30.11.2006 · Mox Telecom versucht sich potentiellen Anlegern als ertrags- und wachstumsstarker Nischenanbieter im Telekommunikationsbereich zu präsentieren. In den vergangenen Jahren gingen jedoch Umsätze und Gewinne zurück und der Cashflow ist negativ.
Die Telekommunikationsbranche hat in Deutschland ihre Reize für Anleger bis auf wenige Ausnahmen aufgrund der Wettbewerbsintensität weitgehend verloren. Trotzdem versuchen neuerdings immer wieder Unternehmen, ihre Aktien am Entry Standard zu plazieren.
Versuchte sich vor wenigen Tagen Eteleon E-Solutions, die Aktie tendiert seit dem Börsengang eindeutig nach unten, so ist nun Mox Telecom an der Reihe. Das Unternehmen bezeichnet sich als „einen der führenden Telekommunikationsanbieter auf dem europäischen Prepaid-Markt mit einem ausgewogenen Portfolio“. Diversifizierung, Orientierung am Kerngeschäft sowie innovatives und nachhaltiges Handeln schafften eine solide Basis für eine nachhaltige Wertschöpfung, heißt es weiter positiv formuliert.
Mox Telecom konzentriert sich auf spezifische Kundengruppen
Das Unternehmen wurde vor acht Jahren gegründet und konzentriert sich seitdem national wie international auf sogenannte „Calling Cards“. Die Idee: Die großen Telekommunikationskonzerne richteten ihre Produkte auf Massenmärkte aus. Das führe zu Nutzergruppen, deren Bedürfnisse nur teilweise oder nicht erreicht würden. Genau diese Marktsegmente wolle Mox Telecom abdecken.
Das Unternehmen kauft bei internationalen Netzbetreibern in großem Stil Minutenkontingente ein und verkauft sie unter Fremdmarken weiter. Die Endkunden sind vornehmlich Menschen mit Migrationshintergrund oder Geschäftskunden mit erhöhtem Bedarf an Mobiltelefonie ins Ausland. Sie können mit den den angebotenen „Calling Cards“ nach Angaben des Unternehmens günstig ins Ausland telefonieren.
Seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1998 und dem Beginn der Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes konnte Mox seine Marktkompetenz unter Beweis stellen und ein beachtliches Wachstum erzielen, heißt es weiter. Der Börsengang und die damit verbundene Kapitalerhöhung soll nun dazu dienen, Akquisitionen und Kooperationen im In- und Ausland zu finanzieren, die Internationalisierung voranzutreiben, das Produktportfolio auszubauen, in neue Technologien zu investieren und nicht zuletzt auch das „Working Capital im Rahmen der Steigerung des Geschäftsvolumens“ zu finanzieren.
Fallender Umsatz, abnehmender Gewinn, negativer Cashflow
Das hört sich zunächst gut an. Allerdings gibt es ein Problem: Die operative Performance der vergangenen Jahre paßt nicht so richtig zu den optimistischen Aussagen des Emissionsprospektes. Mox arbeitet zwar seit sechs Jahren profitabel. Doch beim genaueren Blick auf den Gewinn-, Umsatz- und Margentrend zeigt sich ein wenig überzeugendes Bild: Im Trend fallende Umsätze, Gewinne und in Verbindung mit einem seit zwei Jahren negativen operativen Cashflow deutlich abnehmende Liquiditätsreserven.
Das sollte den Anlegern zu denken geben. Denn auf dieser Basis dürfte sich die Aktie kaum zum Kauf empfehlen. Alleine schon der anhaltend starke Wettbewerb in der Branche, das Vorgehen von Regulierungsbehörden gegen die anhaltende Abzocke der Telekommunikationsunternehmen im internationalen Geschäft und nicht zuletzt auch die zunehmende Durchsetzung der Internettelefonie dürfte zu Erosionserscheinungen an der Geschäftsgrundlage des Unternehmens führen.
Angabe Umsatzentwicklung
Christoph Zwingmann (zwingi)
- 04.12.2006, 10:44 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |