29.09.2009 · In nur gut einer Woche beginnt schon wieder die nächste Berichtssaison. Für Amerika rechnen die Analysten von S&P mit im Schnitt 10 Prozent sinkenden Gewinnen. Das Tempo der Gewinnrückgänge wurde sich damit weiter verringern.
Die Kurse an den meisten Weltbörsen sind in den vergangenen Wochen und Monaten kräftig gestiegen. Viel von der guten Stimmung basierte dabei auf Hoffnungen. Eine der wichtigsten Triebfedern waren besser als erwartet ausgefallene konjunkturelle Frühindikatoren. Diese nährten bei den Marktteilnehmern die Zuversicht, dass es bald auch mit der Realwirtschaft wieder aufwärts gehen wird.
Doch ewig wird sich die Hausse nicht nur durch Hoffnungen auf eine bessere Zukunft nähren lassen. Früher oder später werden die Anleger auch handfeste Fortschritte sehen wollen. Vor allem werden sie darauf erpicht sein, dass die Kursanstiege auch mit anziehenden Unternehmensgewinnen untermauert werden.
Schon bald haben die Marktteilnehmer wieder die Gelegenheit, inwieweit sich Vision und Wirklichkeit derzeit decken. Denn am 07. Oktober läutet der Aluminiumkonzern Alcoa mit der Vorlage seiner Geschäftszahlen die nächste Berichtssaison ein. Laut Sam Stovall, Investmentstratege beim amerikanischen Finanzdienstleister Standard & Poor´s handelt es sich dabei um den wichtigsten Berichtsreigen in diesem Jahr. „Die Investoren werden nach der Vorlage der Zahlen entweder ihren Optimismus beibehalten und den Kursen zu einer Jahresendrally verhelfen, oder ihre Ergebnisprognosen für dieses Jahr nach unten anpassen und dadurch einen Ausverkauf bewirken.“
Gewinnrückgang von 10 Prozent erwartet
Die S&P-Analysten selbst rechnen im Schnitt für das dritte Quartal mit einem Rückgang der operativen Gewinne bei den im S&P 1500 Index vertretenen Unternehmen von 10 Prozent. Auf diesem Niveau haben sich die Schätzungen seit dem 15. August eingependelt, während man zum 30. April noch lediglich nicht einem Gewinnrückgang von zwei Prozent gerechnet hatte.
Unter den zehn im S&P 1500 Index vertretenen Sektoren werden dabei derzeit vier steigende Gewinne je Aktie zugetraut. Nicht-Basiskonsumgütern wird mit plus 117 Prozent der größte Ergebniszuwachs verglichen mit dem Vorjahresquartal zugetraut. Zu tun hat das mit einer niedrigen Vorjahresbasis, anhaltenden Kosteneinsparungen und der Entnahme von General Motors aus dem Index. Im Gesundheitssektor wird darüber hinaus aus Gewinnplus von 6 Prozent für möglich gehalten und bei den Telekomwerten von einem Prozent. Nach zuvor fünf Verlustquartalen in Folge wird zudem auch den Finanztiteln zum dritten Mal in Folge eine Ergebnisverbesserung zugetraut.
Schlecht sieht es mit einem prognostizierten Minus von im Schnitt 74 Prozent dagegen für den Energiebereich (hier belastend die im Jahresvergleich gefallenen Energiepreise) aus und mit minus 65 Prozent für die Basismaterialien. Der Rückgang im Industriesektor wird auf 36 Prozent veranschlagt. Alle diese Branchen leiden besonders unter der schwachen Weltkonjunktur, wobei sie allerdings laut Stovall durch den relativ schwachen Dollar eine gewisse Entlastung erhalten haben könnten. So erzielen die Energiewerte rund 50 Prozent ihrer Umsätze im Ausland, während es bei Unternehmen aus den Bereichen Basis-Materialien und Industrie rund 50 und 46 Prozent sind.
Auf Jahressicht wird ein Gewinnplus erwartet
Aber auch wenn sich das alles ziemlich ernüchternd anhört, so stellen die Prognosen für das dritte Quartal trotzdem eine gewisse Stabilisierung und Verbesserung dar. Denn während dieses Mal wie erwähnt mit einem Gewinnrückgang von im Schnitt 10 Prozent gerechnet werden, waren es im zweiten Quartal noch 21 Prozent und im ersten Quartal sogar 43 Prozent.
Wenn es nach den Analysten von S&P geht, soll es im vierten Quartal dann sogar zur ganz großen Trendwende kommen. Weil der S&P 500 Index im vierten Quartal 2008 erstmals in der Geschichte einen Verlust erlitten hatte, können die Gewinnzuwächse zwar nicht prozentual beziffert werden, auf Jahressicht traut man dem S&P 1500 Index aber ein Gewinnplus von 7 Prozent zu. Und im kommenden Jahr soll es dann sogar um 37 Prozent nach oben geben mit den operativen Gewinnen. Das wäre dann sicherlich auch eine Hausnummer, welche die bereits verbuchten Kursgewinne fundamental gesehen gut absichern würde.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |