternehmen rechnen im Jahr 2007 mit steigenden Umsätzen, so der Branchenverband BITKOM. Auf dieser Basis böten Aktien der Branche gewisse Reize, denken Analysten.

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Das Jahr 2007 könnte wieder das Jahr der IT- und Softwareunternehmen werden. Nahezu drei Viertel der kleinen und mittleren Hightech-Unternehmen rechnen im Jahr 2007 mit steigenden Umsätzen, so der Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM).

Der Investitionsstau der vergangenen Jahre scheint sich aufgelöst zu haben. Besonders gefragt scheinen Softwareprodukte zu sein. Das ist ein Trend, der sich nach Meinung der Analysten Manuel Hoelzle, Philipp Leipold, Felix Gode vom unabhängigen Researchhaus German Business Concepts (GBC ) auch im Jahr 2007 fortsetzen könnte. So rechnen 85 Prozent der Softwarehäuser für das kommende Jahr 2007 mit höheren Umsätzen.

Die Softwareunternehmen profitieren derzeit von einer hohen Investitionsbereitschaft ihrer Kunden und die Analysten gehen für den Softwaresektor von einer verbesserten Margenstruktur im kommenden Jahr aus. Aus diesem Grund seien die Titel der Branche attraktiv bewertet, da ein deutlicher Aufschwung bisher noch nicht in den Aktienkursen eskomptiert sei. Aus diesem Grund seien in den kommenden Monaten Kursgewinne wahrscheinlich. Einzelne Unternehmen im Detail:

Update Software: Mit dem Management von Kundenbeziehungen auf Wachstumskurs

Die Update Software AG bietet Softwarelösungen für das Customer Relationship Management (CRM) an. Das Unternehmen liefert branchenspezifische Lösungen für Finanzdienstleister, den Konsumbereich, die Medien, die Pharmaindustrie und das verarbeitende Gewerbe. Seit dem Rückkehr in die Gewinnzone im Jahr 2003 konnte Update die Umsatzerlöse und das operative Ergebnis kontinuierlich steigern.
Nach neun Monaten 2006 lag das Umsatzplus bei 25 Prozent auf 16,2 Millionen Euro. Bei den wichtigen Lizenzerlösen konnten hohe Zuwachsraten verzeichnet werden. Das Vorsteuerergebnis (EBT) belief sich auf 1,4 Millionen Euro. Zudem verfügt das Unternehmen noch über hohe steuerliche Verlustvorträge aus der Vergangenheit und kann eine Nettoliquidität von über 8 Millionen Euro vorweisen. Es blickt zuversichtlich auf das letzte Quartal und ins kommende Geschäftsjahr. Bis zum Jahr 2009 sollen die Umsätze auf 50 Millionen Euro bei gleichzeitig hoher Profitabilität ansteigen. Auf dieser Basis sei die Aktie attraktiv, so die Analysten.

USU Software AG :Durch Übernahme gestärkt ins Jahr 2007

USU Software bietet Produkte und Beratung rund um das Thema Knowledge Business an. Das Unternehmen konnten in den ersten neun Monaten gegenüber dem Vorjahr die Umsätze um 19,5 Prozent auf 17,5 Millionen Euro steigern. Das operative Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen lag bei 1,1 Millionen Euro. Die liquiden Mittel beliefen sich auf 16,2 Millionen Euro.

Im November 2006 meldete USU nun die Übernahme der LeuTek, dessen Produkte und Kundenbasis sich gut mit dem Portfolio der USU AG ergänzen. LeuTek erzielte im Jahr 2005 Umsätze von über 7 Millionen Euro bei einer operativen Marge von mehr als 15 Prozent. Im Jahr 2007 sei ein Umsatzsprung um 27,5 Prozent auf dann 34,6 Millionen Euro zu erwarten. Der Nettogewinn solle sich auf 3,2 Millionen Euro oder 31 Cent je Aktie belaufen. Die Steuerquote wird auch zukünftig aufgrund der hohen Verlustvorträge niedrig ausfallen. Bie einem fairen Wert von 5,03 Euro biete die Aktie eine interessante Kaufchance.

Fabasoft: Software für höhere Effizienz in den Verwaltungen

Fabasoft ist ein führender Hersteller von Standard Software für Electronic Government. Aktuell werden rund 80 Prozent der Umsätze mit Kunden aus dem öffentlichem Sektor erwirtschaftet. Neben den Softwareprodukten wird das Portfolio um damit verbundene Dienstleistungen abgerundet. Fabasoft ist mit Tochtergesellschaften in insgesamt sieben europäischen Ländern vertreten. Im Rahmen der Internationalisierungsstrategie wurden in Italien und Rumänien neue Niederlassungen eröffnet. Fabasoft konnte in den zurückliegenden Jahren die Umsatzerlöse beständig steigern.

