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Blackberry Letzte Chance für ein Comeback

Die neuen Blackberry-Handys sind nach Meinung vieler Analysten die vielleicht letzte Chance, die das kanadische Unternehmen Research in Motion (RIM) noch auf ein Comeback hat.

© REUTERS Vergrößern Das neue Blackberry Z10 -eins der neuen Produkte von Research in Motion (RIM)

Entsprechend scheut RIM trotz angespannter Finanzlage zum Verkaufsstart keinen Aufwand und setzt auf den ganz großen Auftritt. Die offizielle Enthüllung der beiden Geräte mit der neuen Softwaregeneration „Blackberry 10“ in der vergangenen Woche in New York war eine opulent inszenierte Veranstaltung mit der Sängerin Alicia Keys als Stargast.

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Am Sonntag leistete sich das Unternehmen einen Werbespot während der Übertragung des Football-Spektakels Super Bowl - traditionell der teuerste Werbeplatz im amerikanischen Fernsehen. Der Spot zeigt „Dinge, die das neue Blackberry nicht kann“ - die Botschaft ist, dies sei leichter in 30 Sekunden unterzubringen als die ungleich größere Liste von Dingen, die das Blackberry kann. Und so sehen die Zuschauer einige eigenartige Sachen: einen Blackberry-Nutzer, der sich selbst in Brand setzt, der die Beine eines Elefanten bekommt und der einen sich bedrohlich nähernden Lastwagen in Tausende kleiner Gummienten verwandelt.

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Satter Kursanstieg

Experten, die das Gerät getestet haben, würden die Liste von Dingen, die das neue Blackberry nicht kann, womöglich um einige Punkte fortsetzen, die für den Hersteller nicht sehr schmeichelhaft sind. Zum Beispiel gute Fotos machen oder eine lange Batterielaufzeit bieten. Trotzdem waren die Kritiken für das erste der beiden neuen Smartphones - die Variante „Z10“ mit berührungsempfindlichem Bildschirm (Touchscreen) - insgesamt eher positiv. Gelobt wurde die virtuelle Tastatur, die dem Nutzer beim Tippen Wörter vorschlägt und ihm erlaubt, die Wörter mit einer Wischbewegung in den Text zu ziehen. Als Pluspunkt wurde auch eine neue Funktion gewertet, die eine strikte Trennung von persönlichen und geschäftlichen Daten erlaubt. Das zweite Gerät mit dem Namen „Q10“ hat neben einem Touchscreen auch eine physische Tastatur und wird erst später auf den Markt kommen.

Um zu unterstreichen, dass die Geräte ein neues Zeitalter einläuten, nennt sich das Unternehmen von nun an „Blackberry“ und hat an diesem Montag sein Börsenkürzel an der Nasdaq von „RIMM“ in „BBRY“ geändert. Die offizielle Firmierung Research in Motion Ltd. besteht noch, soll aber nach der kommenden Aktionärsversammlung wegfallen.

Der Aktienkurs hat zuletzt eine Berg-und-Tal-Fahrt erlebt. Nachdem der Kurs im vergangenen Jahr von einem Tiefstand auf den nächsten sank, ging es im Herbst auf einmal nach oben, weil sich mit Blick auf die neuen Geräte Optimismus an den Finanzmärkten breitmachte. In den drei Monaten vor der Enthüllung hat sich der Kurs mehr als verdoppelt. Nach der Veranstaltung rutschte er aber zunächst einmal deutlich ab, auch weil das Unternehmen die Einführung des Blackberry Z10 auf dem wichtigen amerikanischen Markt erst für den März, also später als erwartet, in Aussicht gestellt hat. Seit Beginn dieser Woche ging es unter dem neuen Börsenkürzel aber um mehr als 20 Prozent nach oben. Am Donnerstag notierte der Aktienkurs um die 16,50 Dollar. Vor zwei Jahren waren es noch mehr als 60 Dollar.

Gewaltige Herausforderung

In Großbritannien und Kanada ist das neue Blackberry-Handy schon zu haben, und Analysten kommen bislang zu unterschiedlichen Einschätzungen. Pierre Ferragu von Bernstein hob sein Kursziel für die Blackberry-Aktie von 12 auf 22 Dollar an und verwies auf positive Resonanz in Großbritannien. Michael Walkley von Canaccord zeigte sich weniger beeindruckt und meinte, die neuen Smartphones seien nur deshalb ausverkauft gewesen, weil Blackberry das Angebot so knapp gehalten habe. Der deutsche Blackberry-Vorstandsvorsitzende Thorsten Heins sagte am Mittwoch in einer Mitteilung, sowohl in Großbritannien als auch in Kanada habe das Unternehmen den besten Verkaufsstart in seiner Geschichte für ein Gerät geschafft. Genaue Zahlen nannte er nicht. Von den 45 Analysten, die das Unternehmen beobachten, empfehlen nach Angaben des Finanzdienstes Factset nur fünf die Aktie zum Kauf. 15 raten zum Verkauf, die Mehrheit empfiehlt „Halten“.

Die Herausforderung für das Unternehmen ist gewaltig: Blackberry hat in den vergangenen Jahren gegenüber dem iPhone-Handy von Apple und Geräten mit dem Betriebssystem Android von Google dramatisch Marktanteile verloren. Nach Angaben des Marktforschungsinstituts IDC fiel der Anteil von Blackberry am Weltmarkt für Smartphones im Jahr 2012 auf weniger al 5 Prozent. In den Vereinigten Staaten, einst ein Vorzeigemarkt für das Unternehmen, hatten Blackberrys zuletzt nur noch einen Anteil von rund 1 Prozent

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 08.02.2013, 10:26 Uhr


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