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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Beteiligungsgesellschaft Carlyle hinkt an die Börse

 ·  Die Beteiligungsgesellschaft Carlyle senkt den Ausgabepreis für ihre Aktien auf Druck großer Investoren. Es ist der bislang größte Börsengang an der Wall Street in diesem Jahr.

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Der langerwartete Börsengang der großen amerikanischen Beteiligungsgesellschaft Carlyle Group ist bei Investoren auf nur verhaltene Nachfrage gestoßen. Carlyle musste auf Druck großer Investoren den Ausgabepreis für die Aktien senken. Die Gesellschaft emittierte die Aktien schließlich zu einem Preis von 22 Dollar, nachdem zunächst mit einer Preisspanne von 23 Dollar bis 25 Dollar kalkuliert worden war.

Am Donnerstag, dem ersten Handelstag der Carlyle-Titel an der elektronischen Börse Nasdaq, stieg der Kurs im frühen Handel dann um 1,5 Prozent auf 22,3 Dollar. „Angesichts der bisherigen Kursentwicklung dieser Börsenneulinge ist es sinnvoll, den Ausgabepreise niedrig zu halten, um nicht gleich Verluste zu machen“, sagte Fondsmanager Tom Mangan vom Vermögensverwalter James Investment Research der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Bislang größter Börsengang des Jahres

Mit einem Emissionsvolumen von 671 Millionen Dollar ist Carlyle dennoch der bislang größte Börsengang des Jahres in den Vereinigten Staaten. Diesen Status wird Carlyle allerdings noch in diesem Monat wieder abgeben, wenn das soziale Netzwerk Facebook an die Nasdaq gehen wird. Facebook dürfte Aktien im Wert von 10 Milliarden Dollar plazieren - knapp 15-mal so viel wie Carlyle.

Facebook wird auch die allgemeinen Statistiken für amerikanische Börsengänge in diesem Jahr deutlich verschieben. Nach Angaben der Analysegesellschaft Renaissance Capital beläuft sich das gesamte Emissionsvolumen an der Wall Street in diesem Jahr auf 9,5 Milliarden Dollar - 49 Prozent niedriger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Zahl der Börsengänge (58) lag vor dem Debüt von Carlyle knapp 12 Prozent über dem Niveau von 2011.

© F.A.Z.

Carlyle ist eine der letzten führenden Private-Equity-Gesellschaften, die an die Börse gehen. Den Auftakt hatte im Mitte 2007 der Marktführer Blackstone Group gemacht. Der Börsengang von Blackstone markierte den Höhepunkt eines spektakulären Aufschwungs der Branche. Dann folgte die Finanz- und Wirtschaftskrise, was die Gesellschaften in schwierigeres Fahrwasser brachte. Beteiligungsgesellschaften sammeln Geld von Investoren ein, zu denen Pensionskassen, Stiftungsfonds von Universitäten oder vermögende Privatanleger gehören.

Mit diesem Eigenkapital und zusätzlichen Bankkrediten kaufen sie Unternehmen oder zumindest Anteile daran. Die Unternehmen werden nach einer gewissen Haltezeit und einer Umstrukturierung weiterverkauft oder an die Börse gebracht. Die Krise brachte hochverschuldete Unternehmen im Besitz der Gesellschaften unter Druck. Dazu hielten sich Banken mit der Vergabe von Krediten zurück.

Sorgen um das weitere Wachstum

Die aktuellen Aktienkurse von Blackstone und Konkurrenten wie Apollo Global Management oder der Fortress Investment Group sind immer noch weit von ihren Ausgabepreisen entfernt. Dazu scheint das Umfeld für Börsengänge derzeit nicht ideal. Zwar liegen die amerikanischen Standardwerte gemessen am Aktienindex S&P 500 in diesem Jahr um mehr als 11 Prozent im Plus. Die Kurse der Börsenneulinge dieses Jahres sind sogar um durchschnittlich 26 Prozent gestiegen, meldet Renaissance Capital. Die Aktienkurse schwankten im vergangenen Monat allerdings stark, weil nach einem optimistischen Jahresauftakt wieder Sorgen um das weitere Wachstum der amerikanischen Wirtschaft sowie um die Staatsschuldenkrise in Europa aufkamen.

Speziell an Beteiligungsgesellschaften bemängeln Anleger, dass sie nur schwer zu bewerten seien. Die Gewinne hängen zudem stark von den Anlageerträgen ihrer Fonds ab, die häufig stark schwanken. Erst vor drei Wochen war die auf Ramschkredite spezialisierte Beteiligungsgesellschaft Oaktree Capital auf nur verhaltenes Interesse von Anlegern gestoßen. Der Aktienkurs von Oaktree liegt aktuell 6 Prozent unter dem zuvor reduzierten Emissionspreis. Oaktree galt an der Wall Street als Testfall für Carlyle, obwohl Carlyle im vergangenen Jahr geschäftlich besser abgeschnitten hatte als viele seiner Konkurrenten.

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Jahrgang 1965, Finanzmarktkorrespondent in New York.

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