http://www.faz.net/-gv6-767l4

Börsengang : LEG-Aktien halten sich mühsam über Ausgabepreis

  • Aktualisiert am

Ist heute an die Börse gegangen: Der Wohnungskonzern LEG. Bild: dpa

Der Immobilienkonzern LEG ist am Freitag an die Börse gegangen. Trotz eines holprigen Starts der LEG-Aktien stehen die Chancen des Unternehmens gut, bald in den M-Dax aufzusteigen.

          Mäßige Premiere beim milliardenschweren Börsengang von LEG Immobilien: Die Aktien des Düsseldorfer Wohnungskonzerns starteten am Freitagmorgen zwar mit 44,50 Euro um 50 Cent über dem Ausgabepreis in den Handel an der Frankfurter Börse. Doch dann bröckelten die LEG-Aktien ab und fielen zeitweise unter die Marke von 44 Euro. Das Unternehmen hat - nach dem Mobilfunkkonzern O2 im Oktober 2012 - den zweitgrößten Börsengang der vergangenen fünf Jahre in Deutschland hingelegt und den weltweit größten im noch jungen Jahr.

          Trotz des Stotterstarts hat LEG Immobilien mit einer Marktkapitalisierung von gut 2,3 Milliarden Euro nun Deutsche Wohnen als wertvollstes börsennotiertes Unternehmen der Branche in Deutschland knapp überholt. Der Einzug der LEG in den Nebenwerteindex M-Dax ist nur noch eine Frage der Zeit. Vorstandschef Thomas Hegel und sein Finanzvorstand Eckhard Schultz hörten auf dem Parkett gar nicht mehr auf, die große Glocke zu läuten. „Wir waren zwei Wochen bei den Investoren unterwegs. Jetzt wissen wir, dass der Laden auch ohne uns läuft“, scherzte Hegel. „Das große Interesse der Investoren bestätigt uns in unserer Strategie des profitablen und nachhaltigen Wachstums“, sagte er.

          Emission mehrfach überzeichnet

          Die LEG ist mit 91.000 Wohnungen in Nordrhein-Westfalen einer der größten privaten Vermieter in Deutschland. Die LEG-Papiere waren in der Mitte der Preisspanne von 41 bis 47 Euro ausgegeben worden. Der von Goldman Sachs aufgelegte Immobilienfonds Whitehall und der Hedgefonds Perry Capital nahmen mit dem Verkauf von 57,5 Prozent der LEG-Anteile zusammen 1,34 Milliarden Euro ein. Sie waren 2008 für 800 Millionen Euro eingestiegen und hatten 2,6 Milliarden Euro Schulden übernommen. Getilgt wurde davon wenig, dafür zogen die Finanzinvestoren 350 Millionen Euro aus dem Unternehmen.

          Finanzkreisen zufolge war die Emission mehr als dreifach überzeichnet, der Löwenanteil der Papiere ging mit 45 Prozent nach Großbritannien, 20 Prozent in die Vereinigten Staaten, nur 10 Prozent der Aktien landeten bei Investmentfonds und anderen institutionellen Investoren aus Deutschland. An Privatanleger wurden 0,6 Prozent zugeteilt - Aktien für 8 Millionen Euro. Ein nicht an dem Börsengang beteiligter Banker goss Wasser in den Wein: „Das hört sich nach einem typischen Fall von Gier an: Wenn das Buch so stark überzeichnet war, warum handelt die Aktie dann nur beim Ausgabepreis?“

          Begleitet wurde die Emission von der Deutschen Bank und von Goldman Sachs selbst. Die LEG-Aktien notierten zum Börsenstart auch knapp unter dem Nettovermögenswert (NAV), dem Wert der Wohnungen abzüglich Schulden, von 44,80 Euro. Deutsche Wohnen und die Berliner GSW Immobilien liegen über dem NAV. Das Unternehmen hatte die erste Chance genutzt, 2013 an den Markt zu gehen. „Das ist ein guter Start für das Primärmarktjahr 2013 in Europa“, sagte Martin Steinbach, der für die Prüfungs- und Unternehmensberatungsfirma Ernst & Young Börsengänge verfolgt. 10 bis 15 Initial Public Offerings (IPO) seien in Deutschland möglich. Er rechnet ab März mit den nächsten Anläufen: „Die Aktienmärkte entwickeln sich relativ positiv, die Volatilität ist gering: Möglicherweise werden nun auch Unternehmen, die im vergangenen Jahr angesichts der schlechten Marktbedingungen einen Börsengang abgesagt haben, ihre IPO-Pläne reaktivieren.“

          Quelle: FAZ.net mit dpa-AFX, Reuters

          Weitere Themen

          Lower for longer

          Anleihenhandel : Lower for longer

          Die Europäische Zentralbank will in Zukunft weniger Anleihen kaufen – allerdings für länger. Für Sparer heißt das: Höhere Zinsen lassen noch Jahre auf sich warten.

          Topmeldungen

          Facebook-Post von Hildmann: „Ein Bild mit einer Pumpgun beim Sportschießen ist noch lange keine Gewaltandrohung“, sagt er.

          Vegan-Koch Attila Hildmann : „Wir werden ja sehen, ob ich ausraste“

          Der Vegan-Koch Attila Hildmann schreibt, dass er einer kritischen Journalistin gerne Pommes „in die Visage gestopft“ hätte. Dann lädt er sie und ihre Kollegen zum Essen ein – dazu stellt er ein Foto, das ihn mit Schusswaffe zeigt. Was soll das?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.