10.04.2001 · Jeder fünfte Amerikaner ist dick und will dünn sein. Ein besseres Marktumfeld für Schlankmacher gibt es wohl nicht.
Von Christian GarbeÜbergewicht ist in den USA ein ernsthaftes Gesundheitsproblem, das schon epidemische Ausmaße erreicht. Heute ist einer von fünf Amerikanern fettleibig, jeder dritte bringt zu viel auf die Waage. Und das ist folgenschwer: Fettleibige haben ein um 50 bis 100 Prozent erhöhtes Risiko an anderen Krankheiten zu sterben als normalgewichtige Personen.
Weltweit leiden aus klinischer Sicht rund 120 Millionen Menschen an Fettleibigkeit und weitere 210 Millionen Menschen an Übergewicht. Ein Bericht des Center für Disease Controls and Prevention zeigt auf, dass die amerikanische Regierung zu langsam ist, um auf die epidemische Ausbreitung dieser Erkrankung zu reagieren. So gibt es weder didaktische Programme zur Aufklärung über die Krankheit noch gibt es eine finanzielle Unterstützung zur Bekämpfung der Krankheit mit Medikamenten. Wenn überhaupt zahlen in den USA nur Versicherungsgesellschaften für Therapien zur Gewichtsreduzierung.
Markt wird sich vervierfachen
Der amerikanische Markt für verschreibungspflichtige Medikamente gegen Fettleibigkeit und Übergewicht wird sich in den nächsten fünf Jahren voraussichtlich mehr als vervierfachen. Für das Jahr 2002 wird ein Umsatz von 400 Millionen Dollar erwartet, in 2006 könnte der Umsatz dann 1,8 Milliarden US Dollar erreichen. Die gesamten Gesundheitskosten, die auf direkter wie auch indirekter Art aus der Krankheit resultieren, werden in den USA auf 230 Milliarden Dollar geschätzt (1999). Das schließt 60 Milliarden Dollar für die Behandlung der Fettleibigkeit, 116,5 Milliarden Dollar zur Therapie von Herzkrankheiten, Diabetes und anderen mit der Fettleibigkeit assoziierten Krankheiten ein. Rund 5,5 Milliarden Dollar fallen als indirekte Kosten wie Lohnausfall an.
40 Milliarden Dollar für die Figur
Wen wundert's da, dass das US National Heart, Lung and Blood Institute zur Bekämpfung der Krankheit eine Diät empfiehlt, viel Sport anrät und pharmazeutische Produkte einsetzt, wenn es ein umfassendes Programm zur Reduzierung des Gewichts sein soll. Die Amerikaner geben jährlich rund 40 Milliarden Dollar für Produkte zur Gewichtsabnahme wie spezielle diätetische Nahrungsmittel, künstliche Süßstoffe, Diät-Bücher aus.
Der derzeitige Markt für pharmazeutische Produkte ist relativ stark auf Appetitzügler konzentriert wie Knolls Meridia und Roches Xenical. Das stärkste Wachstum in diesem Markt kann mittelfristig von den beiden benannten Produkten erwartet werden. Langfristig befinden sich aber eine Vielzahl von aussichtsreichen Produkten in der Pipeline der Pharma- und Biotechnologieunternehmen, die ab 2005 sukzessive auf den Markt kommen und Blockbuster Potenzial (Umsatz von mehr als 500 Millionen Dollar) entfalten können.
Nicht aus den Augen verlieren
Investoren in der Biotechnologie sollten dieses Marktsegment nicht aus dem Auge verlieren. Die Produkte bedienen einen kaufkräftigen Massenmarkt, die eine lukrative Rendite für die Investoren erwarten lassen. In der Phase II der klinischen Entwicklung befinden sich das Produkt Leptin von Amgen, SuperGen entwickelt ein Steroidhormon, Peptide Therapeutics fokusiert die Arbeit auf ein Peptid, Phytopharm treibt ihr Produkt P 57 voran. Auch in der präklinischen Phase sind namhafte Biotechnologieunternehmen mit der Entwicklung von Produkten gegen Fettleibigkeit und Übergewicht beschäftigt: Millennium Pharmaceuticals, Amgen, Pharmacopeia und Agouron, um nur einige zu nennen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |