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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Berichtssaison Alcoa-Ergebnisse zeigen zentrale Themen

 ·  Alcoa hat wie immer die Berichtssaison eröffnet und mit geringerem Umsatz und Gewinn als erwartet enttäuscht. Die Belastungsfaktoren Dollar und Rohstoffpreise könnten zu zentralen Themen dieser Saison werden.

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Kaum ein Quartalsbericht wird jedes Mal mit so viel Spannung erwartet wie der des amerikanischen Aluminiumproduzenten Alcoa. Denn dieser ist immer der erste und somit gilt er bisweilen als so etwas wie ein Omen. Wenn er es auch diesmal war, dann wohl nicht unbedingt ein gutes.

Alcoa steigerte zwar die Quartalserlöse auf 5,96 Milliarden Dollar von 4,89 Milliarden im Jahr davor. Doch Analysten hatten im Durchschnitt 6,06 Milliarden Dollar erwartet. Unter dem Strich gelang dem Konzern die Rückkehr in die Gewinnzone, so dass Alcoa netto 308 Millionen Dollar oder 0,27 Dollar je Aktie verdiente. Im Vorjahr war noch ein Verlust von 201 Millionen Dollar oder 0,20 Dollar je Anteilsschein angefallen. Analysten hatten indes 329,5 Millionen Dollar erwartet. Nur der um Sonderposten bereinigte Überschuss aus fortgeführten Aktivitäten lag bei 0,28 Dollar je Schein, wo Analysten nur 0,274 Dollar vorhergesagt hatten.

Belastungsfaktor Dollarkurs

Die Prognose bestätigte Alcoa. Der ehemalige Siemens-Vorstandvorsitzende Klaus Kleinfeld und heutige Alcoa-Chef gab sich optimistisch. „Unser Ausblick für den Rest des Jahres 2011 und darüber hinaus bleibt sehr positiv angesichts der wachsenden Weltbevölkerung und der zunehmenden Urbanisierung“, sagte Kleinfeld.

Als Ursachen der schwächeren Ergebnisse nannte der Aluminiumverhütter den schwächeren Dollarkurs sowie höhere Energie- und Rohstoffpreise. Das lässt die Überlegung zu, dass die Aussagen des Vorstandschefs nicht ganz frei von Zweck-Optimismus sind. „Das Problem ist letztlich die Währungsseite“, sagte auch Chuck Bradford von Bradford Research der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Alcoa habe sehr unter dem starken kanadischen und australischen Dollar sowie der Aufwertung des brasilianischen Real gelitten. In Australien, dessen Wechselkurs zum Dollar in den vergangenen 12 Monaten um 12 Prozent stieg, machte Alcoa 2010 immerhin 14 Prozent seines Umsatzes.

Ein Teil des Anstiegs der Rohstoffkosten, etwa für Natronlauge, geht auf das Erdbeben in Japan zurück. Doch auch der steigende Ölpreis belastete den Gewinn. Einige Börsianer lobten indes die Effizienz des Unternehmens, die in dem etwas höher als erwarteten bereinigten Gewinn zum Ausdruck komme. Diese setzen zudem Hoffnungen auf steigende Preise für die Endprodukte des Unternehmens und damit das zweite Quartal.

Zentrale Themen der Berichtssaison

Der Alcoa-Bericht ist somit ein guter Startpunkt gewesen, legt er doch alle zentralen Themen dieser Berichtssaison, vor allem für amerikanische Unternehmen offen. Die steigenden Preise für Öl und andere Rohstoffe sind ein Problem. Allerdings nicht für alle Unternehmen, in Abhängigkeit von ihrer Preissetzungsmacht und ihrem Geschäftsmodell. Steigen die Aluminiumpreise schneller als die für Öl und etwa Natronlauge, so dürfte sich Alcoa verbessern. Schwerer könnte es da für Konsumgüterproduzenten werden. Dem Ölkonzern Chevron kommt der Ölpreis dagegen zugute, wie dieser am Monatg nach Börsenschluss bekannt gab.

Das zweite Thema ist der schwache Dollar. Dieser belastet vor allem Unternehmen, die auf ausländische Vorleistungen angewiesen sind. So zahlt Alcoa Rohstoffe in Landeswährung vereinnahmt aber Dollar.

Gewinnmitnahmen könnten sich fortsetzen

Bei einer Bewertung der Aktie mit geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 12,6 für das laufende und 11,3 für das kommende Jahr erscheint diese derzeit für einen Rohstoffwert nicht allzu billig. Vor allem ist selbst bei steigenden Aluminiumpreisen nicht unbedingt davon auszugehen, dass im zweiten Quartal der Umsatz auf die von Analysten erwarteten 6,3 Milliarden Dollar und der bereinigte Gewinn um knapp ein Drittel steigen kann.

Nachbörslich ging es für die Alcoa-Aktie um 3,2 Prozent auf 17,21 Dollar nach unten. Dass diese am Montag im regulären Handel mit 17,77 Dollar schon zum zweiten Mal hintereinander nach Erreichen des Zweieinhalb-Jahres-Hochs von 18,13 Dollar in der vergangenen Woche geschlossen hatte, bestärkt die Vermutung, dass Gewinne mitgenommen werden und die Marke von 17 Dollar getestet werden könnte.

Angesichts des Spannungsfelds dieser Berichtssaison könnte die Alcoa-Aktie auch hier weichenstellend sein.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors wieder.

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Jahrgang 1964, Redakteur in der Wirtschaft.

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