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Börsengänge Design Bau schöpft die Zeichnungsspanne aus

21.10.2005 ·  Die kleine Immobilienfirma Design Bau ist mit ihrem Börsengang auf großes Interesse gestoßen. Die Firma konnte die Zeichnungsspanne voll ausschöpfen, die Aktie kommt zu 20 Euro. Sie ist zwar recht günstig, dürfte aber ein marktenger Wert werden.

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Der in der kommenden Woche an die Börse gehende Baudienstleister Design Bau wird seine Aktien zu 20 Euro zuteilen. „Die Emission war mehrfach überzeichnet“, teilte der Börsenkandidat am Freitag mit. Mithin liegt der Ausgabepreis am oberen Ende der von 18 bis 20 Euro gehenden Preisspanne. Private Investoren haben bundeseinheitlich jeweils die Hälfte der bestellten Aktien zugeteilt bekommen.

Die Erstnotiz im Freiverkehr der Frankfurter Börse ist für den 25. Oktober vorgesehen. Das Emissionsvolumen beläuft sich auf 18,6 Millionen Euro. Verkauft worden sind die vorgesehenen 800.000 Scheine aus einer Kapitalerhöhung sowie 130.000 Aktien aus dem Bestand eines Altaktionärs, darunter eine 80.000 Stücke zählende Plazierungsreserve (Greenshoe). Dieselbe Zahl von Aktien ist nach weiteren der Design Bau betreuenden Agentur im Rahmen des Friends & Familiy-Programms an Personen zugeteilt worden, die Design Bau nahestehen.

Vor dem ersten Kurs wird die Design Bau-Aktie beim Börsenmakler Lang & Schwarz zu 20/21 Euro gestellt, nachdem der Briefkurs zu Beginn der Woche noch unter 20 Euro gelegen hatte, es also nicht nach Zeichnungsgewinnen ausgesehen hatte. Nun dürfen aber kurzfristig orientierte Anleger, wie im Falle der im Juni an die Börse gegangenen Frankfurter Immobilienfirma Frimag, darauf hoffen, einen guten Schnitt zu machen.

WestLB rechnet mit stark steigendem Gewinn

Nach der Frimag Frankfurt Immobilien AG und der RCM Beteiligungs AG ist Design Bau das dritte deutsche Unternehmen aus dem Immobiliensektor, das in diesem Jahr den Gang an die Börse wagt (Eingeschlafenes Interesse an Frimag-Aktie plötzlich wieder erwacht). Design Bau strebt eine Notierung im neuen Marktsegment für kleine und mittelständische Firmen, Entry Standard, der Deutschen Börse an. Die Firma bietet maßgeschneiderte Eigenheimlösungen für Familien in sogenannten Speckgürteln nord- und nordostdeutscher Großstädte an und ködert Interessenten mit einem Rabatt.

Der Großteil des Emissionserlöses fließt dem Unternehmen zu. Mit dem Geld will die 1988 gegründete Gesellschaft mit Sitz in Molfsee bei Kiel den Kauf von Grundstücksarealen finanzieren. Design Bau bietet Bauherren Grundstücke, Hauskonzepte und Finanzierungen an und begleitet das Projekt bis zur Schlüsselübergabe. Im Geschäftsjahr 2004/05 (bis Ende Februar) erzielte die Firma bei einem Umsatz von rund 14 Millionen Euro einen operativen Gewinn (Ebit) von 2,5 Millionen Euro.

Der Jahresüberschuß lag bei 1,53 Millionen Euro und soll, nach einer durch die Börsengangkosten verursachten Delle im laufenden Geschäftsjahr, 2006/07 auf 3,8 Millionen Euro und im Jahr danach sogar auf 5,36 Millionen Euro steigen. Dies geht aus einer Studie der WestLB hervor, die den Börsengang begleitet. Dabei wird die Ergebnisprognose noch als konservativ bezeichnet. „Unseres Erachtens ist der Track-Record von 1700 verkauften Einheiten, das heißt Grundstück oder Eigenheim, ein starker Nachweis für die Tragfähigkeit des Modells“, das Design Bau verfolgt.

Aktie mit geschätztem KGV von 12,6

Gemessen an der Ergebnisschätzung der WestLB bezahlen Investoren beim Börsengang das 12,6fache des für 2006/07 angenommenen Jahresgewinns. Zum Vergleich: Im Falle der Frimag war es das 13,5fache für den geschätzten Profit, den das Unternehmen im nächsten Jahr erwirtschaften soll. Insofern im weiteren Vergleich mit anderen Immobiliengesellschaften mutet Design Bau recht günstig an.

Allerdings dürfte die Freiverkehrsnotiz angesichts der kleinen Menge von Aktien ein marktenger Wert werden; dies lehrt das Beispiel Frimag. Aktionäre, die keine Zeichnungsgewinne mitnehmen, müssen mit einem rasch nachlassenden Interesse bei Investoren und einem in den nächsten Wochen sinkenden Kurs rechnen. Anders gesagt: Wer nicht im gewünschten Maße zum Zug gekommen ist, muß sich nicht ärgern.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @thwi mit Reuters
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