11.04.2003 · Aktien kaufen und liegen lassen ist auch nach drei Jahren Bärenmarkt noch immer eine beliebte Taktik. Dabei lässt zumindest die Börsenhistorie befürchten, dass diese Strategie weiterhin ausgedient haben könnte.
Gebetsmühlenartig wurde einer ganze Generation von Anlegern immer wieder eingetrichtert, an einmal für gut befundenen Aktien auch in schwierigen Börsenzeiten festzuhalten. In der Zeit von 1982 bis 1999 ging diese unter dem Begriff „Kaufen und Halten“ bekannte Taktik auch blendend auf. Und zwar ganz einfach deshalb, weil sich die Aktienmärkte in einem Aufwärtstrend befanden.
Doch wer zuletzt unbeirrt an dieser Strategie festgehalten hat, der musste teures Lehrgeld bezahlen. Verantwortlich dafür ist der seit März 2000 intakte Bärenmarkt. Neuerdings macht sich zwar wieder Hoffnung breit, dass diese Schwächephase bald überwunden wird, aber eine Garantie darauf gibt es nicht. Objektiv betrachtet gibt es sowohl gute Gründe für steigende als auch für fallende Notierungen.
Amerikanischer Aktienmarkt mit ausgeprägte Zyklen
Für Börsenhistoriker überwiegen möglicherweise sogar die Warnsignale. Zumindest stimmt ein vom amerikanischen Investmentberater und Börsenbrief-Autor Sy Harding unternommener Rückblick nachdenklich. Seiner Studie zufolge gab es seit dem Jahr 1901 am amerikanischen Aktienmarkt ausgeprägte Zyklen. Dabei wechselten sich Perioden der Stärke mit schwachen Phasen ab und umgekehrt.
So brachte die „Buy and Hold“-Strategie den Anlegern zwischen 1901 und 1921 entweder keine Gewinne oder sogar Verluste. Es kam zu häufigen Kurswechseln, und erfolgreich waren nur jene Anleger, die ein Gespür für das richtige Timing hatten. Insgesamt waren in dieser Zeit sechs Bärenmärkte zu verzeichnen. In vier dieser Fälle verlor der Dow Jones Industrial Average mehr als 40 Prozent.
Oft waren nur „Markttimer“ erfolgreich
Weitaus besser sah es dagegen von 1921 bis 1929 aus. Hier brachte es der Markt acht Jahre lang auf durchschnittliche Gewinne von 25 Prozent per anno - und zwar ohne eine ernsthafte Korrektur hinnehmen zu müssen. Als die Kaufen und Halten-Strategie schon zur Erfolg bringenden Routine geworden war, kam es allerdings im Jahr 1929 zum großen Crash. In der Folge verlor der Dow Jones 90 Prozent seines Wertes.
In den zwanzig Jahren nach diesem Crash gelang es wieder nur Anlegern mit einem ausgesprochen guten Gefühl für das richtige Markttiming, Geld zu verdienen. Die richtige Strategie in dieser Zeit war es, Gewinne nahe der Hochpunkte mitzunehmen und in Abschwungphase auf fallende Kurse zu setzen. Buy-and-Hold-Investoren mussten dagegen 26 lange Jahre warten, bis der Markt sein Kursniveau des Jahres 1929 zurückeroberte.
Geschichte mahnt zur Vorsicht
Nach dieser harten Geduldprobe ging es dafür in der Phase zwischen 1949 und 1966 wieder nach oben. Im Schnitt ergaben sich Kursgewinne vo 14 Prozent im Jahr, allerdings kam es auch immer wieder zu Korrekturen, die den Dow um bis zu 27 Prozent zurückwarfen.
Durchgehend wechselhaft wurde es dann von 1966 bis 1982 wieder, ehe sich daran der Bullenmarkt von 1982 bis 1999 anschloss. In dieser Zeit verbuchte der S&P 500 Index durchschnittliche Jahresgewinne von 14,8 Prozent.
Diese gewinnträchtige Periode ist aber, wie die meisten Anleger leidvoll erfahren haben, spätestens seit März 2000 durch einen Bärenmarkt abgelöst worden. Daran schließt sich für Harding die Frage an, ob diese Entwicklung als Hinweis für die Entwicklung der nächsten Jahre gewertet werden muss. Wenn sich die Geschichte wiederholt, dann sollte die jetzige Phase ähnlich den Zeiträumen von 1909-1921, 1929-1945 und 1966-1982 verlaufen. Die ersten Jahre dieser Periode scheinen laut Harding zu bestätigen, was die Anleger zu erwarten haben.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |