31.10.2005 · Die Aktien amerikanischer Kohleunternehmen konnten in den vergangenen Monaten Kursgewinne verbuchen. Kurzfristig zeigten sich aber Gewinnmitnahmen, weil hohe Erwartungen zum Teil enttäuscht wurden. Die Selektion der Werte ist ratsam.
Rohstoffe sind in, insbesondere die Energieträger. Das zeigte sich in den vergangenen Monaten nicht nur an der Entwicklung der Öl- und Gaspreise, sondern auch bei der Kohle. So hat der Preis an der New York Mercantile Exchange von einem Zwischentief bei 23,1 Dollar je Tonne im Februar des Jahres 2002 bis ins vergangene Jahr um bis zu knapp 173 Prozent auf bis zu 63 Dollar zugelegt.
Seitdem ist er zwar nicht weiter gestiegen, hat sich allerdings auf einem deutlich erhöhten Niveau stabilisiert. Am Freitag ging der Kontrakt mit einem Kurs von 57,75 Dollar je Tonne aus dem Handel. Von dieser Entwicklung profitierten nicht nur die professionellen Spekulanten, die auf diese Entwicklung gesetzt haben mögen. Sondern das erhöhte Preisniveau müßte auch bei den Kohleförderungsunternehmen selbst zu einer verbesserten Situation führen, sollte man vermuten.
Aktien der Kohleunternehmen im mittelfristigen Aufwärtstrend
Immerhin hat diese Annahme bei den Unternehmen der Branche in den vergangenen Monaten zu deutlichen Kursgewinnen geführt. Die Aktie von Peabody Energy legte auf Sicht eines Jahres 147,5 Prozent zu, die von Arch Coal um 141 Prozent und jene von Consol Energy um knapp 80 Prozent. Die mittelfristigen Trends zeigen weiterhin nach oben. Allerdings kam es in den vergangenen Tagen zu zum Teil deutlichen kurzfristigen Gewinnmitnahmen, weil die Riesen der Branche mit ihren Quartalsergebnissen die offensichtlich hohen Erwartungen nur zu einem geringen Teil erfüllen konnten.
Die Enttäuschung zeigte sich am deutlichsten bei Massey Energy, der Nummer Vier der Branche. Die Aktie des Unternehmens hat in den vergangenen vier Handelstagen 13,5 Prozent ihres Wertes verloren, nachdem das Unternehmen für das dritte Quartal einen Verlust von vier Cents je Aktie gemeldet vor Bewertungsgewinnen in Höhe von 29 Cents je Aktie gemeldet hatte. Auf dieser Basis hatte der Markt aber mit einem Gewinn von neun Cents je Aktie gerechnet.
Das Problem des Unternehmen liegt nicht an der Nachfrage, sondern darin, sie erfüllen zu können. Massey Energy hat nach eigenen Angaben schlicht und einfach zu wenig Personal. Es sei schwierig, Leute anzuwerben und sie zu halten. Aus diesem Grund und wegen Verzögerungen beim Bahntransport sei die Produktion im Quartal von 10,1 auf zehn Millionen Tonnen Kohle zurückgegangen.
Auch bei Peabody Energy, dem größten Unternehmen der Branche in Amerika, und bei Consol kam es zu Enttäuschungen. Dabei legte der Umsatz bei Peabody im dritten Quartal im Vergleich mit dem Vorjahr um 33 Prozent auf 1,22 Milliarden Dollar zu und der Nettogewinn stieg um satte 161 Prozent auf 113,3 Millionen Dollar oder 84 Cents je Aktie. Auch hier kämpft das Unternehmen allerdings mit Transportproblemen und vor allem auch steigenden Kosten. Peabody rechnet mit anhaltend hoher Nachfrage, da die Stromunternehmen einerseits mehr Kohle verfeuerten, andererseits rekordtiefe Lagerbestände hätten. Sie reichten gerade einmal für 14 Tage, während die normale Lagerhaltung bei etwa 40 Tage liege. Die Gewinnprognose des Unternehmens liegt unter der Durchschnittserwartung der Analysten.
Gewinnsteigerungen enttäuschen zum Teil noch höhere Erwartungen
Auch bei Consol Energy, der Nummer drei der Branche, kam es zu einer Enttäuschung. Das Unternehmen erzielte im dritten Quartal einen Gewinn von 377 Millionen Dollar oder 4,04 Dollar je Aktie, nach einem Verlust im Vorjahr. Der Umsatz legte gleichzeitig um 83 Prozent auf 1,21 Milliarden Dollar zu. Allerdings spielten Sondererträge eine Rolle. Ohne sie fiel die Gewinnentwicklung enttäuschend aus.
Arch Coal, die Nummer zwei der Branche, konnte den Gewinn im dritten Quartal um 75 Prozent auf 18,9 Millionen Dollar oder 26 Cents je Aktie steigern. Der Umsatz legte gleichzeitig um 24 Prozent auf 654,7 Millionen Dollar zu. Damit lag das Unternehmen leicht über den Erwartungen des Marktes. Die Aktie des Unternehmens hat sich aus diesem Grund in den vergangenen Tagen im Branchenvergleich am besten geschlagen. Das Unternehmen geht davon aus, den Gewinn in den kommenden Jahren unter anderem aufgrund einer Margenverbesserung und steigenden Preisen deutlich steigern zu können.
Mit Blick auf das laufende Jahr scheinen die Aktien der Branche zunächst nicht sonderlich interessant zu sein. Das werden sie erst, wenn man die möglichen Gewinnsteigerungen in den kommenden Jahren in Betracht zieht. Auf Basis der Gewinnschätzungen scheinen die Aktien von Massey Energy mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 10,3 und von Consol Energy günstiger zu sein, als jene von Peabody Energy mit 17,7 und Arch Coal mit 18,8.
Auf der anderen Seite muß man solche Zahlen relativieren. Denn das durchschnittlich erwartete Gewinnwachstum in den kommenden drei Jahren liegt bei Arch Coal mit 131 Prozent deutlich über jenen von Massey (89 Prozent), Consol Enery (37 Prozent) und Peabody Energy (35 Prozent). In diesem Sinne scheint die Aktie von Arch Coal trotz allem noch einen Blick wert zu sein.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |