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Veröffentlicht: 18.05.2017, 10:52 Uhr

„Trexit“ Warum die Börse nun Trump-Sorgen bekommt

Die Wirren um die Zukunft des amerikanischen Präsidenten erreichen die Finanzmärkte. Wieso eigentlich? Hier kommt eine Übersicht über die Gründe.

von
© dpa Ist Donald Trump ein Luftikus?

Was wird aus Donald Trump? Die Spekulationen schießen ins Kraut. In Washington fällt mittlerweile sogar das Wort „Impeachment“, Vergleiche mit dem Watergate-Skandal machen längst die Runde - sie erinnern an den amerikanischen Präsidenten Richard Nixon, der seiner Amtsenthebung nur deswegen entging, weil er zuvor zurücktrat.

Alexander     Armbruster Folgen:

Nun hat die Diskussion offenkundig die Finanzmärkte erreicht, Bankanalysten und Fondsmanager reden darüber. Schon sprechen manche vom „Trexit“ und meinen damit den Auszug des erst seit Januar amtierenden Präsidenten aus dem Weißen Haus. Sie fragen sich, was das bedeuten würde. Naturgemäß nicht mit Blick auf das politische Klima in den Vereinigten Staaten, sondern für die Unternehmen und ihre Geschäfte in der größten Volkswirtschaft der Welt.

Am Mittwoch sind die Aktienkurse an der Wall Street um 1,8 Prozent gefallen (gemessen am Aktienindex S&P 500) - für sich genommen keine besonders große oder problematische Bewegung, aber immerhin der höchste Tagesverlust seit dem Wahlsieg des früheren Immobilienunternehmers.

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Aber was hat die Frage, ob Trump seines Amtes enthoben wird oder nicht eigentlich mit den Aktienkursen an der Börse zu tun? Die Geschäfte der amerikanischen Unternehmen hängen ja nun nicht davon ab, ob Trumps Wahlkampfteam Kontakte zu Russland pflegte und auch nicht, ob er den Chef der Bundespolizei FBI nun entlässt oder nicht.

Die Verbindung ergibt sich nicht durch die Person des Präsidenten, sondern durch das mit ihm verbundene Programm. Und da könnte tatsächlich einiges ins Rutschen geraten. Trump hatte im Wahlkampf und nach seinem Wahlsieg viel versprochen: Die größte Steuerreform seit Ronald Reagan, das größte Infrastrukturprogramm seit der „großen Depression“ in den dreißiger Jahren, eine umfangreiche Deregulierung mit besonderem Fokus auf die Finanzbranche und die Energieunternehmen, eine Gesundheitsreform und die grundlegende Neuverhandlung bestehender Handelsabkommen. Eine ganze Menge, Maßnahmen, die in der Summe eine enorme wirtschaftliche Wucht entfalten - wenn sie denn tatsächlich kämen.

Die Börsianer haben, wie das häufig ihre Art ist, infolge von Trumps Wahlsieg dem Republikaner erst einmal einen Vertrauensvorschuss spendiert: Der Dollar wertete auf, die langfristige Verzinsung amerikanischer Staatsschuldtitel stieg, die Aktienkurse legten zu, besonders die von Finanzwerten. Die Führung der mächtigen amerikanische Notenbank Federal  Reserve erhöhte die Leitzinsen gleich zwei Mal und änderte ihre Wortwahl dahingehend, dass sie die Geldpolitik umso schneller straffen könnte, je expansiver Trump und die republikanische Mehheit in beiden Kammern des Kongresses die Finanzpolitik ausrichten.

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Die ersten Amtsmonate haben bereits Zweifel geschürt, dass Trump sein Programm wird durchziehen können. Nun haben sie zugenommen - ein Präsident, der mehr Kraft und Zeit aufwenden muss, um sich überhaupt im Amt zu halten, hat mutmaßlich weniger übrig für sein Wirtschaftsprogramm, so geht das Argument an der Wall Street.

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