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Börsen Aktie der Hong Kong Exchanges geht durch die Decke

31.08.2007 ·  Es gibt Unternehmen, die profitieren von den Turbulenzen an den Finanzmärkten. Dazu zählen unter anderen Börsenbetreiber, zum Beispiel die Hong Kong Exchanges & Clearing Limited in Hongkong. Der China-Hype kommt dazu.

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Es gibt Unternehmen, die profitieren nicht nur vom allgemeinen Wirtschaftswachstum und der dadurch ausgelösten Hausse an den Finanzmärkten, sondern auch von Turbulenzen der vergangenen Wochen. Dazu zählen unter anderen Börsenbetreiber, zum Beispiel die Hong Kong Exchanges & Clearing Limited in Hongkong.

Das Unternehmen konnte in den vergangenen Jahren massive Umsatz- und Gewinnzuwächse verbuchen. Alleine im vergangenen Geschäftsjahr legte der Umsatz im Vergleich zur Vorjahresperiode um 63 Prozent auf 4,59 Milliarden Dollar in Landeswährung zu, der Gewinn je Aktie konnte sogar um 88 Prozent auf 1,37 Dollar in lokaler Währung gesteigert werden.

Starkes Umsatz- und Gewinnwachstum

Diese Entwicklung setzte sich in der ersten Hälfte des laufenden Jahres mit beinahe noch größerer Dynamik fort. Das durchschnittliche Handelsvolumen pro Tag legte im Vergleich mit den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres um 93 Prozent auf 59,2 Milliarden Dollar zu, das operative Ergebnis um 92 Prozent auf 2,49 Milliarden Dollar und der Nettogewinn um 124 Prozent auf 1,22 Milliarden Dollar oder um 126 Prozent auf 2,16 Dollar je Aktie auf verwässerter Basis. Auf dieser Basis schlägt das Management eine Zwischendividende von 1,79 Dollar je Aktie vor, das entspricht einer Ausschüttungsquote von 82 Prozent.

Auch die weitern Aussichten des Unternehmens sind gegenwärtig außerordentlich positiv. Das liegt nicht nur am Umfeld, das sich einerseits durch das robuste Wirtschaftswachstum in der Region, durch eine hohen Anzahl von Börsengängen und durch die Einführung von neuen Handelsprodukten kennzeichnet, sondern gleichzeitig wird das Interesse ausländischer Anleger an dem Markt immer größer.

Dazu kamen in jüngster Zeit auch Veränderungen wirtschaftspolitischer Natur. Konnten chinesische Anleger bisher nur an den Binnenbörsen das Landes Wertpapiere erwerben, so dürfen sie sich inzwischen auch auf die Papiere in Hongkong zugreifen. Das treibt die Kurse und damit das Handelsvolumen an der Börse in Hongkong weiter nach oben. Denn aufgrund der Handelsbilanzüberschüsse Chinas in Verbindung mit einer relativ unflexiblen Währung bläht sich die Liquidität in China stark auf. Da gleichzeitig die Nominalzinsen vergleichsweise tief und die Preise an den Gütermärkten in weiten Teilen administriert sind, bleiben als „Inflationsventile“ der Immobilienmarkt und die Börsen.

Geschäft der Hong Kong Exchanges & Clearing Limited dürfte vorerst dynamisch bleiben

Dies Konstellation hat dazu geführt, dass die Aktien an den chinesischen Binnenmärkten unabhängig von der operativen Qualität der Unternehmen nach oben gelaufen und inzwischen längst massiv überbewertet sind. Ähnliches dürfte nun auch in Hongkong passieren können, auch wenn die fundamentale Qualität der dort gelisteten Unternehmen oft besser ist.

Aus diesem Grund dürfte das Geschäft der Hong Kong Exchanges & Clearing Limited dynamisch weiter wachsen können. So kann es kaum verwundern, dass sich die Aktie des Unternehmens in einem Aufwärtstrend befindet und in den vergangenen Monaten massive Kursgewinne verbuchen konnte. Seit ihrem Tief bei 7,90 Dollar in Landeswährung am 24. April des Jahres 2003 hat die Aktie inzwischen 1.700 Prozent zugelegt, alleine am Freitag verbuchte sie ein Plus von 4,5 Prozent auf ein Allzeithoch von zuletzt 143,50 Dollar. Weitere Kursgewinne sind hoch wahrscheinlich, auch wenn die Aktie mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 36,3 und 33,4 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr sehr teuer aussieht.

Wenn jedoch eine hohe Bewertung gerechtfertigt sein mag, dann bei der Aktie eines Unternehmens, das so deutlich wachsen kann wie dieses. Trotzdem sind Absicherungsstrategien unbedingt zu empfehlen. Denn die Entwicklung beruht insgesamt auf ungesunden Fundamenten - Handelsungleichgewichten und manipulierten Währungsmärkten. Sollten sie zu Friktionen führen - zum Beispiel in Folge zunehmenden Protektionismus in den Vereinigten Staaten und in Europa - so dürften die Börsen der Region einen schweren Stand haben.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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