Home
http://www.faz.net/-gv6-774w1
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
CIO View

Börsengang Evonik wagt den vierten Anlauf aufs Parkett

Nach drei gescheiterten Anläufen traut sich der Essener Chemiekonzern Evonik nun doch an die Börse - allerdings nur mit weniger als zehn Prozent der Anteile.

© dapd Eigner wollen Evonik teilweise an die Börse bringen

Am Donnerstag kamen die ersten Meldungen auf - am Freitag ist es nun offiziell: Der Chemiekonzern Evonik plant erneut seinen Börsengang. Als ersten Schritt hätten die Eigentümer RAG-Stiftung und der Finanzinvestor CVC Capital Partners bereits einen gleichgroßen Teil ihrer Aktien an ausgewählte institutionelle Investoren abgegeben, hieß es am Freitag in einer gemeinsamen Mitteilung. Die Entscheidung basiere auf einem spürbar verbesserten Kapitalmarktumfeld und dem gestiegenen Interesse von Investoren. Zum Kaufpreis machten die Eigentümer zunächst keine Angaben. Die Aktie soll an der Frankfurter Börse notiert werden.

Aktienpreis deutlich über bisheriger Preisindikation

Der Aktienpreis liege deutlich über der Preisindikation aus dem abgesagten Börsengang vom Juni 2012, hieß es. Damals hatten Investoren Abschläge von 25 Prozent oder mehr verlangt. Der genaue Umfang der Anteile, die damals an die Börse sollten, wurde offiziell nicht bekannt. Mehrfach war von einem Drittel der Anteile die Rede. Ein neuer IPO-Anlauf war nach der Schlappe erst für den Herbst 2013 in Aussicht gestellt worden.

Mehr zum Thema

Die „Rheinische Post“ berichtete unter Berufung auf Kuratoriums-Kreise, dass die Käufer nun bereit seien, für die Evonik-Aktien einen Preis zu zahlen, der die gute Börsen-Entwicklung der vergangenen Monate widerspiegele.

Laut Medienberichten geben die Gesellschafter RAG-Stiftung (74,99 Prozent) und der Finanzinvestor CVC (25,01 Prozent) jeweils 3,5 Prozent an institutionelle Investoren wie Investmentfonds, Banken oder Versicherungen ab. Für eine Aktiennotierung an der Börse wollen die Eigentümer weitere drei Prozent Privatanlegern über Banken anbieten, hieß es. Aus einem Vorstandsschreiben der RAG-Stiftung an das Kuratorium der Stiftung gehe hervor, dass seit der ersten Februarwoche bereits Anteile im Wert von 550 Millionen Euro verkauft worden seien. Damit sei schon etwa die Hälfte der geplanten sieben Prozent platziert.

IPO-Erlös kommt „Ewigkeitslasten“ zugute

Dem Vernehmen nach liegt der Wert des gesamten Unternehmens nun jenseits von 14 Milliarden Euro, so die WAZ weiter. Dies sei deutlich mehr als im Frühsommer 2012, als das Unternehmen mit insgesamt rund 11,5 Milliarden Euro bewertet worden sei.

Die RAG-Stiftung steuert den schrittweisen und für die Mitarbeiter sozialverträglichen Ausstieg aus dem deutschen Steinkohlebergbau. Die Stiftung erwirtschaftet aus Evonik-Dividenden und einem geplanten Börsengang des Unternehmens Erträge für die sogenannten Ewigkeitslasten der Kohleförderung. Dabei geht es vor allem um das dauerhafte Abpumpen von Wasser aus den mehreren tausend Stollen unter dem Ruhr- und Saargebiet.

Quelle: FAZ.NET, dpa

 
()
Permalink

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Aktienmarkt Deutsche Unternehmen scheuen den Börsengang

In diesem Jahr werden auf der Welt so viele Aktienpakete verkauft wie noch nie. Investmentbanker hoffen, dass die Konzerne hierzulande im zweiten Halbjahr aufholen. Gefahr droht aber vom chinesischen Aktienmarkt. Mehr Von Hanno Mußler

29.07.2015, 09:30 Uhr | Finanzen
Finanzkrise Dax fällt zeitweise wegen drohender Griechenland-Pleite unter 11.000 Punkte

Die drohende Pleite Griechenlands hat einen Ausverkauf europäischer Aktien ausgelöst. Kurz nach Eröffnung der Frankfurter Börse ging es kräftig nach unten mit dem Dax. Das Börsenbarometer fiel um mehr als vier Prozent und rutschte auch unter die 11.000 Punkte-Marke. Das ist der größte Kursrutsch seit dreieinhalb Jahren. Mehr

29.06.2015, 12:27 Uhr | Wirtschaft
Neuorganisation Stuttgarter Börse stellt sich schlanker auf

Um Kosten einzusparen, ordnet die Stuttgarter Börse ihre Unternehmensstruktur neu: Der Wegfall einer Gesellschaft reduziert Aufwendungen. Arbeitsplätze sollen nicht bedroht sein. Mehr

21.07.2015, 20:45 Uhr | Finanzen
Für den guten Zweck Sopranistin Omo Bello auf der Bonner Operngala

Die französisch-nigerianische Sängerin Omo Bello tritt als Solistin in Bonn auf. Dort findet die vierte festliche Operngala für die Deutsche Aids-Stiftung statt. Zu hören sind Arien von Mozart, Puccini und Co. Mehr

12.05.2015, 11:56 Uhr | Feuilleton
Weitere Nachrichten ProSiebenSat.1 will angeblich bei Scout24 einsteigen

Zalando wächst auf Kosten des Gewinns, Qualcomm will angeblich Tausende Jobs streichen, der Umsatzschwund bei IBM setzt sich fort und die Tokioter Börse legt zu. Mehr

21.07.2015, 06:41 Uhr | Wirtschaft

Veröffentlicht: 22.02.2013, 08:48 Uhr


Aktienmärkte
Name Kurs Änderung
  F.A.Z.-Index --  --
  Dax --  --
  Dow Jones --  --
  Nikkei --  --
  Hang Seng --  --
  F.A.Z.-Euro-Index --  --
  EuroStoxx 50 --  --
  S&P 500 --  --
  Nasdaq 100 --  --
  M-Dax --  --
  Tec-Dax --  --
  S-Dax --  --
  Dax Future --  --
Wertpapiersuche