17.10.2005 · Die Welle der Neuzugänge im Freiverkehr rollt. Mit Design Bau buhlt nun nach Frimag ein weiterer Immobilienwert um Anleger. Gemessen an der Gewinnprognose von Analysten kommt Design Bau günstig auf den Markt.
Die Welle der Neuzugänge im Freiverkehr rollt. Mit Design Bau buhlt nun nach Frimag ein weiterer Immobilienwert um Anleger. Seit diesem Montag können die Aktien gezeichnet werden - und zwar zum Preis von 18 Euro bis 20 Euro. Dies hat das Unternehmen, das in das neue Börsensegment Entry Standard strebt (Deutsche Börse schafft „Entry Standard“ für Mittelständler), am Freitag und mithin etwas spät bekanntgegeben. Die Zeichnungsfrist endet am 20. Oktober, fünf Tage darauf sollte die Aktie erstmals notieren.
Zur Zeichnung stehen insgesamt 930.000 Aktien einschließlich einer bei übergroßer Nachfrage zu aktivierenden Mehrzuteilungsreserve (Greenshoe) zur Verfügung. Bis zu 800.000 Anteilsscheine stammen aus einer Kapitalerhöhung, 50.000 Stücke aus dem Bestand des Altaktionärs Werner Mattner. Aus dessen Portfolio würde auch der Greenshoe von 80.000 Aktien bedient.
Gütesiegel der Schutzgemeinschaft
Design Bau wird von der WestLB begleitet - und ist mithin der erste Freiverkehrstitel, die das Düsseldorfer Institut beim Börsengang betreut, wie die vom Unternehmen beauftragte Kommunikationsagentur mitgeteilt hat. Der Freiverkehrskandidat kann sich wie schon die Frimag mit dem Gütesiegel der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger für Börsengänge schmücken. Und anders als bei HCI Capital wollen die Altaktionäre nicht zuvörderst Kasse machen; dies wird in der Haltefrist von 24 Monaten deutlich - eine wesentliche Voraussetzung für das Gütesiegel. Solange dürfen die Altaktionäre keine Anteilsscheine aus ihrem bisherigen, 1,6 Millionen Stücke zählenden Bestand verkaufen.
Um Forderungen nach Transpararenz zu erfüllen, will die Design Bau außer einem Jahresabschluß auch einen Halbjahresbericht vorlegen. Quartalsberichte sind im Entry Standard dagegen nicht vorgesehen. Darüber hinaus müssen Unternehmen im Entry Standard wesentliche Unternehmensnachrichten oder Tatsachen, die den Börsenpreis beeinflussen können, unverzüglich auf der eigenen Website veröffentlichen.
Bis zu 16 Millionen Euro fließen Firma zu
Die Design Bau wird gemessen an der Zeichnungsspanne zwischen 14,4 Millionen Euro und 16 Millionen Euro aus dem Börsengang erlösen. Zum Vergleich: Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2004/05 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 13,96 Millionen Euro bei einem Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 2,52 Millionen Euro, was einer Ebit-Marge von gut 18 Prozent entspricht. Die Frimag kam zuletzt auf 16,6 Prozent. Der jüngste Jahresüberschuß soll bei knapp 1,6 Millionen Euro gelegen haben. Nach 140 Einheiten im Jahr 2002 und 190 im Jahr darauf hat die Firma von März 2004 bis Ende Februar 2005 insgesamt 156 Objekte an den Mann gebracht. Der Cashflow schwoll von 19.500 Euro auf zuletzt 1,665 Millionen Euro an.
