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Beteiligungen Aktie von Trade & Value ist eine Frage der Philosophie

17.03.2006 ·  Die Beteiligungsgesellschaft Trade & Value ist ein börsennotierter Investmentpool. Das Unternehmen investiert bisher erfolgreich in Aktien. Ob sich ein Einstieg derzeit noch lohnt, hängt aber nicht zuletzt von den eigenen Anlagegrundsätzen ab.

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Es gibt an der Börse immer Moden, die Unternehmen aus bestimmten Branchen einen Vorteil auf dem Parkett verschaffen. Dies verschafft oftmals auch kleinen Unternehmen Aufmerksamkeit, die ansonsten vielleicht weniger leicht bemerkt worden wären., bisweilen zu Unrecht.

Einen guten Kursverlauf legte bislang auch die Aktie der ausschließlich in Hamburg notierten Beteiligungsgesellschaft Trade & Value hin. Zu 8,68 Euro im Juli 2004 gestartet, sah der dritte Tag Börsentag schon das Allzeittief bei 8,55 Euro. Nach einem Vorläufigen Allzeithoch bei 14,45 Euro im November konsolidierte das Papier etwas. Am Donnerstag aber schnellte der Kurs 12,6 Prozent nach oben auf eine neues Hoch bei 15,99 Euro.

Vom Investmentclub zur Beteiligungsgesellschaft

Hintergrund war die erste Vorlage eines Jahresergebnisses seit Beginn der Notierungsaufnahme. Die Beteiligungsgesellschaft weist für das Geschäftsjahr 2005 einen testierten Jahresüberschuß von 1,01 Millionen Euro nach 490.764 Euro im Vorjahr aus. Das Eigenkapital stieg um etwas mehr als das Doppelte auf 3,875 Millionen Euro, wodurch sich eine Eigenkapitalquote von 97,3 Prozent ergibt. Die Eigenkapitalrentabilität stieg von 29,4 auf 34,9 Prozent.

Die Trade & Value AG entstand zum Jahresende 2001 aus einem 1996 gegründeten Investmentclub. Nach dem 11. September 2001 geriet dieser unter Druck, weil laut Vorstandschef Oliver Dornisch im Nebenwertebereich die Käufer fehlten, andererseits die Club-Mitglieder massiv Mittel abzogen und der Club gezwungen war, „zu aberwitzig niedrigen Preisen“ Positionen zu liquidieren.

Die Beteiligungsgesellschaft erzielt ihre Gewinne zum einen durch „Trading“, wodurch auch kurzfristige Gewinne erzielt werden. Zum anderen setzt man auf das langfristige „Value Investing“.

Value-Investing bevorzugt

Dornisch bevorzugt nach seiner Aussage im „Trader's Journal“ das Value-Investing. Am liebsten seien ihm Werte, die unter Eigenkapital notierten, zusätzlich profitabel seien und außerdem um zehn bis 20 Prozent pro Jahr wüchsen. Diese Idealkombination sei natürlich höchst selten, so daß immer eine dieser Komponenten stärker ausgeprägt sein müsse, um die Schwäche des anderen zu kompensieren.

Im Trading-Bereich bezeichnet er sich als „sehr intuitiv und newsorientiert“. Es sei auch sehr wichtig zu wissen, was Börsenbriefe und Anlegermagazine schreiben. Er sauge Nachrichten aller Art auf und mache sich daraus ein Gesamtbild.

Betrachtet man den Unternehmenszweck, so ist die Kursentwicklung der Trade & Value-Aktie praktisch selbsterklärend und korreliert tendenziell mit der Entwicklung der Börse. In guten Jahren ist es für Trade & Value grundsätzlich leichter den Nettoinventarwert zu erhöhen als in schwachen Börsenjahren.

So lag der Nettoinventarwert je Aktie Anfang 2002 bei 8,49 Euro je Aktie und fiel bis zum März 2003 auf 5,67 Euro. Seitdem hat er relativ kontinuierlich zugelegt mit Ausnahme von Schwächephasen im Spätsommer 2004 und, was Wunder, im Oktober 2005.

Der „Junior-Buffet“

Wer in Aktien von Trade & Value investiert, setzt sein Vertrauen in die Anlagekünste von Oliver Dornisch. Insofern hat ein Internet-User schon Recht, wenn er Trade & Value „von der Konstruktion“ mit Warren Buffets Berkshire Hathaway vergleicht. Indes ist Trade & Value viel kleiner und noch weiter am Anfang als Warren Buffet 1956 gegründeter Investmentpool, aus dem 1965 Berkshire Hathaway wurde.

Indes zeigt sich Trade & Value im guten Börsenjahr 2005 ähnlich ertragsstark. Der nach DVFA ermittelte Gewinn je Aktie betrug 4,85 Euro. Anders als Warren Buffet will Oliver Dornisch aber Dividenden ausschütten, für 2005 soll es ein Euro je Aktie sein. Auf Basis des aktuellen Börsenkurses beträgt die Dividendenrendite damit 6,25 Prozent.

Bewertung eine Frage der Maßstäbe

Bewertet ist die Aktie auf Basis der Vergangenheit mit einem sehr niedrigen Kurs-Gewinn-Verhältnis von 3,3. Indes sagt dies für die Zukunft relativ wenig aus, da wie gesagt die Ertragsstärke auch von der allgemeinen Börsenentwicklung abhängt. Indes wuchs der Nettoinventarwert in den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres bereits um 8,43 Prozent auf 12,99 Euro je Aktie.

Aber an dieser Stelle zeigt sich die Aktie spätestens nach dem Kursanstieg vom Donnerstag hoch bewertet, da dieser um 23 Prozent über dem Nettoinventarwert von Ende Februar liegt. Und so gut ist der März an den Börsen bisher auch nicht gewesen, als daß dieser Bewertungsvorschuß bereits aufgeholt sein könnte.

Insofern könnte jetzt der falsche Zeitpunkt sein, um in die Trade & Value-Aktie einzusteigen. Allerdings nicht unbedingt, wenn man Dornischs Grundsätze zum „Value-Investing“ befolgt: Zwar notiert der Wert mit einer Marktkapitalisierung von 4,8 Millionen deutlich über Eigenkapital, doch ist Trade & Value profitabel und wuchs außerdem um über 20 Prozent im vergangenen Jahr. Auch charttechnisch stehen die Zeichen auf Hausse. Es ist eben eine Frage der Anlagephilosophie.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @mho
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