Der Proteomics Markt könnte in den nächsten Jahren von derzeitig rund 560 Millionen Dollar auf drei Milliarden Dollar ansteigen. Verschiedene Faktoren werden dieses Wachstum von fast 40 Prozent in den nächsten fünf Jahren vorantreiben.
Eine bedeutende Feststellung ist, dass das Human Genome - entgegen der langjährigen Vermutung von 100.000 Genen - doch nur 30.000 Gene aufweist. Dies hat die Pharmakonzerne dazu bewogen, ihre Forschung stärker auf die Proteine als Zielort für die Medikamente abzustellen.
Neue Technologien zur Proteine-Analyse
Die Transkription der DNA in mRNA ist der erste Schritt in der Proteinbiosynthese. Untersuchungen zum zweiten Schritt, nämlich zur Translation der mRNA-Sequenz in die Proteinsequenz, fallen in den Bereich von Proteomics. Hauptgegenstand sind die in der Zelle vorkommenden Proteine, die eigentlichen Produkte der Genexpression.
Ihre Analyse verläuft in einem dreistufigen Verfahren: Isolierung, Auftrennung und Identifizierung/Quantifizierung der Proteine. Das Hauptproblem ist dabei die Isolierung und Auftrennung der großen Zahl unterschiedlicher Proteine. Zwangsläufig werden damit die Technologien zur Analyse der Proteine in den nächsten Jahren enorm wichtig.
Ein wichtiges Verfahren ist aktuell die MALDI-TOF-Massenspektrometrie. Der Ausdruck steht für Matrix-Assisted-Laser-Desorption/Ionization - Time-Of-Flight. Diese Technik zeichnet sich durch hohe Massengenauigkeit, Empfindlichkeit, Geschwindigkeit und Automatisierbarkeit der Analyse aus und ermöglicht so ein bequemes und schnelles Probenscreening.
Lukratives Gebiet für Investoren
Das Verfahren eignet sich auch zur vertieften Strukturuntersuchung und für die Diagnostik von krankheitsrelevante Veränderungen. Untersuchungsmaterial sind sowohl Zellen und Gewebe als auch verschiedenste Körperflüssigkeiten, die je nach Herkunft unterschiedlich aufgearbeitet werden müssen.
Alle Unternehmen in dem Bereich der Proteomics sind sehr daran interessiert, eine schnellere Analyse der Proteine durch Softwareprodukte und Instrumente zu realisieren. Aufgrund des hohen Bedarfs sowohl an Proteininformationen und Serviceleistungen als auch an Instrumenten wird die Proteomics ein lukratives Gebiet für Investoren.
Mit Chips Proteine entdecken
Während wenige Anbieter wie Bruker Daltonics den Markt für Spektrometer besetzen, dürften andere Bereiche der Proteomics fragmentiert sein. Der so genannte 2D-Gel Markt sollte an Bedeutung verlieren, weil schnellere, leichter zu nutzende Technologien validiert sind und auf den Markt dringen. Unternehmen mit einem integrierten System, das Automation, Informatik und Instrumente aus einer Hand liefert sind besser aufgestellt. Eine interessante Entwicklungsrichtung wird von Ciphergen Biosystems eingeschlagen, die an der Entwicklung von Proteinchips zur Entdeckung von Proteinen arbeiten.
Für Investoren wird der Bereich der Proteomics ein hoch interessantes Gebiet. Wie stark der Bereich Proteomics derzeit im Wachsen begriffen ist, zeigt allein die Nachfrage nach MALDI-TOF-Systemen. Dies belegen auch die Zahlen des zweiten Quartals von Bruker Daltonics, einem der Hersteller von diesen Geräten. Es wird sich lohnen, in den nächsten Monaten diesen Teil der Bio- und Gentechnologie intensiv zu beobachten und selektiv einzelne Unternehmen aus den verschiedenen Gebieten der Proteomics auszuwählen.