Das Geschäftsmodell beschreibt die Kommunikationsagentur wie folgt: „Die Design Bau ist ein Full-Service Anbieter im Eigenheimbau. Das Unternehmen kann auf die erfolgreiche Realisierung zahlreicher Bauvorhaben verweisen. So hat die Design Bau bereits mehr als 1.000 Kunden Einzel-, Doppel- oder Reihenhäuser oder Grundstücke verkauft. Vorwiegend jungen Familien wird in Speckgürteln deutscher Großstädte mit hervorragender Infrastruktur wie Berlin, Schwerin, Lübeck und Hamburg eine Komplettlösung angeboten. Die Design Bau AG kauft und entwickelt Grundstücke, bietet paßgenaue modulare Hauskonzepte in Massivbauweise an und vermittelt über externe Partner eine individuelle Finanzierungslösung.“
Rabatt für Bauherren
Ein ungewöhnlich anmutender Teil des Geschäftsmodells ist ein Rabatt zugunsten der Bauherren: „Durch ein firmeneigenes Förderprogramm erhalten Familien mit zwei Kindern zum Beispiel eine Eigenkapitalhilfe von bis zu 20.000 Euro, die den Stein zur Finanzierung für viele erst ins Rollen bringt.“ Die Kombination dieser Kernkompetenzen sei Alleinstellungsmerkmal des 1988 gegründeten Unternehmens, das von den Brüdern Werner und Joachim Mattner geleitet wird. Eine gute regionale Vernetzung vor allem zu Kommunen stelle den Schlüssel für preiswerten Baulanderwerb und die Erlangung von Baurechten dar. Durch zügigen Abverkauf - durchschnittlich 2,5 Jahre für ein Baugebiet - liege das durchschnittlich gebundene Kapital nur bei rund 50 Prozent der Bruttoinvestitionen.
„Allein aus dem Abverkauf der per heute vertraglich gesicherten Grundstücke inklusive Ausbauhäuser erwartet Design Bau über die nächsten drei Jahre einen Beitrag zum Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in Höhe von insgesamt 15 Millionen Euro mit Schwerpunkt im Geschäftsjahr 2007/2008“, so die Agentur. Und: Die Pipeline der Firma ist offenbar gut gefüllt. Wie zu hören ist, soll ein unbestimmter Teil des Erlöses aus dem Börsengang alsbald investiert werden: in den Neuerwerb, die Entwicklung und den Verkauf von Grundstücken.
Keine Analysten-Studie vor dem Börsengang greifbar
Das Mißliche: Vor dem Börsengang ist keine Analysten-Studie zur Design Bau erhältlich. Obwohl es eine solche gibt. Dem Vernehmen nach ist in dieser Studie davon die Rede, daß Design Bau im Geschäftsjahr 2006/07 einen Umsatz von 31 Millionen Euro und einen Jahresüberschuß von 3,8 Millionen Euro erzielen könne.
Gemessen an diesen Leitzahlen und der Zeichnungsspanne kommt das Unternehmen auf eine Kurs-Gewinn-Verhältnis von 11,25 bis 12,5 - und ist damit moderat bewertet. Aus dem jüngsten Jahresgewinn errechnet sich noch ein KGV von etwa 30. Diese Zahlen spiegeln also erhebliche Wachstumsphantasie wider. Anders als bei der Frimag ist von einer Dividendenzahlung allerdings nicht ausdrücklich die Rede. Dabei könnte eine Ausschüttung ein wichtiger Lockstoff sein, um Anleger für die Aktie zu interessieren. Denn mit nur 930.000 Stücken dürfte Design Bau ein marktenger Wert werden mit einer überschaubaren Zahl von Umsätzen mit Anteilsscheine, wenn sich die mehr oder weniger ausgeprägte Aufmerksamkeit um den Börsengang gelegt hat. So ist es der Frimag ergangen, von der eine Million Aktie ausgegeben worden sind.
Vorbörslich werden die Aktie der Design Bau beim Wertpapierhandelshaus Lang & Schwarz zu 19 Euro/20 Euro (Brief) gestellt, bei abwärts zeigender Tendenz. Damit liegt die Aktie mitten in der Zeichnungsspanne. Oder anders gesagt: Auf größere Zeichnungsgewinne zu wetten, erscheint bei diesem Titel riskant zu sein.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |