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Börsengänge 2007 Bessere Resultate im Entry Standard

28.09.2007 ·  Das Geschäft mit Börsengängen läuft langsam wieder an. Doch im laufenden Jahr hatten die Anleger an neuen Aktien bisher wenig Freude - und zwar noch weniger im Prime, als im Entry Standard. Angesichts schwacher Märkte wird das Bild indes etwas versöhnlicher.

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Kaum ist die Angst vor der Finanzkrise abgeklungen, schon melden sich wieder die ersten Börsenkandidaten zurück. Besonders der Entry Standard ist dabei als Segment äußerst gefragt, während das jüngste IPO im Amtlichen Handel mit der Neuemission der Aktien des Autozulieferers SAF-Holland Ende Juli doch bereits eine Weile zurückliegt.

Erst mit dem geplanten Börsengang der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) im November, mit dem die Stadt Hamburg 30 Prozent des Kapitals plazieren will, dürfte die Dürrezeit ein Ende finden - falls sich nicht noch ein Überraschungskandidat findet. Das ist insofern bemerkenswert, als es zwischen März und Juli im Amtlichen Handel im Schnitt vier Börsengänge pro Monat gab.

Twintec an der Spitze

Auch im Entry Standard herrschte im Juli und August Sommerpause. Im September wagten sich jedoch der Holzverarbeiter Delignit (Börsengang von Delignit gibt MBB-Aktie Impulse) und der Umweltdienstleister Envio auf das Parkett.

Börsengänge 2007: Bessere Resultate im Entry Standard

Insgesamt haben sich die 15 Börsengänge des laufenden Jahres im Entry Standard recht unterschiedlich geschlagen. Während sich der Kurs des Rußpartikelherstellers Twintec sich gegenüber dem Emissionspreis vom März mehr als verdoppelt hat, ist der des Anbieters von Bluetooth-Produkten für Anycom seit Januar um fast 70 Prozent abgesackt. Nur vier Aktienkurse notieren über den Emissionspreisen.

Nur wenig besser schlugen sich die Neulinge, wenn es um den Vergleich mit den ersten Kursen geht. Hier gelang immerhin fünf das Kunststück zuzulegen, wobei man bei Delignit, die erst seit Mittwoch notiert sind, dies wohl etwas relativieren muss.

Zu hohe Erwartungen?

Im allgemeinen zeigt sich, dass die Erwartungen an die Kursentwicklung tendenziell etwas größer waren als die Preiserwartungen der Unternehmen. Denn die Kursverluste gegenüber dem ersten Preis sind in aller Regel höher als gegenüber den Emissionspreisen und die Kursgewinne niedriger. Einzige Ausnahme ist die Varengold Wertpapierhandelsbank, deren Kurs gegenüber dem Emissionspreis um 45,2 und gegenüber dem ersten Kurs am 20. März um 43,85 Prozent nachgegeben hat.

Generell lässt sich auch konstatieren, dass sich große Volumina besser geschlagen haben, allen voran wiederum Twintec, deren Plazierung mit rund 25 Millionen Euro die zweitgrößte nach der des Dämmstoffhersteller Steico war, der mit einem Plazierungsvolumen von 73,5 Millionen Euro im Juni fast 40 Prozent des bisher emittierten Volumens in diesem Jahr auf sich vereinigt. Immerhin hat sich auch die Steico-Aktie recht gut geschlagen und gegenüber dem Emissionspreis 6,5 und dem ersten Preis 3,5 Prozent zugelegt.

Kaum Kursgewinner im Prime Standard

Zwar liefen kleine Emissionen im großen und ganzen schlechter, eine Regel ist dies aber nicht. Der Kassensystemhersteller Vectron etwa brachte im März lediglich ein Volumen von 5,5 Millionen Euro an den Markt, der Aktienkurs legte aber seither um mehr als 60 Prozent zu.

Noch erfolgloser waren die 21 Börsenneulinge des Prime Standard. Lediglich drei Aktien - das ist gerade einmal jede siebte - notiert gegenüber ihrem Ausgabepreis im Plus und nur eine aktuell über ihrem Erstkurs.

Dabei handelt es sich um Vita 34, die in der Stammzellenforschung tätig sind und mit einem Plazierungsvolumen von neun Millionen Euro im März das mit Abstand geringste Volumen auf das Parkett brachte. Indes sind die 0,33 Prozent, die die Aktie über ihrem Ausgabepreis von 15 Euro notiert, nicht grade ein üppiger Kursgewinn. Gegenüber dem ersten Preis sind es immerhin 4,51 Prozent.

Geradezu ein Desaster waren dagegen die Börsengänge der Telekommunikationsgesellschaft Versatel (April), des Brennstoffzellenbauers SFC Smart Fuel Cells (Mai) und des Biogas-Anlagenbauers Envitec (Juli). Deren Aktienkurse liegen um 47 bis 62 Prozent unter den ursprünglichen Preisen der Papiere. Das ist im Entry Standard lediglich Anycom und Varengold widerfahren.

Versöhnlicheres Bild in Relation zum Markt

Etwas versöhnlicher wird das Bild für manchen Wert, wenn man die volatile und zumeist negative Marktentwicklung des laufenden Jahres berücksichtigt. Demnach hat sich immerhin die Hälfte der Emissionen im Entry Standard gegenüber dem Kursindex behaupten können, wohingegen es im Prime Standard immerhin jedem dritten Unternehmen gelungen ist.

Interessanterweise hat sich Vita 34 demnach schlechter entwickelt als der TecDax, während Gerresheimer sich angesichts eines schwachen SDax als einer der Werte mit der besten relativen Entwicklung zeigt. Das liegt nicht zuletzt aber daran, dass sich der TecDax positiv entwickelt hat, während die Nebenwerte-Indizes nachgaben.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @mho
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