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Automobilbranche : Bertrandt-Aktie fällt um mehr als 13 Prozent

Firmensitz von Bertrandt in Ehningen Bild: dpa

Hart erwischt es am Mittwoch die Aktie des Ingenieurdienstleisters Bertrandt. Nach einer Prognosesenkung fällt der Kurs um mehr als 13 Prozent.

          Die Aktie des Ingenieurdienstleisters Bertrandt gehört nicht zu denen, die täglich an der Börse Furore machen. Anders ist dies am Mittwoch. Leider hätte sich das Unternehmen und seine Aktionäre das wohl anders gewünscht. Denn mit einem Minus von 13 Prozent ist die Aktie das Schlusslicht des mit 100 Werten den deutschen Aktienmarkt in seiner Breite abbildenden F.A.Z.-Index.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Anlass des Kursrutsches ist die Vorlage des Geschäftsberichts. Dieser war zwar an sich gar nicht so schlecht, jedoch senkte Bertrandt, das vor allem für die Automobilindustrie tätig ist, die Prognose für das Gesamtgeschäftsjahr 2016/17 deutlich. Es werde nur noch ein Umsatzplus "von bis zu 30 Millionen Euro" erwartet statt wie bisher eines "zwischen 30 und 70 Millionen Euro". Die operative Gewinnmarge werde sich zwischen 6 und 8 Prozent bewegen. Bislang habe man einen Anstieg des Betriebsergebnisses um bis zu drei Millionen Euro angepeilt.

          BERTRANDT

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          Im Klartext heißt dies, dass das Betriebsergebnis um bis zu einem Drittel niedriger ausfallen dürfte als im Vorjahr, in dem die betriebliche Marge mehr als neun Prozent betragen hatte. Gegenüber 2015 war diese dabei schon leicht zurückgegangen. Schon im ersten Halbjahr zeigte sich die negative Entwicklung der Rentabilität: Zwar war der Umsatz noch um 13 Millionen Euro gewachsen, das Betriebsergebnis jedoch um 6,6 Millionen Euro gefallen.

          Der Grund der Prognosesenkung dürfte den Anlegern noch weniger gefallen. Es sei nicht nur der Geschäftsverlaufs im ersten Halbjahr gewesen, sondern auch der in der Automobilindustrie allgemein, führte Bertrandt an, das auch von „kurzfristig anspruchsvollen Rahmenbedingungen“ spricht. Die technologischen Umbrüche in der Branche bringen nicht nur Chancen sondern auch Risiken. Es gebe fortgesetzte Verzögerungen bei der Vergabe von Entwicklungsaufträgen an Dienstleister wie Bertrandt, einzelne Unternehmensbereiche seien temporär unterausgelastet. Dennoch investiere man in den Kompetenzaufbau in den Bereichen Elektromobilität und vernetztes und automatisiertes Fahren.

          Obendrein seien die Rahmenbedingungen mittelfristig gut, da die Umbrüche ja auch Perspektiven für die Zukunft böten. Nichtsdestoweniger ist auch die mittelfristige Prognose eher zurückhaltend. Ein jährliches Umsatzwachstum von 20 bis 50 Millionen Euro und ein betriebliche Marge von 7 bis 9 Prozent sei erreichbar – das liegt deutlich unter den Werten der Vorjahre.

          Immerhin will Bertrandt die Dividende von 2,50 Euro beibehalten und damit im kommenden Februar mehr als die üblichen 40 Prozent des Gewinns ausschütten. Damit wolle der Vorstand die Nachhaltigkeit der Investition in die Bertrandt-Aktie unterstreichen.

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          Ob angesichts der mittelfristigen Prognose die Dividendenhöhe nicht zu einem späteren Zeitpunkt sinken wird, bleibt dabei unbeantwortet. Geht man von den bisherigen Relationen und den Prognosen aus, müssten die Spannen etwa 2018/2019 voll ausgereizt werden, um eine Dividende in gleicher Höhe auszuschütten und die 40 Prozent des Jahresüberschusses nicht zu überschreiten. Von einem lässt sich jedenfalls ausgehen: die von Analysten für 2018 prognostizierte Dividende von 2,75 Euro wird es wohl frühestens 2020 geben.

          Quelle: FAZ.NET

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