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Dienstag, 14. Februar 2012
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Börsenkrise Lohnt sich die Wette auf Finanzwerte?

25.01.2008 ·  Nach massiven Kursverlusten bei den Finanzwerten wetten immer mehr Anleger auf die Erholung der Kurse. Aus fundamentaler Sicht gibt es allerdings Zweifel, ob die Gewinne das Niveau der Vergangenheit wieder werden erreichen können.

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Nach den massiven Kursverlusten der vergangenen Monate und der ausgeprägten Skepsis des Marktes gegenüber den Finanzwerden greife „das smarte Money“ jetzt zu und lege sich genau diese in größerem Stile in die Depots heißt es.

Einzelne Vermögensverwalter bringen es mit Aussagen wie „ich kaufe Bankaktien - da ist der Pessimismus am größten“ auf den Punkt. Der Blick auf die Kursentwicklungen der Vergangenheit und auf deutliche Kurserholungen bei einzelnen Werten mag solch Argumente rechtfertigen, zumindest kurzfristig und taktisch. Viele dieser Aktien werden kurzzeitig getrieben von spekulativen Transaktionen, in deren Rahmen beispielsweise Leerverkäufe eingedeckt werden.

Finanzunternehmen konnten in der Vergangenenheit ihre Gewinne überdurchschnittlich steigern

Längerfristig dürfte man solche Argumente angesichts der anhaltenden Immobilien- und Kreditkrise - die Hauspreise in den Vereinigten Staaten werden nach Prognosen von verschiedenen Seiten weitere 20 bis 30 Prozent fallen -, den daraus zu ziehenden Konsequenzen und auch mit Blick auf die in Amerika sehr wahrscheinlich anstehende und länger dauernde Rezession kritisch betrachten müssen.

Denn konnten die Finanzunternehmen in den vergangenen Jahrzehnten von der lockeren Geld- und Regulierungspolitik sowie der zunehmenden Verschuldung von Staaten und Privatpersonen profitieren, so dürfte sich das künftig möglicherweise ändern. Die verschiedenen Vermögenspreisblasen und das Aufkommen neuer Finanzinstrumente wie den Derivaten und den verbrieften Kreditprodukten haben zwar dazu beigetragen, dass beispielsweise die amerikanischen Banken ihre Unternehmensgewinne gemessen an der Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes dramatisch steigern konnten. Allerdings stellt sich dich Frage, wie nachhaltig das erreichte Niveau angesichts der aktuellen Schwierigkeiten sein mag.

Nicht nur die massiven Abschreibungen der vergangenen Wochen und die zunehmenden Ausfälle bei bestehenden Kreditverträgen könnten Zweifel an der künftigen Profitabilität der Branche aufkommen lassen, sondern auch die Tatsache, dass die Geschäfte in diesen Bereichen künftig wohl nicht mehr so florieren werden wie in der Vergangenheit. Denn es scheint wenig wahrscheinlich zu sein, dass sich Anleger auch künftig noch komplexe, intransparente Finanzinstrumente mit zweifelhafter Basis und dubiosen Ratings ins Depot legen werden.

Damit ist es bis auf weiteres vorbei

Aus diesem Grund kann diese Kreditmaschinerie auf der „Generierungsseite“ nur noch gebremst weiter laufen, wenn überhaupt, und entsprechend weniger abwerfen. Da deswegen Unternehmen und Konsumenten im allgemeinen nicht mehr so leicht wie in der Vergangenheit an Kredite herankommen dürften, wird auf diese Weise auch die von der Immobilien- und Kreditkrise angeschlagene Konjunktur anhaltend gebremst werden und trotz Zinssenkungen und keynesianischen Stützungsprogrammen nicht mehr so schnell in Schwung kommen.

Ähnliches gilt auch für die Vermögensverwalter und Finanzinstitute, die in den vergangenen Jahren mit dem Kauf scheinbar hoch rentierlicher Kreditderivate für ihre Kunden optisch hohe Renditen erwirtschaften und entsprechend „satte“ Verwaltungsgebühren verrechnen konnten. Auch hier dürften die Kunden künftig kritischer werden und das teure Gebaren hinterfragen. Wer glaubt schon ernsthaft, dass Institute wie die IKB oder auch Coutrywide Financial künftig wieder so „profitabel“ sein werden, wie in der Vergangenheit.

Kritische Beobachter halten den Finanzbereich in weiten Teilen der Welt für zu aufgeblasen. Sie stellen die Gretchenfrage: Welcher Werte schafft sie denn eigentlich? In diesem Sinne dürfte es ratsam sein, die Branche im allgemeinen und vor allem auch die prognostizierte Gewinnentwicklung kritisch zu betrachten.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht der FAZ-Redaktion wider.

Quelle: @cri
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