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Beteiligungen Aktie der Deutschen Balaton nicht ohne Potential

16.06.2006 ·  Gute Zahlen für das vergangene Jahr kann die Deutsche Balaton AG vorlegen. Auch der langfristige Trend der Aktie erscheint positiv. Indes wird wohl erst die Veröffentlichung des Geschäftsberichts mehr Klarheit über den Wert der Beteiligungen bringen.

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Alle Aktien sind in den vergangenen Wochen abgestürzt. Alle Aktien? Nein. Einige unbeugsame Werte haben nicht aufgehört, der Korrektur Widerstand zu leisten - so auch die Deutsche Balaton AG. Das heißt nicht, daß das Leben für die Anteilseigner des Unternehmens leicht wäre, aber immerhin gab der Kurs seit Anfang lediglich um zehn Prozent auf 6,75 Euro nach.

Zwischendrin hatte er sich sogar fast wieder erholt, so daß die Kursverluste eigentlich im Rahmen der üblichen Schwankungen des Werts lagen und die Aktie immer noch nicht allzu weit von dem im Februar aufgestellten Fünf-Jahres-Hoch bei 7,55 Euro notiert. Nicht daß die Aktie auf Lebenszeit gesehen, so wahnsinnig erfolgreich gewesen wäre. 1998 notierte sie noch auf einem Allzeithoch von 37,7559 Euro. Seit 2001 weist sie aber wieder einen stetig steigenden Trend auf.

Ursprünge in Ungarn

Die Deutsche Balaton bezeichnet sich selbst als Investment-Spezialist mit den Schwerpunkten Private Equity und Corporate Investments und hält unter anderem Beteiligungen an den börsennotierten Gesellschaften Beta Systems und W.E.T. Automotive.

Ursprünglich als Deutsche Balaton Broker gegründet, war der Zweck der Gesellschaft ursprünglich die Verwaltung, der Erwerb und die Veräußerung von vornehmlich in Ungarn, besonders am Plattensee ansässigen Broker-Gesellschaften. 1999 wurde die Firma in Deutsche Balaton AG geändert und der Gesellschaftszweck erweitert.

Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen nach vorläufigen, ungeprüften Konzernzahlen, einen Umsatz in Höhe von rund 2,4 Millionen Euro erzielt, der damit um elf Prozent unter dem Vorjahresumsatz von 2,7 Millionen Euro erzielt. Dagegen erhöhte sich die für eine Beteiligungsgesellschaft wichtigere Gesamtleistung dank einer annähernden Verdopplung der sonstigen betrieblichen Erträge um 53,5 Prozent auf rund 10,9 Millionen Euro.

Gute Entwicklung der Beteiligungen

Der erstmals nach IFRS berechnet Konzernjahresüberschuß einschließlich des Ergebnisses der zur Veräußerung gehaltenen Geschäftsbereiche und Anteile belief sich vor Minderheiten auf rund 12,2 Millionen Euro. Im Vorjahr waren dies nur 900.000 Euro gewesen.

Die guten Ertragszahlen lassen sich unter anderem auf die Entwicklung der Beteiligungen zurückführen. So erwirtschafteten etwa Beta Systems nach einem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 30.000 Euro im Jahr 2004 einen Gewinn von 2,7 Millionen Euro. Noch besser verlief das Jahr bei W.E.T., wo das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sich von fünf auf 13,2 Millionen Euro mehr als verdoppelte.

Auch indirekte Beteiligungen wie die der nicht börsennotierten Cornerstone Capital entwickelten sich gut. Die Tochter ist die unter anderem am Anbieter von Finanzinformations-Lösungen, der früheren Nachrichtenagentur VWD beteiligt ist, über deren Börsengang bereits spekuliert wurde. Auch an börsennotierten Firmen ist Cornerstone beteiligt, so an D+S Europe, die nach Verlusten im Jahr 2004 im vergangenen Jahr erstmals Gewinne verzeichneten. Auch die ungarische Balaton-Tochter Hungagent konnte 2005 wieder Gewinne erwirtschaften.

Portfoliowert schwer durchschaubar

Das Beteiligungsgeflecht der Deutschen Balaton ist sicher nicht einfach zu durchschauen. Zwar bemüht man sich in der Gruppe um möglichst viel Transparenz, dennoch ist es schwer, sozusagen Buch über die vielen kleinen Beteiligungen zu führen. Andererseits streut dadurch wiederum das Beteiligungsrisiko.

Indes scheint das Geschäft derzeit nicht schlecht zu laufen. Die Baustellen im Konzern haben sich deutlich verringert und viele Beteiligungen entwickeln sich gut. Auch die Anleger scheinen dies recht positiv zu sehen, legt die Aktie am Freitag doch über fünf Prozent auf 7,10 Euro zu. Indes sind die Umsätze recht dünn.

Charttechnisch befindet sich das Papier in einem kurzfristigen Seitwärtstrend, mittel- bis langfristig ist der Aufwärtstrend indes intakt. Wichtig wäre indes, daß die Aktie die neuerliche Aufwärtsbewegung nicht unter dem Niveau von 7,40 Euro abbricht, was im Grunde auf ein neues Fünf-Jahres-Hoch hinausläuft.

Daher sollte man zunächst abwarten, zumal einigermaßen aktuelle Buchwerte der Finanzanlagen wohl erst mit dem vollständigen Geschäftsbericht zur Verfügung stehen werden. Danach wird sich erst einmal ein Kurs-Buchwert-Verhältnis abschätzen lassen.

Ein Großteil der Buchwerte wird indes auch von der Entwicklung an den Börsen bestimmt, die im vergangenen Jahr sehr gut war. Ob sie dies auch 2006 bleibt, steht derzeit abzuwarten. Mit einer schlechten Börse könnte auch die Deutsche Balaton etwas unter Druck geraten. - muß es aber nicht, da dem wieder viele vorbörsliche Beteiligungen gegenüberstehen.

Insoferrn bleibt die Aktie vor allem von der allgemeinen Börsenentwicklung und Nachrichten aus dem Beteiligungsportfolio getrieben. Das bedeutet, daß man diesen Wert als Anleger recht genau verfolgen sollte.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @mho
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