20.01.2009 · Ein Gasfeld von 88 Milliarden Kubikmeter Größe wurde vor der Küste Israels gefunden. Dies könnte das Land unabhängiger von Energie-Importen machen. Die Aktienkurse der beteiligten Unternehmen steigen kräftig.
Ein spektakulärer Fund vor der israelischen Küste bewegt derzeit die Kurse einiger Rohstoff-Aktien. Wenige Kilometer vor der Hafenstadt Haifa wurde im Mittelmeer ein Erdgasfeld entdeckt, das in den nächsten 20 Jahren gut 40 Prozent des jährlichen Gasbedarfs von Israel decken könnte.
Der Fund des Gasfelds, das den Namen „Tamar“ trägt, ist auch deshalb so bedeutend, weil Israel im Gegensatz zu seinen arabischen Nachbarstaaten als einziges Land im Nahen Osten über nahezu keine eigenen Rohstoffvorkommen verfügt. Das Analysehaus Clal Finance Brokerage schätzte den Wert des Funds auf 2,2 Milliarden Dollar. Allerdings dürfte dies eine erste grobe Schätzung sein, die noch nicht allzu zuverlässig ausfällt.
Notierung kräftig gestiegen
Dieser Fund hat beispielsweise den Aktienkurs der israelischen Gesellschaft Isramco (Isin: US4651414066) kräftig steigen lassen. Die Notierung stieg an der amerikanischen Technologiebörse Nasdaq zuletzt um 21,4 Prozent auf 34 Dollar. Im Frankfurter Aktienhandel wurde der Titel am Montag mit 22,81 Euro bewertet.
Von dem Gasfund profitierte vor allem die Aktie von Delek Drilling LP, eine Gesellschaft des israelischen Milliardärs Yitzhak Tshuva, der seine Aktivitäten vor allem in der Delek Group Ltd. gebündelt hat. Am Montag waren die amerikanischen Aktienmärkte wegen eines Feiertags geschlossen. Doch an der Börse Tel Aviv verteuerte sich die Aktie von Delek Drilling LP (Isin: IL0004750209).
Am Montag schloss die Aktie um 2,1 Prozent höher bei 3,22 Schekel und damit auf dem höchsten Stand seit acht Jahren. Der Aktienkurs von Delek Drilling stieg an der Börse Tel Aviv allein in diesem Jahr schon um 78 Prozent.
Auch die Aktie der Muttergesellschaft Delek Group Ltd. profitierte von dem Gasfund. Nachdem die Aktie in den vergangenen zwölf Monaten 68 Prozent an Wert verlor, verdoppelte sich der Kurs im laufenden Jahr. Der Kurs der Delek Group (Isin: IL0010841281) erhöhte sich um 4,3 Prozent auf 267 Schekel.
88 Milliarden Kubikmeter in 5000 Meter Tiefe
An dem Projekt sind neben Delek das amerikanische Gasunternehmen Noble Energy und die israelischen Gesellschaft Isramco, Avner Oil Exploration und Dor Gas Exploration beteiligt. 88 Milliarden Kubikmeter befinden sich in 5000 Meter Tiefe, teilte das amerikanische Gasunternehmen Noble Energy mit, das an der Exploration beteiligt ist.
Wenn sich in den kommenden Wochen und Monaten diese Angaben bestätigen, wäre dies sehr bedeutend für Israels Gaswirtschaft, sagte Amit Mor, Chef der Analysefirma Eco Energy Financial and Strategic Consulting, laut Nachrichtenagentur Bloomberg. Bisher wird Israels Gasversorgung durch ein 20-Jahres-Abkommen mit Ägypten sicher gestellt. Bisher hat Israel nur ein Gasfeld im Mittelmeer vor der Stadt Aschkelon.
Schwieriger Einstieg für Aktienanleger
Allerdings wird es für Aktienanleger relative schwierig, sich an diesem Fund zu beteiligen. Die meisten dieser Unternehmen werden von nur wenigen Analysten regelmäßig beobachtet und die Aktien größtenteils an ausländischen Börsen gehandelt, wogegen das Volumen an deutschen Handelsplätzen in der Regel sehr gering ist. Dadurch dürfte es diesen Aktien für deutsche Privatanleger an Sichtbarkeit mangeln.
Dennoch bieten sich hier interessante Anlagechancen. Das Analysehaus Clal Finance Brokerage beispielsweise hob seine Empfehlung für Delek Energy von „Marktdurchschnitt“ auf „Überdurchschnittlich“ an und das Kursziel von 245 Schekel auf 292 Schekel.
Aktienempfehlungen mit Seltenheitswert
Psagot Investment House erhöhte das Anlageurteil für die Delek Group von „überdurchschnittlich“ auf „kaufen“ und das Kursziel von 287,50 Schekel auf 457 Schekel. Dies entspricht einer Erhöhung um knapp 60 Prozent. Dass ein Analyst sein Kursziel für eine Aktie so kräftig anhebt, hat in diesen rauen Börsenzeiten Seltenheitswert.
Die Börse Tel Aviv hat sich trotz der kriegerischen Auseinandersetzungen im Gaza-Streifen relativ stabil gezeigt. Der Leitindex TA 25 schwankte in den vergangenen vier Wochen zwischen 626 und 703 Punkten. Am Montag schloss er um 1,3 Prozent leichter beim Stand von 669 Punkten.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |