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Aktualisiert: 29.06.2017, 18:26 Uhr

Abwärtsdruck im Dax Börse auf Talfahrt

Der Dax ist am Donnerstag stark unter Druck geraten und rutschte auf den tiefsten Stand seit April. Ein starker Euro lastete aufgrund von EZB-Spekulationen auf den europäischen Aktienmärkten.

© Reuters Der Dax musste am Donnerstag Federn lassen.

Der Höhenflug des Euro hat die europäischen Aktienmärkte am Donnerstag deutlich ins Minus gedrückt. Spekulationen auf ein Ende der EZB-Geldschwemme trieben die Gemeinschaftswährung auf bis zu 1,1434 Dollar und damit den höchsten Stand seit knapp vierzehn Monaten. Der Dax rutschte daraufhin unter die charttechnisch wichtige Marke von 12.500 Punkten.

Der Leitindex, der zunächst freundlich gestartet war, schloss letztlich mit minus 1,83 Prozent auf 12.416,19 Punkte knapp über seinem kurz zuvor erreichten Tagestief. Er befindet sich damit wieder auf dem tiefsten Stand seit April. Ein Händler bemerkte, dass nach den zuletzt fehlenden Impulsen für eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung nun die andere Richtung ausgetestet werde. Das wäre klassisch in einem vom Sommerloch geprägten Handelsumfeld. Einen Paradigmenwechsel sehe er daher noch nicht.

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Der M-Dax, in dem mittelgroße Unternehmen versammelt sind, fiel am Donnerstag um 1,59 Prozent auf 24.431,27 Zähler. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 2,15 Prozent auf 2173,22 Punkte nach unten. Europaweit sahen die Verluste ähnlich aus: Der Leitindex der Eurozone, der EuroStoxx 50, fiel zuletzt um 1,47 Prozent auf 3483,89 Zähler. Auch in Amerika drehte der Leitindex Dow Jones Industrial - wenngleich nur moderat - in die Verlustzone. 

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„Für Deutschland als Exportnation ist eine starke Währung ein Nachteil",  erläuterte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader die Dax-Verluste. Am Devisenmarkt hallte die Rede Mario Draghis vom Dienstag nach: Der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) hatte sich darin optimistisch zu den Konjunkturaussichten geäußert. Am Markt wurde dies als Hinweis gewertet, dass die EZB ihr Anleihe-Ankaufprogramm im Volumen von derzeit 60 Milliarden Euro monatlich bald drosseln wird. Anleger warfen daraufhin Staatsanleihen aus ihren Depots, die Rendite zehnjähriger deutsche Papiere stieg im Gegenzug auf ein Sieben-Wochenhoch von 0,457 Prozent von zuvor 0,353 Prozent.

Aussagen von Notenbank-Insidern vom Mittwoch, dass Draghis Rede überinterpretiert worden sei, wischten Börsianer beiseite. „Wenn wir wissen wollen, was die EZB plant, ziehen wir eine sorgfältig formulierte Draghi-Rede anonymen Quellen jederzeit vor",
 sagte Analyst Sean Sallow von der Westpac Bank.

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Die Bank von England (BoE) steuert offenbar ebenfalls auf eine Normalisierung der Geldpolitik zu. Ihrem Chef Mark Carney zufolge wird eine Zinserhöhung „in den kommenden Monaten" auf der Tagesordnung stehen. Und auch Chefökonom Andy Haldane betonte, eine solche Option müsse „ernsthaft ins Auge gefasst werden", um die Inflation in Schach zu halten. Haldane hat bereits offen signalisiert, dass er im zweiten Halbjahr für eine Anhebung des Schlüsselsatzes stimmen wolle.

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