18.06.2009 · Die Hoffnungen auf Besserung, die Pfleiderer vor einem Monat den Anlegern machte, haben sich zerschlagen. Das Geschäft hat sich eingetrübt, Vorgaben für Bankkredite dürften wohl künftig verletzt werden.
Es ist erst knapp vier Wochen her, da stimmte der Holzverarbeiter Pfleiderer mit der Vorlag der Geschäftszahlen für das erste Quartal die Börsianer hoffnungsfroh. Obwohl Umsatz und Gewinnkennziffern deutlich schwächer ausgefallen waren als im Vorjahr, schnitt das Unternehmen auf Ertragsebene weniger schlecht ab als befürchtet .
Firmenchef Hans Overdiek sprach von einem positiven Trend, denn seit dem Umsatztiefpunkt vom Dezember habe die Nachfrage wieder angezogen. Einen konkreten Ausblick für das Geschäftsjahr gab Pfleiderer trotzdem nicht.
Zu früh spekuliert
Und das war auch wohl besser so. Denn, so teilte das im MDax notierte Unternehmen am Mittwochabend nach Börsenschluss mit, das Geschäftsumfeld habe sich im zweiten Quartal weiter eingetrübt. Nach den vorläufigen Zahlen der Monate April und Mai sei nicht mehr mit der Fortsetzung der Geschäftsbelebung zu rechnen, die sich im Verlauf des ersten Quartals abgezeichnet hatte.
Zudem rächen sich die frühen Spekulationen der Anleger auf eine Erholung der Weltwirtschaft. Auf der Kostenseite sei durch die Entwicklung der Rohstoffpreise keine Entlastung mehr zu erwarten, heißt es von Pfleiderer. Daher geht das Unternehmen nun von deutlich rückläufigen Ergebnissen aus. Die operative Marge werde auf Basis erster Schätzungen für das zweite Quartal im einstelligen Prozentbereich liegen. Analysten gingen im Durchschnitt von einer Marge von 11,8 Prozent im zweiten Quartal aus.
Fast noch schwerer wiegt die Ankündigung des Konzerns, mit den Banken Gespräche über eine Erweiterung des Finanzierungsrahmens aufnehmen zu wollen, weil die in den bestehenden Kreditverträgen definierten Kennzahlen verletzt werden könnten. Als Ergebnis dieser Verhandlungen erwartet Pfleiderer auch höhere Finanzierungskosten, was das Reinergebnis zusätzlich belasten würde. Schon zuletzt gingen die Analysten im Durchschnitt von leichten Verlusten im laufenden Geschäftsjahr aus.
Schwarze Zahlen nicht vor 2011
An der Börse wurde die Nachricht negativ aufgenommen. Der Aktienkurs fiel zu Handelsbeginn um fast 20 Prozent. Mittlerweile hat sich der Kurs wieder etwas erholt, liegt aber weiter mehr als 15 Prozent im Minus bei 4,17 Euro.
Unicredit-Analyst Andre Remke hatte zwar mit einer Verschlechterung der Ertragslage gerechnet, reduzierte aber seine Prognosen nach der Unternehmensmitteilung weiter. Zudem seien die Finanzierungskosten offenbar höher als erwartet. Derzeit stünden sich bei der Beurteilung der Pfleiderer-Aktie schwache Fundamentaldaten und die Hoffnung auf einen Turnaround im Jahr 2010 gegenüber.
Im Durchschnitt rechnen die Analysten mit einer Rückkehr in die schwarzen Zahlen aber erst im Jahr 2011. Selbst nach dem Kurssturz vom Tage liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie für dieses Jahr bei knapp 21, nachdem die Aktie weiter 70 Prozent über dem Sechs-Jahres-Tief von Ende Februar notiert.
Fundamental ist daher kaum Auftrieb zu erwarten. Im Gegenteil dürfte die Unterstützung bei 3,75 Euro wohl in absehbarere Zeit getestet werden. Halten dürfte sie nur, wenn der Konjunkturoptimismus wieder zu kitten ist, der in jüngster Zeit einige Risse bekommen hat. Darauf bauen sollte man allerdings besser nicht.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |