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Berichtssaison Positive Signale von Alcoa und Cropenergies

Die Eröffnung der Berichtssaison in Amerika, aber auch in Deutschland, zeigt sich positiv. Dennoch scheint es geraten, die Erwartungen nicht zu hoch zu schrauben.

© REUTERS Portoscuso auf Sardinien gehört nicht mehr zu den Top-Standorten von Alcoa

Wenn das mal nicht ein guter Start in die Berichtssaison war: Der amerikanische Aluminiumkonzern Alcoa, der Quartal für Quartal traditionell als erstes bedeutendes Unternehmen an der Wall Street seine Geschäftszahlen vorlegt, hat die Erwartungen übertroffen und verdient wieder Geld.

Martin Hock Folgen:

Der Konzernumsatz im vierten Quartal lag zwar mit 5,9 Milliarden Dollar unter dem des Vorjahresquartals, aber es waren doch deutlich mehr als die von Analysten prognostizierten 5,6 Milliarden Dollar. Der Reingewinn betrug 242 Millionen Dollar, verglichen mit einem Verlust von 191 Millionen Dollar ein Jahr zuvor.

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Zu verdanken ist der Gewinn allerdings den kräftigen Einsparungen und nicht dem brummenden Geschäft, was angesichts des Umsatzrückgangs wohl auch unwahrscheinlich wäre. Dies habe die niedrigen Aluminiumpreise im vierten Quartal wettgemacht, so Alcoa.

Die Anleger waren dennoch angetan und sorgten nachbörslich für ein Kursplus von 1,3 Prozent. „Ich kann mir nicht vorstellen, was hätte besser laufen können“, sagte Analyst Charles Bradford. Alcoas Ergebnis sei genau, wie er es erwartet habe. Tim Ghriskey von Solaris zeigte sich ebenfalls zufrieden: „Ich denke, das war ein gutes, solides Quartal.“

Infografik / Chart Alcoa 090113 © FAZFinance Vergrößern

Für 2013 zeigte sich der Weltmarktzweite hinter dem russischen Branchenprimus Rusal verhalten optimistisch. Der globale Aluminium-Absatz dürfte dank reger Nachfrage aus der Luftfahrt- und der Bau-Branche leicht zulegen. Der immer noch ungelöste Haushaltsstreit in den Vereinigten Staaten sorge aber für Verunsicherung vor allem bei Kunden aus der Rüstungsbranche.

China und Amerika entscheidend

Letztlich gibt es für Alcoas Wohl und Wehe zwei entscheidende Faktoren. Zum einen ist China entscheidend. Die dort wieder besser laufende Wirtschaft sorgte für höhere Aluminiumpreise im vierten Quartal, obgleich die Lagerbestände seit dem Sommer ebenfalls wieder deutlich gestiegen sind.

Zum anderen geht es um die amerikanische Rüstungsnachfrage. Alcoa-Chef Kleinfeld nannte dies auch explizit als Unsicherheitsfaktor. Die Unsicherheit über den Haushalt könnte möglicherweise Folgen, vor allem für die Rüstungsausgaben haben.

Insofern sollte man einmal mehr die Kirche im Dorf lassen: Klar hat Alcoa besser als erwartet abgeschnitten, eine Konjunkturstory wird daraus aber nur im kleinen. Zuletzt hatte Alcoa die Fertigung in Spanien und Italien zurückgefahren.

Auch die Kursgewinne an den asiatischen Börsen führten Experten nicht unbedingt auf Alcoa zurück. „Es liegt alles eindeutig an der Währung“, sagt etwa Analyst Kenichi Hirano von Tachibana Securities zu den Kursgewinnen in Tokio. Die Impulse könnten daher nur vorübergehender Natur sein.

Cropenergies eröffnet deutsche Berichtssaison gleichfalls positiv

Andererseits sind kurzfristige Zugewinne nicht zu verachten. Und Deutschland erlebte am Mittwoch seinen Start in die Berichtssaison auch erst einmal positiv. Allen dunklen Flecken auf dem Image des Biosprits zum Trotz produzierte der größte deutsche Hersteller, Cropenergies im dritten Quartal per Ende November erstmals mehr als 200.000 Kubikmeter Bioäthanol.

Die Südzucker-Tochter erzielte in den ersten neun Monaten des im Februar endenden Geschäftsjahres 2012/13 einen operativen Rekordgewinn von 94 Millionen Euro.  Dazu habe neben dem höheren Absatz ein veränderter Rohstoffmix und eine bessere Auslastung der Produktionskapazitäten beigetragen.

Die Mannheimer bekräftigten ihr schon im Dezember bekannt gegebenes höheres Umsatz- und Gewinnziel für das Gesamtjahr. Bei einem Umsatz von 670 Millionen Euro nach 572 Millionen Euro im Vorjahr will Cropenergies operativ 80 Millionen Euro verdienen (Vorjahr 53 Millionen Euro). Der Aktienkurs legt um 1,65 Prozent zu.

Infografik Chart Cropenergies 090113 © FAZFinance Vergrößern

Bei einer Bewertung der Alcoa-Aktie mit geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnissen von mehr als 13 für das laufende und 9,7 für das kommende Jahr und der von Cropenergies mit mehr als 12 bzw. 11 erscheinen beide derzeit noch Bewertungsspielräume zu haben. Insofern lässt sich ein kurzfristiges Engagement vertreten. Doch gilt es, nicht nur der Konjunktur Aufmerksamkeit zu schenken. Im Falle Cropenergies müssen auch die wechselhaften Winde der politischen Entwicklungen um das Thema Biosprit berücksichtigt werden.

Quelle: FAZ.NET

 
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Veröffentlicht: 09.01.2013, 11:14 Uhr


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