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Beteiligungen Aktie von Bavaria Industriekapital dürfte seitwärts gehen

31.05.2006 ·  Die Aktie der Bavaria Industriekapital gehört noch immer zu den besten Neuemissionen des laufenden Jahres. Im Zuge der Konsolidierung etwas unter die Räder geraten, macht sie jetzt Anstalten in eine Seitwärtsbewegung einzuschwenken.

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Einer der erfolgreichsten Börsengänge des laufenden Jahres war auch gleich der erste desselben. Die Aktie der Bavaria Industriekapital wurde zu 26 Euro zugeteilt und erreichte Anfang Mai ein „Allzeithoch“ bei 38,40 Euro.

Mit der großen Marktkonsolidierung geriet allerdings auch der Kurs der Beteiligungsgesellschaft ins Rutschen und notiert auch am Mittwoch zur Handelseröffnung knapp vier Prozent tiefer bei 30,83 Euro - aber immerhin noch über dem Ausgabepreis.

Gesamtleistung und Auftragseingang nehmen zu

Offenbar konnten die Quartalszahlen des Unternehmens aus der bayerischen Landeshauptstadt den Trend nicht ändern. Dabei hören sich die Zahlen, die Bavaria ausweist, gar nicht so schlecht an.

Die Gesamtleistung im Konzern betrug im ersten Quartal 2006 53 Millionen Euro und liegt damit mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahreszeitraum, als sie noch 19 Millionen betrug. Indes wird sie natürlich durch Portfoliozugänge verzerrt. Die bereits im Vorjahr vorhandenen Portfoliounternehmen konnten die Leistung insgesamt um 6,5 Prozent steigern.

Noch erfreulicher stellt sich der Auftragseingang im Konzern dar, der im ersten Quartal 2006 von 19 Millionen im Vorjahreszeitraum auf 46 Millionen Euro. Dabei habe das organische Wachstum bei den vorhandenen Beteiligungen bei 5,8 Prozent gelegen. Der Auftragsbestand im Konzern betrug somit zum 31.3.2006 85 Millionen Euro. Der Auftragsbestand der bereits in 2005 vorhandenen Portfoliounternehmen verzeichnete ein starkes Wachstum von 21,2 Prozent.

Betriebsergebnis 2005 unterproportional gestiegen

Bavaria Industriekapital versteht sich selbst als „Turn-Around-Investor“ und investiert vor allem in sanierungsbedürftige Firmen, der Schwerpunkt liegt im Maschinenbau. Im vergangenen Jahr stieg der Konzernumsatz von 53,4 Millionen auf 132,5 Millionen Euro. Indes stiegen die Aufwendungen deutlich überproportional: für Personal um das 2,7fache und für Material sogar um das 3,4fache.

Auf diese Weise stieg das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit lediglich um 6,8 Prozent auf 9,83 Millionen Euro. Vor allem einer niedrigeren Steuerlast ist daher zu verdanken, daß der Jahresüberschuß um 53 Prozent auf 8,9 Millionen Euro stieg.

Für das erste Quartal hat das Unternehmen am Mittwoch keine Ertragszahlen veröffentlicht. Das liege, heißt es bei Bavaria, daran, daß man die Einzelergebnisse nicht konsolidiert und habe. Erst mit den Halbjahreszahlen wolle man auch über die Ertragsentwicklung berichten. Dazu ist anzumerken, daß Bavaria als im Entry Standard notierte Gesellschaft keiner Quartalsberichtspflicht unterliegt und somit die Veröffentlichung vom Mittwoch freiwillig ist.

Den Anlegern scheinen die Zahlen allerdings nicht gefallen zu haben. Zu Handelsbeginn fiel die Aktie um knapp vier Prozent auf 30,83 Euro und gab gegen 10:30 Uhr weiter nach. Auch überwog gegen elf Uhr im Xetra-Handel das Volumen der zehn besten Verkaufaufträge das der zehn besten Kaufaufträge um 104 Prozent, nach 88 Prozent eine Stunde davor. Das beste Kauflimit lag bei 30,51 Euro.

Bewertungsfragen

Auch eine Anhebung der Prognosen hat der Aktie bislang nicht helfen können. Aufgrund der positiven Auftrags- und Umsatzentwicklung hat der Vorstand die Umsatzvoraussage am Mittwoch, bezogen auf das derzeitige Portfolio für das laufende Jahr von 220 Millionen auf circa 240 Millionen Euro erhöht.

Für 2005 hat das Unternehmen einen Jahresüberschuß von 8,5 Millionen Euro und ein Ergebnis je Aktie von 3,86 Euro ausgewiesen, womit läge das KGV zwischen acht und neun läge, was die Aktie sehr günstig machen würde, zumal für das laufende Jahr mit einer Ergebnissteigerung gerechnet wird.

Darüber hinaus ist das Portfolio des jungen Unternehmens noch vergleichsweise volatil, wie nicht zuletzt die hohen Wachstumsraten verdeutlichen. Da weitere Übernahmen geplant sind, kann sich der Wert des Unternehmens noch im Laufe des Jahres erheblich verändern.

Seitwärtsbewegung wahrscheinlich

Desgleichen ist zu berücksichtigen, daß die Aktie eher wenig gehandelt wird. So haben sich die Kurse auf Xetra seit Handelseröffnung nicht weiter verändert. Das führt auch zu Unwägbarkeiten bei der Beurteilung der charttechnischen Entwicklung, zumal die Kurshistorie auch noch wenig aussagekräftig ist. Allerdings hat der Chart sämtliche Trendlinien durchschlagen und den April-Mai-Ausreißer damit egalisiert. So etwas wie eine Unterstützung gibt es bei 30 Euro, wovon auch entsprechende Kaufaufträge zeugen.

Derzeit scheint, weniger wegen der Unternehmensentwicklung als wegen des schwachen Marktumfelds, nicht der rechte Zeitpunkt für einen einstieg in die Aktie zu sein. Um in eine Aufwärtsbewegung einzuschwenken, müßte die Aktie jedenfalls die Marke von 32 Euro wieder überwinden.

Daher scheint es am wahrscheinlichsten, daß die Aktie vorerst in eine Seitwärtsbewegung zwischen 30 und 32 Euro einschwenkt - solange sich das Marktumfeld nicht wesentlich verbessert oder weiter eintrübt.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @mho
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