07.06.2006 · Die Aktie der GCI Management hat in den vergangenen Jahren durch einen ansehnlichen Aufwärtstrend glänzen können. Doch im Zuge der Konsolidierung sind die Vorzeichen wenig günstig geworden.
Es gibt Aktien, die über eine ganze Zeit lang ein Chartbild abgeben können, das einfach überzeugend anmutet. Seitdem der Kurs der Aktie der GCI Management AG Ende 2003 bei rückgerechnet 54,29 Cent ein Allzeittief erreichte, kannte die Aktie eigentlich nur den Weg nach oben und erreichte vor rund einem Monat ein Allzeithoch bei 19,96 Euro. Danach setzte eine scharfe Konsolidierung ein, die ihr vorläufiges Ende bei 15,20 Euro fand.
Danach schien sich das Papier wieder zu fangen. Wer indes darauf setzte, daß die am Mittwoch vorgelegten endgültigen Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr zur Stabilisierung beitragen würden, fand sich enttäuscht. Der Kurs gab bis zum Nachmittag um 3,5 Prozent auf 16,25 Euro nach.
Pfaff-Übernahme macht sich deutlich bemerkbar
Das dürfte wohl nicht so sehr an den Zahlen gelegen haben. Denn gegenüber den im März vorgelegten vorläufigen Zahlen boten diese nichts neues und jene waren seinerzeit durchaus positiv aufgenommen worden.
Die Umsatzerlöse im Beratungs- und Beteiligungsgeschäft stiegen 2005 im Konzern mit gesamt rund 30,7 Millionen Euro um etwas über das Doppelte. Das operative Ergebnis (Ebit) stieg um 370 Prozent auf 15,6 Millionen Euro und das Ergebnis vor Steuern auf 14,5 Millionen Euro nach 2,9 Millionen Euro im Jahr davor. Der Konzernjahresüberschuß erreichte nach Minderheitsanteilen 2,30 Euro je Aktie, nachdem er im Vorjahr noch bei 0,47 Euro gelegen hatte.
Deutliche Veränderungen gab es dagegen in der Bilanzstruktur, vor allem bedingt durch die erstmalige Vollkonsolidierung des zu einhundert Prozent übernommenen angeschlagenen Nähmaschinenbauers Pfaff, den GCI im Frühjahr 2007 zurück an die Börse bringen will. Die Eigenkapitalquote im Konzern lag zum 31.12. 2005 ohne Berücksichtigung von Genußrechtskapital bei rund 27 Prozent. Zum 30.6. waren es noch 52 Prozent gewesen. Allerdings hat sich die Bilanzsumme seit diesem Zeitpunkt verdreifacht.
Fundamental schwer einordenbar
Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen vor allem durch den Börsengang des Studio Babelsberg Aufmerksamkeit erregt, der eine Million Euro einbrachte. Außerdem wurde ein Teil der Windsor AG veräußert und damit sieben Millionen Euro erlöst.
Keine konkreten Zahlen gab es für den durch die Übernahme der Weserbank neu geschaffenen Finanzdienstleistungssektors, der „ganz im Zeichen der strategischen Neuausrichtung als mittelständischer Finanzdienstleister“ gestanden habe.
Gut verlief auch das erste Quartal des laufenden Jahres. Der Gesamtumsatz betrug in diesem Zeitraum rund 25,3 Millionen Euro und damit etwa das Zehnfache des Vorjahresquartals. Das operative Ergebnis verdoppelte sich auf rund 3,9 Millionen Euro und das Ergebnis je Aktie stieg auf 0,50 Euro von 0,27 im Jahr davor.
Publizierte Gewinnschätzungen gibt es für das Unternehmen nicht und somit ist es auch relativ schwer, eine einigermaßen seriöse fundamentale Beurteilung abzugeben. Rechnet man das Ergebnis je Aktie des ersten Quartals hoch, so erhielte man einen Gewinn je Aktie von zwei Euro, der damit niedriger wäre als im Vorjahr. Andererseits betrug dieser im ersten Quartal 2005 27 Cent und im Gesamtjahr dann mit 2,30 Euro mehr als das Achtfache.
Charttechnisch am Scheideweg
Im laufenden Jahr plant Vorstandschef Albert Wahl mindestens vier Börsengänge, vor allem des Wertpapierhandelshauses Driver & Bengsch und der Hansen-Gruppe, eines Spezialisten für Sicherheitstechnik im Bergbau. Uwe Zimmer von der Vermögensverwaltung Meridio rechnet mit einem Ergebnis je Aktie von drei Euro. Demnach wäre die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 5,5 recht günstig bewertet. Andere Schätzungen laufen auf ein KGV von 6,5 hinaus, was ebenfalls noch recht preiswert wäre.
Charttechnisch hat der Kurs mittlerweile den mittelfristigen Aufwärtstrend wieder nach unten durchbrochen, nachdem die Aktie am Mittwoch deutlich stärker abgab als etwa der Kleinwerteindex SDax. Obwohl der langfristige Aufwärtstrend noch intakt ist, wäre ein Fall unter das Maitief von 15,20 Euro ein Alarmsignal. Die nächste Unterstützung liegt dann bei 14 Euro. In umgekehrter Richtung muß der Kurs die 18 Euro überwinden, um eine Chance zu haben, das Maihoch wieder anzugreifen.
Das scheint momentan das weniger wahrscheinliche Szenario zu sein, vor allem weil die heutigen Nachrichten - womöglich gerade weil sie nichts Neues enthielten - dem Kurs keine Impulse zu geben vermocht haben. Indes hat sich Anfang des Jahres eine ähnliche Situation gezeigt. Im Februar und März bildete sie ein Doppeltief bei 14 Euro aus, bevor sie dann auf das Allzeithoch kletterte. Dazu müßte sich indes wie im März erst das Börsenumfeld wieder verbessern.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |