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Bergbaubranche Vorsichtiger Optimismus für Minenaktien

22.06.2009 ·  Die Investoren warten auf den Nachfrageschub aus Amerika und Europa. Doch nach der starken Rally im ersten Halbjahr sorgt China für Unsicherheit. Analysten sehen die jetzige Marktschwäche als Kaufgelegenheit.

Von Bettina Schulz, London
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Der Fusionsvorschlag der Minengesellschaft Xstrata gegenüber dem Konkurrenten Anglo American zeigt, dass sich die Geschäftsführung von Bergbaugesellschaften wieder langfristigen strategischen Zielen widmen kann. Noch im ersten Quartal dieses Jahres war dies nicht möglich gewesen, denn die Minengesellschaften hatten alle Hände voll zu tun, die Refinanzierung auslaufender Kredite zu sichern, sich neues Kapital zu beschaffen und gleichzeitig in der Finanzkrise das Tagesgeschäft zu bewältigen.

„Auf der großen Branchenkonferenz von Merrill Lynch im Mai war erstmals Erleichterung darüber zu spüren, dass das Schlimmste der Kreditklemme für den Bergbau überstanden schien und die langfristige Strategie in den Vordergrund rückte“, berichtete der Großinvestor Blackrock von der Konferenz. Anleger, die nach der dramatischen Talfahrt der Minenaktien Anfang des Jahres wieder in die Branche investiert haben, konnten sich bis zu Beginn der jetzigen Korrektur über deftige Gewinne freuen, so bei Rio Tinto, BHP Billiton, Anglo American, Xstrata, Vedanta, Vale und zahlreichen kleineren Minenwerten. Seit Beginn des Jahres haben die Aktienkurse der Branche im Schnitt in Dollar gerechnet um mehr als 50 Prozent zugelegt. In Euro gerechnet war es etwas weniger, aber Minenwerte gehörten neben den stark verschmähten Finanztiteln und zyklischen Dividendentiteln seit März zu den Gewinnern an der Börse.

China ist rohstoffhungrig

Anders als in früheren Krisen haben die Bergbau-Unternehmen dieses Mal ihre Produktion und ihre Investitionspläne schneller zurückgeschraubt und damit verhindert, dass sich so bedrohliche Lagerbestände aufbauten, wie dies bei den letzten Rezessionen zu beobachten war. Mithin stoppte der Preisverfall an den Märkten für Industriemetalle dieses Mal über dem Preisniveau der letzten Rezessionen. Darüber hinaus hat die Volksrepublik China die niedrigen Rohstoffpreise in der Krise genutzt, um die eigenen Lagervorräte aufzustocken. Der Rohstoffhunger Chinas ist dafür verantwortlich, dass die Preise für Kupfer, Nickel und Zink seit dem Tiefstand in dieser Krise bereits wieder um 50 bis 80 Prozent gestiegen sind.

„Chinas Nachfrage wird im zweiten Halbjahr jedoch deutlich nachlassen“, warnt Barclays Capital. Es komme dann darauf an, ob und wie stark die Nachfrage der Industrieländer, also vor allem der Vereinigten Staaten und der europäischen Staaten, einspringen werde, damit es sich in der Branche um eine nachhaltige Erholung handele. Dies werde erst im vierten Quartal und in Europa Anfang kommenden Jahres sichtbar und kann Auswirkungen auf die Aktienkurse der Minengesellschaften haben.

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Evy Hambro, Fondsmanager vom BGF World Mining Fund von Blackrock, ist „derzeit vorsichtig optimistisch“. Er verweist auf die starke Rally der Minenaktien im ersten Halbjahr und die Nachfrageunsicherheit durch China im Sommer. Er sieht die jetzige Marktschwäche als Kaufgelegenheit mit Blick auf ein wieder stärkeres viertes Quartal in diesem Jahr.

„Die Aktienbewertungen sind immer noch extrem attraktiv und nur halb so hoch wie im Mai 2008“, sagt der Minenfachmann von Blackrock. Aber Hambro wählt derzeit lieber breit angelegte, gut diversifizierte große Minengesellschaften für seine Investments aus. Sie können Nachfrageschwächen bei bestimmten Industriemetallen leichter abfedern.

Die Minenschließungen und Investitionskürzungen werden freilich bedeuten, dass die Minen das Rohstoffangebot nicht schnell genug ausweiten werden können, wenn die Nachfrage wieder nachhaltig steigt. Hambro erwartet daher: „Die Saat für den nächsten Rohstoffzyklus wurde schon gelegt.“

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Wirtschaftskorrespondentin in London.

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