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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Börse Berliner Börse baut Kooperation mit Nasdaq aus

 ·  An der Berliner Börse soll eine neue Handelsplattform „Nasdaq Deutschland“ entstehen. Fraglich, ob Anleger davon profitieren würden.

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Die Deutsche Börse und ihr Marktsegment der Neue Markt bekommen voraussichtlich Konkurrenz. In Kooperation mit der Berliner und Bremer Börse möchte die US-Technologiebörse Nasdaq bereits Anfang nächsten Jahres eine neue Handelsplattform etablieren, an der neben internationalen Standardwerten auch die wichtigsten US-Technologieaktien der Nasdaq gehandelt werden können.

Die drei Großbanken Commerzbank, Dresdner Bank und HypoVereinsbank würden sich nach einem Bericht der „Wirtschaftswoche“ an der neuen Plattform beteiligen. Damit stellen sich die Institute gegen die Deutsche Börse und deren Hauptaktionärin, die Deutsche Bank.

Neues Handelssystem

Nach Errichtung der Handelsplattform ab Anfang neuen Jahres soll in einem zweiten Schritt in Konkurrenz zum Neuen Markt Technologie-Neuemissionen an die Börse gebracht werden. Die Berliner Börse und die Banken wollten den Bericht nicht kommentieren.

Finanzexperten hatten jedoch bereits vor Wochen angedeutet, dass im Rahmen der bereits beschlossenen Kooperation von Berliner Börse und dem Nasdaq-Europa-Ableger weitere „starke Partner“ hinzustoßen würden. Die Kooperation mit der Nasdaq Europa findet sich seit November vergangenen Jahres noch in der Umsetzungsphase. Aufbauend auf dieser Allianz könnte dann zusätzlich die Bremer Börse an der neuen Handelsplattform beteiligt werden.

Künftig sollten die drei Großbanken alle Aufträge in Nasdaq-Werten an die Nasdaq Deutschland leiten. Dafür würden sie an der neuen Börsengesellschaft beteiligt werden und könnten Mitarbeiter in deren Vorstand entsenden. Die neue Börse soll voraussichtlich das Handelssystem der Nasdaq „Supermontage“ bekommen um US-Technologiewerte zu handeln. Das Handelsmodell erlaubt den Banken unter anderem die so genannte Internalisierung, also die interne Abwicklung von Kundenaufträgen. Damit können die Banken an der Spanne zwischen An- und Verkaufskursen (Spread) verdienen.

Konkurrenz für die Deutsche Börse

Den Anlegern sollen Berichten zufolge mindestens die Preise verschiedener internationaler Referenzpreise wie Xetra oder Euronext garantiert werden. Außerdem sei eine Verbindung des Handels mit der amerikanischen Nasdaq denkbar, um einen liquiden Handel zu garantieren. Doch die US-Börsenaufsicht SEC hätte dabei offenbar Bedenken.

Auch die Frankfurter wollen ab September mit einem neuen System, nämlich Xetra Best, den Banken ebenfalls die Internalisierung anbieten. Doch Kritiker bemerkten, dass von dem neuen Börsensystem, das den Banken erlaubt, Aktienorders intern zu verrechnen statt diese an die Börse zu geben, vor allem die Deutsche Bank profitieren würde. Durch eine möglicherweise geringere Liquidität wegen der Vorenthaltung der Orderströme beim Handel, sowie breiterer Spreads könnten Anleger leiden, befürchten Marktteilnehmer.

Dieses Problem könnte mit dem neuen Handelssystem eventuell auch drohen. Doch noch ist fraglich, ob sich ein neues Handelssystem überhaupt durchsetzen würde, da erst noch die Börsenräte und Börsenaufsicht das Projekt billigen müssen. Ebenso könnte eine kolportierte Fusion zwischen der Nasdaq mit der Londoner Börse (LSE) die Pläne durchkreuzen.

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