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Börsengänge Immobiliengesellschaft LEG will aufs Parkett

Viele Neulinge an den Aktienmärkten haben sich besser entwickelt als erwartet. Nun plant die Wohnungsgesellschaft LEG ihren Börsengang.

© dpa Vergrößern Eine neue Heimat für Anleger? Wohnanlage der LEG in Remscheid

Angesichts der stark gestiegenen Aktienkurse hat ungewöhnlich früh im Jahr das erste Unternehmen seinen Börsengang in Frankfurt gestartet. Die Wohnimmobiliengesellschaft LEG, die einem Fonds von Goldman Sachs und dem Finanzinvestor Perry gehört, teilte am Montag mit, sie plane den Börsengang für das erste Halbjahr.

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Allerdings muss nach dieser im Fachjargon „Intention-to-float“ genannten Ankündigung der Börsengang innerhalb weniger Wochen erfolgen. Damit läuft es auf einen Börsengang von LEG Ende Februar, auf jeden Fall vor Ostern Ende März hinaus. Auch wenn es die Eigner nicht schaffen sollten, mit Börsengang die Mehrheit an LEG zu verkaufen, sollte es doch auf ein Emissionsvolumen von rund einer Milliarde Euro hinauslaufen.

Hoffnung auf Belebung des Geschäfts

Auch Investmentbanker, die an dem Börsengang nicht federführend beteiligt sind, werteten die Ankündigung von LEG als gutes Zeichen für die Verfassung des Marktes. Joachim von der Goltz, der in der Schweizer Bank UBS für deutsche Aktienneuemissionen zuständig ist, betont jedoch, dass die Anleger stärker als früher jeden Börsengang individuell auf ihre Renditechancen abklopften. „Der alte Begriff des Eisbrechers taugt nicht mehr. Es ist nicht so, dass ein Unternehmen, das durch die Fahrrinne gelangt, die Spur aufs Börsenparkett automatisch frei gemacht hat für Nachzügler.“

Etwas anders sieht dies Ralf Michaelis, bei der Commerzbank für Börsengänge (IPOs) zuständig: „Die erfolgreiche Umsetzung von IPOs zu Anfang des Jahres würde sicherlich das Sentiment für Börsengänge insgesamt unterstützen“, sagt Michaelis und fügt hinzu: „Vor allem ist aber auch eine positive Kursentwickung nach dem Börsengang wichtig, um auch bei den Investoren das Vertrauen zu fördern, in neue Unternehmen zu investieren.“

LEG ist eine der größten Gesellschaften

In den vergangenen Jahren lag der Markt für Börsengänge fast vollständig danieder. 2012 sorgten erst Talanx und Telefonica Deutschland mit ihren IPOs im vierten Quartal für einen versöhnlichen Jahrgang. Während die Unternehmensberatung PWC in diesem Jahr bis zu 14 Aktienneuemissionen in Deutschland für möglich hält, gibt von der Goltz zu bedenken: „Viele internationale Aktienfonds setzen ein Streubesitzvolumen von mindestens 200, besser 500 Millionen Euro voraus.“ Je geringer das zu erwartende Handelsvolumen nach Börsengang, desto attraktiver müssten die Renditeaussichten sein, damit Fonds sich engagierten.

Besser als in der Wahrnehmung vieler Anleger ist die Kursentwicklung vieler Börsenneulinge nach dem IPO. So legten die Aktienkurse von Kabel Deutschland und Brenntag seit ihrem Börsendebüt im März 2010 um 160 Prozent und 100 Prozent zu. Auch Talanx und Telefoncia Deutschland entwickelten sich gut und legten seit Emission um 20 und 12 Prozent zu. Auch die Berliner Wohnimmobiliengesellschaft GSW, die von Goldman Sachs im April 2011 an die Börse gebracht wurde, hat den Anlegern Freude gemacht. Der Kurs ist seither um 65 Prozent geklettert. Obwohl LEG rund 2,5 Mal so groß ist, gilt der Börsengang von GSW als Vorbild. Angesichts des Immobilienbooms in Deutschland im Jahr 2012 haben auch andere Wohnimmobilienaktien deutlich zugelegt, allen voran Deutsche Wohnen, deren Kurs trotz Kapitalerhöhungen um 40 Prozent stieg.

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Die LEG ist 1970 aus dem Zusammenschluss mehrerer öffentlicher Wohnungsunternehmen entstanden. Im Jahre 1987 hatte sie 38.000 Wohnungen von der in den Konkurs gegangenen gewerkschaftlichen „Neuen Heimat“ übernommen. Heute hat die LEG rund 90.000 Wohnungen und gehört damit zu den größten Gesellschaften. Goldman Sachs und Perry hatten LEG im Jahr 2008 für 3,4 Milliarden Euro vom Land Nordrhein-Westfalen gekauft und auch Schulden von damals 2,6 Milliarden Euro übernommen. Entscheidend für eine erfolgreiche Aktienplazierung wird nun sein, ob die Eigentümer neuen Anlegern einen hinreichenden Bewertungsabschlag zum mit 2,4 Milliarden Euro angegebenen Nettoinventarwert zugestehen. Im Jahr 2012 seien einige Börsengänge, darunter Evonik, gescheitert, weil die Kursschwankungen hoch und „sich nicht die Bewertungen am Markt erzielen ließen, die sich Verkäufer und Unternehmen als Ziel gesetzt hatten“, erinnert Michaelis.

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 07.01.2013, 18:38 Uhr


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