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Bierbranche Aktie von SAB Miller ambitioniert bewertet

18.11.2004 ·  Der Brauereikonzern SAB Miller legt beeindruckende Halbjahreszahlen vor, die Aktie befindet sich in einem satten Aufwärtstrend. Allerdings spielen Sondererträge eine Rolle und die Papier sind keine Schnäppchen mehr.

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Aktien von Unternehmen, die sich mit der Herstellung und dem Verkauf von Nahrungsmitteln befassen, gelten bei Börsianers nicht selten als langweilig. Um so überraschter könnten sie sein, wenn sie einen Blick auf die Kursentwicklung der Aktie des international tätigen Bierkonzerns SAB Miller werfen sollten.

Denn die Aktie hat sich seit ihrem jüngsten Zwischentief im März des vergangenen Jahres bei 349,5 britischen Pence mehr als verdoppelt auf ein Allzeithoch von zuletzt 871 Pence. Der beeindruckende Aufwärtstrend ist weiterhin intakt.

Gewinnsteigerung zum Teil auf Sondererträge zurückzuführen

Diese Kursentwicklung scheint auch von der operativen Entwicklung des Unternehmens untermalt zu werden. Denn der viergrößte Bierbrauer der Welt konnte seinen Gewinn in der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 127 Prozent steigern auf 699 Millionen Dollar oder 59 Cents je Aktie. Allerdings beruhen dabei 346 Millionen Dollar auf einem einmaligen Sonderertrag. 96 Millionen Dollar kamen vom Verkauf seines Anteils an der Harbin Brewery Group, weitere 239 Millionen Dollar von der Veräußerung von Anteilen an der südafrikanischen Einzelhandelskette Edgars Consolidated Stores.

Der Umsatz legte in den ersten sechs Monaten um 13,09 Prozent auf 6,443 Milliarden Dollar zu, das operative Einkommen um knapp 34 Prozent auf 818 Millionen Dollar. Das Unternehmen expandiert in China und Osteuropa, um das stagnierende Wachstum in Westeuropa zu umgehen. Auch in Südafrika, der Heimat von SAB, kann es von dynamischem Wachstum und vor allem auch einer starken Währung profitieren. Daneben spielte sicherlich auch das vergleichsweise starke Wirtschaftswachstum und das warme Wetter in Südafrika eine Rolle. Denn das Unternehmen wurde nicht nur in Johannesburg gegründet, sondern es dominiert den Biermarkt im Land und dürfte im laufenden Jahr etwas mehr als 40 Prozent des operativen Gewinns dort erwirtschaften.

Aktie im Aufwärtstrend - aber ambitioniert bewertet

Im 70 Milliarden Dollar schweren amerikanischen Markt versucht das Unternehmen, gegen den Marktführer Anheuser-Busch anzukommen, indem es auf die „Schlankheitswelle“ aufgesprungen ist: Es wirbt damit, Miller Lite habe nur die halben Kohlenhydrate von Bud Light, der sich am besten verkaufenden Biermarke des Landes. Diese Strategie hat die Ertragsdynamik bei Anheuser-Busch schon deutlich gedämpft.

Graham Mack hat als Vorstand von SABMiller das Ziel ausgeben, das Unternehmen mit der höchsten Rendite für Aktionäre zu werden und Anheuser-Busch zu überholen. Aus diesem Grund expandiert es vor allem in Rußland, Indien und China. Denn das seien die Märkte, in welchen in den kommenden fünf Jahren die höchsten Umsatzzuwächse zu erzielen seien. Nachdem Mack bei der Übernahme der chinesischen Harbin Brewery gescheitert ist, da Konkurrent Anheuser-Busch 30 Prozent mehr bot, hat er drei kleinere Brauereien übernommen und will eine eigene Brauerei in der Provinz Guangdong errichten.

Insgesamt ist das Chartbild der vergangenen Monate durchaus beeindruckend. Auf der anderen Seite bieten die recht aggressiven Expansionsstrategien der Unternehmen auch gewisse Rückschlagsrisiken. Vor allem auch in China haben sich die Unternehmen in den vergangenen Jahren schon blutige Nasen geholt, weil sich optimistische Szenarien nicht nur nicht umsetzen ließen, sondern weil sie sogar zu zum Teil deutlichen Verlusten führten. Nicht nur aus diesem Grund dürften sich bei der Aktie Absicherungsstrategien empfehlen. Denn mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 23,5 und 20,3 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr ist die Aktie teurer als jene von Anheuser-Bush und damit kein Schnäppchen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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