Im Geschäftsjahr 2005/06 betrug der Umsatz 25,3 Millionen Euro und das EBITDA lag bei 4,2 Millionen Euro. Zudem verfügt die Gesellschaft über eine hohe Liquiditätsposition von rund 18 Millionen Euro. Im öffentlichen Sektor liegen lange Entscheidungszyklen und eine hohe Abhängigkeit von politischen und budgetären Rahmenbedingungen vor. Aus diesen Gründen ist der Umsatz im ersten Halbjahr 2005/06 um 22 Prozent auf 9,4 Millionen Euro und das beim EBITDA um 84 Prozent auf 0,3 Millionen Euro gefallen.

Aufgrund der guten Marktposition und den hohen Markteintrittsbarrieren sollten die Umsätze und operativen Ergebnisse jedoch in der zweiten Jahreshälfte von einer Nachfragebelebung der öffentlichen Haushalte profitieren. Und auch in den nächsten Jahren sollte es weiter nach oben gehen. Kurse um die 4,20 Euro böten aus diesen Gründen gute Einstiegsmöglichkeiten

PSI AG: Positive Tendenz im operativen Geschäft

Die PSI AG ist ein Softwareanbieter für die Steuerung und Überwachung komplexer Netze und das Management unternehmensübergreifender Produktionsprozesse in der Industrie und bei öffentlichen Dienstleistern. Dabei unterteilt sich das Geschäft der PSI in die drei Bereiche Netzmanagement (Energie, Telekommunikation, Verkehr), Produktionsmanagement (Industrie, Logistik) und Informationsmanagement (Behörden, Dienstleister). Wichtige Kunden sind dabei unter anderem die großen Versorger wie Eon oder RWE.

In den vergangenen Jahren hatte die PSI AG mit drastischen Umsatzrückgängen und negativen Ergebnissen zu kämpfen. Erst im Geschäftsjahr 2005 konnten erstmals wieder steigende Umsätze und ein leicht positiver Jahresüberschuß erzielt werden. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres konnte der positive Umsatztrend fortgesetzt werden. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum wurden die Umsätze um 1,61 Prozent auf 86,05 Millionen Euro gesteigert. Ergebnisseitig konnte die Besserung zwar nicht gehalten werden und das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) lag mit 0,02 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert von 0,10 Millionen Euro.

Im dritten Quartal wies das Unternehmen nicht nur eine Umsatzverbesserung von 7,74 Prozent aus, sondern konnte auch das Ebit merklich von 0,02 Millionen Euro im Vorjahr auf 0,41 Millionen Euro verbessern. Das Periodenergebnis war leicht positiv. Sorgenkind bleibe weiterhin der Bereich Informationsmanagement, der als einziger Bereich noch rote Zahlen schreibe, aber schon bald verkauft werden könnte. Da bei der PSI AG das vierte Quartal traditionell das stärkste sei, sollte bei weiter steigenden Umsätzen ein deutlich positives Ebit realisiert werden können, denken die Analysten. Der hohe Auftragsbestand und die Auftragseingänge deuteten auf eine weitere gute Entwicklung hin. Die Aktie sei zumindest spekulativ interessant.

Atoss Software

Atoss Software entwickelt Softwarelösungen rund um den intelligenten Personaleinsatz in Deutschland. Neben einer Reduzierung von Überstunden, Leerlaufzeiten und Zuschlägen für Sonderschichten steht auch die Verschlankung und Optimierung der Prozesse beim Kunden im Fokus der Lösungen der Gesellschaft. Die Gesellschaft konnte im laufenden Jahr zahlreiche Großaufträge für sich entscheiden.

Auf Neun-Monatsbasis beläuft sich der Umsatz insgesamt auf 15,9 Millionen Euro, nach 14,6 Millionen Euro im Vorjahr. Der Softwarelizenzumsatz ist um 24 Prozent von 2,7 Millionen Euro auf fast 3,4 Millionen Euro gestiegen, mit Hardware konnten um 28 Prozent erhöhte Umsätze verzeichnet werden.

Aufgrund der guten Geschäftsentwicklung und der abgeschlossenen Verbesserungen in der Kostenstruktur konnte auch das operative Ergebnis (Ebit) deutlich um rund 2,4 Millionen Euro verbessert werden. Nach einem Verlust im Vorjahr, betrug es Ende September 2,1 Millionen Euro, die operative Marge belief sich auf 13 Prozent. Das Ergebnis pro Aktie lag bei 0,36 Euro, nach minus 0,01 Euro im Vorjahr.

Mit einem erwarteten Ebit von mindestens 2,7 Millionen Euro werde Atoss im Jahr 2006 voraussichtlich das bisherige Rekordergebnis aus dem Geschäftsjahr 2003 von 2,3 Millionen Euro übertreffen. Auch die Analysten von GBC haben ihre Umsatz und Ergebnisschätzungen für das Jahr 2006 angehoben und erwarten einen Gewinn pro Aktie von 0,44 Euro. Auf dieser Basis biete die Aktie noch gewisse Reize.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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