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Biotechnologie Kauf der Evotec-Aktie stark spekulativ

10.09.2004 ·  Die Aktie des Biotech-Unternehmens verbucht seit Tagen satte Kursgewinne. Sie dürften allerdings stark spekulativ getrieben sein. Das Unternehmen verbrennt nach wie vor massiv Geld. Die Gewinnschwelle ist nicht in Sicht.

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Die Aktie des Biotechnologieunternehmens verbuchte in den vergangenen Tagen massive Kursgewinne. Die Aktie konnte ausgehend von ihrem Tief bei 2,15 Euro im vergangenen Monat inzwischen etwas mehr als 60 Prozent auf zuletzt 3,45 Euro zulegen.

Die Anzahl der in den vergangenen Tagen an der Börse umgesetzten Aktien ist vergleichsweise hoch. Das deutet neben den Kursgewinnen an sich auf verstärktes Interesse an der Aktie hin. Hintergrund dürfte unter anderem eine Meldung sein, nach der das Unternehmen ein Forschungsabkommen mit Deutschlands größtem Arzneimittelhersteller Boehringer Ingelheim abgeschlossen hat. Allerdings wurden keinerlei finanzielle Details veröffentlicht.

Angebliche Unterbewertung der Aktie

„Das waren gute Nachrichten für die Aktie, die momentan deutlich unterbewertet ist", sagte ein Frankfurter Aktienhändler. Am Mittwoch hatte Evotec in einer gemeinsamen Mitteilung mit Boehringer Ingelheim bekannt gegeben, in den nächsten drei Jahren mit dem Pharmakonzern so genannte niedermolekulare Wirkstoffe zu identifizieren und zu entwickeln. Dabei geht es um die Erforschung neuer Medikamente gegen Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Evotec erhält den Angaben zufolge Zahlungen für die Forschungsleistungen, darüber hinaus zusätzliche Forschungs- und Entwicklungszahlungen sowie eine Umsatzbeteiligung.

Unternehmen verbrennt nach wie vor Geld

Bis Mitte August hatte das Unternehmen noch mit massiven Kursverlusten zu kämpfen. Die erste Trendwende wurde von Marktteilnehmern mit Meldungen in zusammenhing gebracht, nach denen Vorstandsmitglieder des Unternehmens massiv Aktien gekauft haben. Sie sollen mit einer Unterbewertung der Aktie begründet worden sein. Da nun aber nur wenige Tage danach die Kooperation mit Boehringer Ingelheim über den Nachrichtenticker lief, dürfte es sich- trotz der Veröffentlichung der Käufe - um klassische Insiderkäufe gehandelt haben. Denn das Abkommen dürfte sicherlich nicht über Nacht vom Himmel gefallen sein.

Das Unternehmen verbrennt nachhaltig Geld - Der Verlust im ersten Halbjahr des laufenden Jahres war größer als im Vorjahr der Cashflow war negativ - und mußte in jüngster Zeit trotz der verhaltenen Börsenlage eine Kapitalerhöhung durchführen. Denn die Nettocashposition hatte zum Ende des zweiten Quartals gerade noch 13 Millionen Euro oder knapp 37 Cent je Aktie betragen. Das Erreichen der Gewinnschwelle scheint trotz der gerne positiv genommenen Nachrichten und der jüngsten Kursgewinne im Moment nicht absehbar.

Auf Grund dieser Informationen wird klar, daß der Kauf dieser Aktie hoch spekulativ ist. Wer sie erwirbt, sollte das Risiko kennen und sich gegen Kursrückschläge absichern. Das dürfte allerdings angesichts des sprunghaften Kursverlaufs nicht gerade einfach sein. Auch charttechnisch sieht es nicht sonderlich inspirierend aus. Denn sowohl der lang- als auch der kurzfristige Abwärtstrend ist in Takt.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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