Was ist Hochfrequenzhandel?
Eine allgemeingültige Definition gibt es nicht. Börsenhandel ist häufig schnell, ab wann er aber hochfrequent ist, ist nicht definiert. Hochfrequenzhändler werden daher an typischen Verhaltensweisen identifiziert. Für sie ist Geschwindigkeit ein zentraler Wettbewerbsfaktor. Sie handeln meist nur innerhalb eines Tages und halten am Ende eines Handelstages keine Positionen mehr. Ihr Handeln basiert auf Computeralgorithmen, und sie handeln meist kleinere Positionen, die sie nur wenige Sekunden oder Minuten halten.
Welche Bedeutung hat der Hochfrequenzhandel?
In Deutschland werden 40 Prozent der Handelsaktivitäten nach diesem Muster getätigt, in Amerika mehr als 60 Prozent.
Wer betreibt Hochfrequenzhandel?
Jede größere Bank und einige auf Hochfrequenzhandel spezialisierte Anbieter.
Sind die Hochfrequenzhändler den anderen Marktteilnehmern wegen ihrer Schnelligkeit immer einen Schritt voraus und machen deshalb hohe Gewinne?
Es gibt im Markt eine Daumenregel, die besagt, dass ein erfolgreicher Hochfrequenzhändler in 60 Prozent seiner Geschäfte richtig liegt. Es ist also bei weitem nicht so, dass die Hochfrequenzhändler nur Gewinne machen. Wenn allerdings bekannt ist, dass zum Beispiel um 16 Uhr Konjunkturdaten vorgelegt werden, gehören die Hochfrequenzhändler zu den Ersten, die unmittelbar nach 16 Uhr auf die Nachricht reagieren.
Amerikanische Börsen, die von einem millisekundenschnellen elektronischen Handel dominiert werden, machen wegen Computerfehlern weiter negative Schlagzeilen. Der Börsenbetreiber Bats, die Nummer drei der Branche, hat in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass in den vergangenen vier Jahren rund 430.000 Transaktionen zu falschen Kursen ausgeführt wurden. Die Programmierfehler kosteten Händler insgesamt etwa 420.000 Dollar. Zwar ist der finanzielle Schaden überschaubar. Der Schaden für den Ruf der Börse ist dennoch groß, da Kunden den besten an den amerikanischen Aktienmärkten verfügbaren Preis erhalten müssen. Nun ermittelt die Börsenaufsicht SEC. Bats hatte erst im vergangenen März den eigenen Börsengang nach technischen Schwierigkeiten mit einer neuen Software abgesagt. Bats ist nicht die einzige der 13 amerikanischen Börsen, die ihre Computer nicht komplett im Griff hat. In der vergangenen Woche funktionierte die Handelssoftware der kleineren National Stock Exchange fast eine Stunde lang nicht richtig. Der Branchenprimus, die New York Stock Exchange, hatte seit Weihnachten zweimal mit ähnlichen Schwierigkeiten zu kämpfen, die allerdings schneller behoben wurden. An der Nasdaq, der zweitgrößten Aktienbörse, fiel Anfang Januar das Berichtssystem für Aktien eine Viertelstunde lang aus. Nach der Einschätzung von Fachleuten sind die diversen Fehltritte eine Folge des scharfen technologischen Wettbewerbs unter den Börsen, die für die Hochfrequenzhändler attraktiv bleiben müssen. „Das Tempo des Wandels ist so schnell geworden, dass der Prozess der Qualitätssicherung nicht so robust ist, wie er sein sollte“, sagt George Simon, ein erfahrener Wertpapierrechtler bei der Anwaltskanzlei Foley & Lardner. Die strukturellen Schwierigkeiten der Börsen gelten als einer der Gründe für die Zurückhaltung von Privatanlegern am Aktienmarkt.
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