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BIZ-Jahresbericht Banken sind noch nicht aus dem Schneider

28.06.2010 ·  Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich mahnt die Länder Welt zur Verringerung von Haushaltsdefiziten und zu strukturellen Reformen. Zudem würden die Banken weiterhin mit erheblichen Risiken konfrontiert. Die „Carry-Risiken“ sind hoch.

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Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) mahnt im Rahmen des am Tag ihrer Generalversammlung veröffentlichten achtzigsten Jahresberichts in Basel die Haushaltskonsolidierung und eine Reform des Finanzsektors an.

Die von Regierungen und Zentralbanken ergriffenen Maßnahmen der vergangenen Monate hätten zwar einen Zusammenbruch des Finanzsystems verhindert und dazu beigetragen, dem kräftigen Abschwung der Weltwirtschaft vorerst ein Ende zu setzen. Allerdings gebe es noch gewaltige Aufgaben zu bewältigen, hieß es darin.

Verringerung der Haushaltsdefizite und strukturelle Reformen nötig

Die erste und unmittelbarste Herausforderung bestehe darin, in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften die Verringerung der Haushaltsdefizite überzeugend in Angriff nehmen. Aber nicht nur die Staatsverschuldung sollte auf eine tragfähige Basis gestellt werden, sondern auch strukturelle Reformen zur Förderung eines nachhaltigen Wachstums sollten eingeleitet werden. Gleichzeitig könnte eine größere Wechselkursflexibilität in einigen aufstrebenden Volkswirtschaften die Aussichten auf ein ausgewogeneres weltweites Wachstum verbessern.

Die zweite Herausforderung bestehe darin, eine Stärkung der Bilanzen und den notwendigen Wandel der Verhaltensmuster im Finanzsektor herbeizuführen. Die staatliche Unterstützung sei eigentlich angelegt gewesen, reibungslose Anpassungen zu begünstigen. Doch wenn diese Unterstützung zu lange andauerten, führt dies zu moralischen Risiken (Moral Hazard), zu einem Rückzug privater Akteure aus der Finanzintermediation und zum Aufkeimen neuer, latenter Risiken.

Als dritte Herausforderung gelte es, die internationalen Vereinbarungen über die Reform der Finanzaufsicht zum Abschluss zu bringen. Der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht und das Financial Stability Board hätten bei der Erarbeitung konkreter Reformen schon große Fortschritte gemacht. Das Bewusstsein für systemweite Risiken müsse im gesamten Wirkungskreis der Regulierung und Aufsicht verankert werden. Bei der Gestaltung eines erweiterten Handlungsrahmens für die Finanzstabilität müsse dafür gesorgt werden, dass sich die systemorientierte Finanzaufsicht und die Wirtschaftspolitik so ergänzen und gegenseitig unterstützen, dass dem Entstehen von Schwachstellen im Finanzsystem präventiv begegnet werden könne.

Banken sind noch lange nicht aus dem Schneider

Tatsächlich seien die Banken weiterhin mit erheblichen Risiken konfrontiert, heißt es weiter. Trotz der Verbesserung der Bankbilanzen durch Kapitalzuführung ließen einige Faktoren an der Nachhaltigkeit der Bankgewinne zweifeln. Erstens stammten die 2009 erzielten Gewinne vieler europäischer und amerikanischer Banken weitgehend aus Erträgen von Handelsgeschäften an den tendenziell volatilen Festzins- und Devisenmärkten. Zweitens schufen die geringe Volatilität und die steile Zinsstrukturkurve, insbesondere am kurzen Ende, Anreize für Banken, Durationsrisiken einzu - gehen. Das Carry-Risiko-Verhältnis für diese Strategien erhöhte sich bis April 2010 deutlich.

Drittens sei unsicher, ob wirklich alle krisenbedingten Verluste bereits ausgewiesen wurden. Viertens seien Banken sehr stark dem Länderrisiko ausgesetzt. Fünftens könnte es angesichts der zu erwartenden Nachfrage von Staaten mit erheblichem Mittelbedarf für die Banken schwierig werden, Refinanzierungen zu erhalten. Sechstens schließlich stützen sich viele Banken in Europa und anderswo weiterhin sehr stark auf den Devisenswapmarkt, um Dollar-Forderungen zu refinanzieren.

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