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Bericht vom internationalen Finanzmarkt : Das Vertrauen kehrt zurück

Bild: F.A.Z.

Schwungvoller Jahresbeginn an den internationalen Finanzmärkten: Trotz aller Krisen hat das Börsenjahr erstaunlich positiv begonnen. Viele Anleger wurden davon überrascht.

          Und nun? Die Börsen sind so schwungvoll ins neue Jahr gestartet, dass sich viele Anleger die Augen reiben und noch mal hinschauen, ob auch wirklich stimmt, was sie da auf den Handelsbildschirmen sehen. Der amerikanische Aktienleitindex S&P 500 stieg seit Jahresbeginn um 4 Prozent auf merklich mehr als 1300 Punkte, der deutsche Standardwerteindex Dax kletterte doppelt so stark, um 8 Prozent, von 5900 auf 6400 Punkte.

          Alexander     Armbruster

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Besonders erstaunlich ist, dass hüben wie drüben des Atlantiks insbesondere die im vergangenen Jahr abgestraften Finanztitel überdurchschnittliche Kursgewinne aufweisen. Hierzulande legte der Aktienkurs der Commerzbank um mehr als 30 Prozent zu - so viel wie kein anderer deutscher Standardwert. Commerzbank-Chef Martin Blessing hat eine offenbar überzeugende Strategie unterbreitet, wie die Bank ohne neue Staatshilfe ihr Eigenkapital bis zur Jahresmitte so aufpolieren kann, dass es den Vorgaben der Europäischen Bankenaufsicht entspricht. Aber auch Aktien von Unternehmen, deren Geschäft an der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hängt (Zykliker), laufen gut. Die Börsenkurse der beiden deutschen Automobilkonzerne BMW und Daimler liegen zum Beispiel mittlerweile um beinahe ein Viertel höher als am Jahresanfang.

          Anleger sind auch nur Menschen

          In der zurückliegenden Woche hat sich außerdem das Volumen der gehandelten Aktien stark erhöht, teilte eine amerikanische Investmentbank mit. Gekauft worden seien zyklische Titel, verkauft wurden defensive Werte und: Über die Handelstische hätten insbesondere viele Aktien-Blöcke den Besitzer gewechselt. Der Finanzdatenanbieter EPFR ermittelte netto mehr als 4 Milliarden Dollar Mittelzuflüsse in Anleihefonds auf der ganzen Welt und beinahe 3 Milliarden Dollar Zuflüsse in Aktienfonds; Fonds, die in europäische Anleihen anlegen und solche, die in chinesische Aktien investieren, haben demnach die größten wöchentlichen Zuflüsse seit mehr als zwei Jahren verbucht. Demgegenüber seien netto fast 12 Milliarden Dollar aus Geldmarktfonds abgezogen worden.

          Das alles spricht für eine substantielle Anlegeraktivität und auch dafür, dass sehr wahrscheinlich viele Marktteilnehmer - was sich mit Aussagen von Bankern in diesen Tagen deckt - mit diesem Gewinn überhaupt nicht gerechnet haben. Nun stecken sie in einer misslichen Situation: Sollen sie auch einsteigen, um nicht eine große Sause zu verpassen, oder lieber doch noch warten, weil es so erfreulich und zumal in dieser Geschwindigkeit dann doch nicht weitergehen werde. „Er hängt dazwischen, ist des Zweifels voll, / ob er nun handeln oder nichts tun soll“, schrieb der britische Dichter Alexander Pope in seinem Werk „Vom Menschen“ über denselben. Anleger sind - nicht erst seit der Finanzkrise - auch nur Menschen.

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