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BHP Billiton Eine schwere Last fällt von der Aktie

25.11.2008 ·  Der Rohstoffkonzern BHP Billition verzichtet auf die milliardenschwere feindliche Übernahme von Rio Tinto. Damit fällt eine schwere Last von der Aktie. Nun gilt es für den Konzern, sich auf die düsteren Konjunkturaussichten zu rüsten.

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Sie sind in letzter Zeit etwas ins Abseits geraten. Nach der kräftigen Hausse, die Rohstoffititel auf ungeahnte Kurshöhen geführt hatte, sind die Kurse von Minengesellschaften in jüngster Zeit fast genauso stark wieder eingebrochen.

Doch nun dürften zumindest zwei Aktien wieder in den Fokus der Anleger rücken. Der australisch-britische Rohstoffkonzern BHP Billiton (Isin: GB0000566504) hat nämlich am Dienstag sein Übernahmeangebot für den Bergbaukonzern Rio Tinto (Isin: GB0007188757) zurückgezogen. In einer ersten Reaktion zeigten sich Marktteilnehmer zwar überrascht, bewerteten den Schritt dennoch überwiegend positiv. Das seien gute Nachrichten für Stahlhersteller, sagte ein Experte. Ein Zusammenschluss der beiden Unternehmen hätte eine Verknappung von Eisenerz und damit höhere Preise bedeutet.

Kräftige Kursgewinne für BHP

Vor allem von der Aktie von BHP Billiton fiel damit eine schwere Last. Der Kurs sprang am Dienstagvormittag um 18 Prozent zu Börsenbeginn in London in die Höhe. Denn die Transaktion wäre zunächst auf jeden Fall eine enorme Belastung für den Konzern geworden. Nicht nur die Übernahme selbst wurde von Rio Tinto als feindlich eingestuft, sie hatte auch gut 58 Milliarden Dollar gekostet.

Die Offerte liege nicht mehr im Interesse des Unternehmens, teilte BHP am Dienstag mit. Grund sei der Verfall der globalen Marktbedingungen. Zudem verwies das Unternehmen auf Auflagen der EU-Kommission, die bei der Fusion eine Trennung von Teilen des Eisenerz- und Kohlegeschäfts verlangt hätte.

Der Verlierer heißt Rio Tinto

Als Verlierer wird an der Börse Rio Tinto gesehen - der Kurs brach in London am Dienstagvormittag um knapp 40 Prozent auf 1477 Pence ein. Von einem Kursniveau von rund 25 bis maximal 40 australischen Dollar in den Jahren 2000 bis 2004 wurde die Bewertung von Rio Tinto auf bis zu 156,10 Austral-Dollar im Mai dieses Jahr in die Höhe befördert. Doch dann stürzte die Bewertung innerhalb weniger Wochen auf ein Jahrestief 57,25 Austral-Dollar oder 1958 Pence am 20. Oktober ein.

Analysten zeigten sich überrascht von der Entscheidung der Australier. „Es hat überhaupt keinen Anhaltspunkt dafür gegeben“, sagte Tim Barker von BT Financial Group. „Die Entscheidung lässt darauf schließen, dass sich der BHP-Vorstand die Marktbedingungen genau angeschaut hat und bemerkt hat, dass die Lage wegen der wirtschaftlichen Abkühlung nicht mehr dieselbe ist wie noch zuvor.“ BHP Billiton wollte Rio Tinto ursprünglich zum Preis von rund 140 Milliarden Dollar übernehmen und den Kauf mit eigenen Aktien bezahlen.

Wegen der erwarteten globalen Konjunkturabschwächung sind die Aktienkurse auch von Rohstoffwerten stark gefallen. Daher hatte das Vorhaben zuletzt nur noch ein Volumen von 58 Milliarden Dollar.

Schwere Bedenken der EU-Kommission

Die Zustimmung der EU-Kommission galt als größte Hürde für den Kauf. Im Blickpunkt stand vor allem der Markt für Eisenerz, auf dem Rio und BHP zusammen über ein Drittel der Exporte des Rohmaterials für Stahl kontrollieren würden. Kunden wie die deutschen Hersteller Thyssen-Krupp und Salzgitter fürchteten deshalb bei einem Zusammenschluss höhere Preise. Die EU-Wettbewerbshüter hatten im Juli außerdem Bedenken mit Blick auf die Märkte für Kohle, Uran, Aluminium und mineralischem Sand angemeldet. BHP hatte noch Anfang November angekündigt, die Bedenken der EU-Wettbewerbshüter ausräumen zu wollen.

Vor allem bei Rio Tinto könnten die Investoren nun dauerhaft zu einer Neubewertung kommen. Denn die Gewinnentwicklung des Bergbaukonzern hängt wie bei nur wenigen anderen Unternehmen vom Verlauf der Weltkonjunktur ab. Und diese sind bekanntlich nicht günstig.

Trübe Aussichten

Aus Sicht der BHP-Billiton-Aktionäre stellt sich die Lage ähnlich dar. Die Übernahme von Rio Tinto hätte zwar die Marktmacht und damit die Position in Preisverhandlungen gestärkt. Doch nach der ersten Erleichterung über die vermiedenen Finanzierungskosten dürften auch die trüben Perspektiven für die Weltwirtschaft die Einschätzung der Aktie bestimmen.

Dennoch ist der Kurs in diesem Jahr nicht so stark gefallen wie der von Rio Tinto: um 35 Prozent gegenüber 52 Prozent für den Konkurrenten.

„BHP muss den Fokus jetzt auf das laufende Geschäft richten, und ich denke, mit Blick auf einen Wirtschaftsabschwung, die Luken schließen und soviel Ertragskraft ansammeln wie möglich“, sagte laut Bloomberg Jason Teh, Fondsmanager von Investors Mutual in Sydney. Diese Aufgabe wird aus Sicht der Anleger schwierig genug.

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