20.05.2009 · Wider Erwarten ist der Holzverarbeiter Pfleiderer im ersten Quartal profitabel geblieben. Die Lage bleibt aber schwierig, bessert sich jedoch nach den Worten von Vorstandschef Hans Overdiek. Damit sind weitere Kursaufschläge möglich.
Der Tag vor dem Feiertag verspricht schon ein ruhiger Tag zu werden. Immerhin sorgt der Holzverarbeiter Pfleiderer mit der Vorlag der Geschäftszahlen für das erste Quartal dafür, dass den Börsianern der Gesprächsstoff nicht ganz ausgeht.
Pfleiderer hat die Wirtschaftskrise, die sich nicht zuletzt auf den Wohnungsbau auswirkt, deutlich zu spüren bekommen. Sowohl der Umsatz als auch die Gewinnkennziffern fielen im Berichtszeitraum deutlich schwächer aus als im Vorjahr.
Weniger schlecht als befürchtet
Der Umsatz sank um rund ein Viertel von 467,7 auf 358 Millionen Euro. Der operative Gewinn schrumpfte um ein Achtel auf 52,7 Millionen Euro und das Betriebsergebnis um knapp 30 Prozent auf 23,0 Millionen Euro. Netto blieb mit 100.000 Euro fast nichts mehr übrig. Im ersten Quartal des Jahres 2008 hatte Pfleiderer noch 5,3 Millionen Euro vereinnahmen können.
Allerdings schnitt das Unternehmen damit auf Ertragsebene weniger schlecht ab als befürchtet worden war. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten im Durchschnitt mit einem operativen Gewinn von nur 43 Millionen Euro und einem Betriebsergebnis von 17 Millionen Euro gerechnet. Zudem glaubten sie nicht mehr daran, dass sich Pfleiderer profitabel bleiben könnte.
Overdiek sieht positiven Trend
Indes hatten sie mit mehr Umsatz gerechnet, nämlich mit 368 Millionen Euro. Anscheinend hatte das Unternehmen dem Ertrag Vorrang eingeräumt. Künftig soll die Entwicklung besser verlaufen. Seit dem Umsatztiefpunkt vom Dezember ziehe die Nachfrage wieder an, sagt Firmenchef Hans Overdiek. Der positive Trend habe sich indes nur begrenzt in den Geschäftszahlen bemerkbar gemacht, da insbesondere in der ersten Hälfte des ersten Quartals die Kunden ihre Lagerbestände weiter abgebaut hätten.
Einen konkreten Ausblick für das Geschäftsjahr gab Pfleiderer trotz der Besserungsankündigung immer noch nicht. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Finanzmarktkrise werde „auch weiterhin von einer schwierigen Entwicklung des Gesamtmarktes ausgegangen“, hieß es. „In allen Segmenten wird mit Preis- und Mengenrückgängen gerechnet, die durch die gute relative Kostenposition über Marktanteilsgewinne teilweise ausgeglichen werden sollen“. Mit dem 2008 gestarteten Kostensenkungsprogramm sollen vor dem Hintergrund der Konjunkturkrise im laufenden Geschäftsjahr 80 Millionen Euro eingespart werden.
Weiterer Kursanstieg möglich
Insofern scheint der Ausblick letztlich eher vage und rote Zahlen, wie sie Overdiek im März für 2009 nicht ausgeschlossen hatte, wohl immer noch im Bereich des Möglichen zu liegen. Die schwierige Marktlage zeigt sich ja nicht zuletzt darin, dass Pfleiderer die Kosten nun noch stärker drücken will.
Der Aktienkurs legt rund 6 Prozent auf 5,27 Euro zu, nachdem er schon am Vortag um mehr als 10 Prozent gestiegen ist. Seit dem Sechs-Jahres-Tief vom März hat sich der Kurs damit
im Januar hat sich der Kurs damit rund verdoppelt. Geht man von den Gewinnprognosen der Analysten aus, so dürften sich die Gewinne erst wieder 2011 einstellen. Auf dieser Basis wäre die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 27,3 teuer.
Andererseits liegt das Kurs-Umsatz-Verhältnis für 2009 immer noch unter 0,2, das Kurs-Buchwert-Verhältnis unter 0,5. Das lässt angesichts des etwas besseren Abschneidens eine Spekulation auf weitere Kursgewinne zu.
Die Notierung ist mit den Kursgewinnen vom Mittwoch an den Widerstand heran gelaufen, der durch das Doppeltief vom November, das Dezembertief und das Februarhoch in der Region zwischen 5,30 und 5,43 Euro gebildet wird. Kann sie diesen überwinden, sind weitere Kursgewinne bei steigender Rückschlagsgefahr nicht auszuschließen, solange die Stimmung der Aktienanleger so optimistisch bleibt, wie es derzeit den Anschein hat.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |