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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Börsengänge Beteiligungsgesellschaften drängen an die Wall Street

 ·  Das große Private-Equity-Haus Carlyle steht kurz vorm Börsengang. Die Aussichten an der Börse sind zuletzt allerdings wieder unsicherer geworden.

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© dapd New York: Unsichere Aussichten für Private-Equity-Gesellschaften

Die große amerikanische Beteiligungsgesellschaft Carlyle Group steht kurz vor ihrem Börsengang. Nach Angaben amerikanischer Medien will die Gesellschaft möglicherweise schon in der kommenden Woche mit der Vermarktung ihrer Aktien bei Investoren beginnen. Geplant scheint der Termin für den Börsengang damit für Anfang Mai. Carlyle will 10 Prozent der Aktien im Wert von 750 Millionen bis 800 Millionen Dollar emittieren. Damit käme die Gesellschaft auf einen Börsenwert von bis zu 8 Milliarden Dollar. Konkurrent Blackstone, der 2007 noch kurz vor der Finanzkrise in einer Hochphase der Private-Equity-Branche an der Wall Street debütierte, kommt aktuell auf eine Marktkapitalisierung von rund 18 Milliarden Dollar.

Die Aussichten für Private-Equity-Gesellschaften an der Börse sind nach einem kräftigen Kursaufschwung auf den Märkten im ersten Quartal zuletzt allerdings wieder unsicherer geworden. In dieser Woche traf die auf Ramschkredite spezialisierte Gesellschaft Oaktree Capital auf nur verhaltendes Interesse von Anlegern. Der Aktienkurs von Oaktree fiel am Donnerstag, dem ersten Handelstag der Gesellschaft an der New Yorker Börse Nyse, um 1,4 Prozent. Zuvor hatte Oaktree schon Zugeständnisse beim Emissionsvolumen gemacht. Oaktree wollte zunächst 11,3 Millionen Anteilsscheine für bis zu 46 Dollar je Aktie plazieren.

Kursschwankungen haben zugenommen

Am Ende brachte Oaktree aber nur 8,8 Millionen Aktien zu einem Ausgabepreis von 43 Dollar unter. Damit belief sich das Volumen der Emission auf 380 Millionen Dollar, rund die Hälfte der von Carlyle avisierten Größenordnung. Oaktree galt an der Wall Street als Testfall für das Interesse von Investoren für Carlyle und andere Börsenkandidaten. „Wenn die Stimmung am Markt nicht ganz auf der Höhe ist und die Transaktion danebengeht, werden andere Emissionen in der Branche neu bewertet werden“, sagte David Menlow, der Präsident der Analysegesellschaft IPO Financial, vor dem Börsengang von Oaktree.

Die Schwankungen der Aktienkurse haben zuletzt wieder zugenommen, was in der Regel für gedämpftes Geschäft mit Börsengängen sorgt. Dazu war der breitgefasste Aktienmarktindex S&P 500 fünf Handelstage in Folge gefallen. Auslöser waren wieder aufgeflammte Sorgen wegen der Schuldenkrise in Europa und des amerikanischen Wirtschaftswachstums.

Insgesamt präsentiert sich der Markt für Börsengänge an der Wall Street gemischt. Zwar haben in diesem Jahr bereits 47 Unternehmen an der Börse debütiert. Nach Angaben der Analysegesellschaft Renaissance Capital ist das ein Anstieg um 17,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings ist das Volumen der Emissionen um 53,5 Prozent auf 7,5 Milliarden Dollar zurückgegangen. Diese Statistiken dürften sich allerdings verschieben, wenn das große soziale Netzwerk Facebook wie geplant im Mai an die Börse gehen wird. Das Emissionsvolumen dieses Unternehmens wird allein auf 10 Milliarden Dollar geschätzt.

Zu gut gewählten Zeitpunkten von Unternehmen getrennt

Trotz der schwachen Vorstellung von Oaktree haben sich bereits börsennotierte Beteiliungsgesellschaften in diesem Jahr respektabel geschlagen. Der Aktienkurs von KKR ist um mehr als 12 Prozent geklettert. Die Titel von Blackstone haben knapp 6 Prozent zugelegt. Zum Vergleich: Der S&P 500 liegt mit mehr als 10 Prozent im Plus. Carlyle hat im vergangenen Jahr geschäftlich besser abgeschnitten als viele seiner Konkurrenten. Carlyle hat die Summe des verwalteten Vermögens von 107 Milliarden Dollar auf rund 148 Milliarden Dollar gesteigert und 2011 rund 8,2 Milliarden Dollar in neue Beteiligungen investiert.

Beteiligungsgesellschaften wie Carlyle sammeln Geld von Investoren ein, zu denen große Pensionskassen, Stiftungsfonds von Universitäten oder vermögende Privatanleger gehören. Mit diesem Eigenkapital und Krediten kaufen sie Unternehmen oder Anteile daran. Diese Unternehmen werden nach einer gewissen Haltezeit und einer Umstrukturierung weiterverkauft oder an die Börse gebracht. Carlyle hat sich 2011 zu gut gewählten Zeitpunkten von Unternehmen getrennt.

So ist im Februar 2011 der Pipeline-Hersteller Kinder Morgan an die New Yorker Börse gegangen. Kinder Morgan war die bislang größte Erstemission eines Unternehmens in den Vereinigten Staaten, hinter dem Beteiligungsgesellschaften standen. Im Juli veräußerte Carlyle seine Beteiligung an der Kaffee- und Donutkette Dunkin’ Brands mit einem Börsengang an der Nasdaq, kurz bevor die Aktienkurse wegen einer verfahrenen Debatte um den Staatshaushalt in Washington und der Krise in Europa abstürzten und für große Zurückhaltung der Investoren sorgten.

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Jahrgang 1965, Finanzmarktkorrespondent in New York.

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