http://www.faz.net/-gv6-8zaln

Abwärtsdruck im Dax : Börse auf Talfahrt

  • Aktualisiert am

Der Dax musste am Donnerstag Federn lassen. Bild: Reuters

Der Dax ist am Donnerstag stark unter Druck geraten und rutschte auf den tiefsten Stand seit April. Ein starker Euro lastete aufgrund von EZB-Spekulationen auf den europäischen Aktienmärkten.

          Der Höhenflug des Euro hat die europäischen Aktienmärkte am Donnerstag deutlich ins Minus gedrückt. Spekulationen auf ein Ende der EZB-Geldschwemme trieben die Gemeinschaftswährung auf bis zu 1,1434 Dollar und damit den höchsten Stand seit knapp vierzehn Monaten. Der Dax rutschte daraufhin unter die charttechnisch wichtige Marke von 12.500 Punkten.

          Der Leitindex, der zunächst freundlich gestartet war, schloss letztlich mit minus 1,83 Prozent auf 12.416,19 Punkte knapp über seinem kurz zuvor erreichten Tagestief. Er befindet sich damit wieder auf dem tiefsten Stand seit April. Ein Händler bemerkte, dass nach den zuletzt fehlenden Impulsen für eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung nun die andere Richtung ausgetestet werde. Das wäre klassisch in einem vom Sommerloch geprägten Handelsumfeld. Einen Paradigmenwechsel sehe er daher noch nicht.

          DAX ®

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Der M-Dax, in dem mittelgroße Unternehmen versammelt sind, fiel am Donnerstag um 1,59 Prozent auf 24.431,27 Zähler. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 2,15 Prozent auf 2173,22 Punkte nach unten. Europaweit sahen die Verluste ähnlich aus: Der Leitindex der Eurozone, der EuroStoxx 50, fiel zuletzt um 1,47 Prozent auf 3483,89 Zähler. Auch in Amerika drehte der Leitindex Dow Jones Industrial - wenngleich nur moderat - in die Verlustzone. 

          Dow Jones

          -- -- (--)
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          „Für Deutschland als Exportnation ist eine starke Währung ein Nachteil",  erläuterte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader die Dax-Verluste. Am Devisenmarkt hallte die Rede Mario Draghis vom Dienstag nach: Der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) hatte sich darin optimistisch zu den Konjunkturaussichten geäußert. Am Markt wurde dies als Hinweis gewertet, dass die EZB ihr Anleihe-Ankaufprogramm im Volumen von derzeit 60 Milliarden Euro monatlich bald drosseln wird. Anleger warfen daraufhin Staatsanleihen aus ihren Depots, die Rendite zehnjähriger deutsche Papiere stieg im Gegenzug auf ein Sieben-Wochenhoch von 0,457 Prozent von zuvor 0,353 Prozent.

          Aussagen von Notenbank-Insidern vom Mittwoch, dass Draghis Rede überinterpretiert worden sei, wischten Börsianer beiseite. „Wenn wir wissen wollen, was die EZB plant, ziehen wir eine sorgfältig formulierte Draghi-Rede anonymen Quellen jederzeit vor",
           sagte Analyst Sean Sallow von der Westpac Bank.

          Die Bank von England (BoE) steuert offenbar ebenfalls auf eine Normalisierung der Geldpolitik zu. Ihrem Chef Mark Carney zufolge wird eine Zinserhöhung „in den kommenden Monaten" auf der Tagesordnung stehen. Und auch Chefökonom Andy Haldane betonte, eine solche Option müsse „ernsthaft ins Auge gefasst werden", um die Inflation in Schach zu halten. Haldane hat bereits offen signalisiert, dass er im zweiten Halbjahr für eine Anhebung des Schlüsselsatzes stimmen wolle.

          Quelle: casc/dpa-AFX/Reuters

          Weitere Themen

          Dax ging am Montag auf Talfahrt Video-Seite öffnen

          Nach Jamaika-Aus : Dax ging am Montag auf Talfahrt

          Er verlor zum Handelsstart 0,5 Prozent auf 12.934 Punkte. Ganz so dramatisch sei das Scheitern der Sondierungsgespräche aus Sicht der Märkte aber nicht, hieß es an der Frankfurter Börse.

          Die Börsen zucken nur kurz

          Nach Jamaika-Bruch : Die Börsen zucken nur kurz

          Was können Anleger aus den Erfahrungen in anderen Ländern mit einer langen Phase der Regierungsbildung lernen – etwa den Niederlanden, Spanien oder Belgien?

          Topmeldungen

          Opposition oder Regierung? : Goldene Leitern für die SPD

          Wie bekommt man die Sozialdemokraten wieder vom Oppositionsbaum herunter? Für Bundeskanzlerin Merkel könnte es sich als Glücksfall erweisen, dass im Schloss Bellevue ein Bundespräsident von sozialdemokratischem Blute sitzt.
          Mitfühlende Mutter Merkel: Doch Minderheit ist Mist!

          Fraktur : So viel Dank war nie

          Es fehlte eigentlich nur noch, dass der Cem dem Horst bei einem Joint das „du“ anbot.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.