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Bauzulieferer Aktien von Pfleiderer im Abwärtstrend

19.03.2010 ·  Mit Kursverlusten von bis zu knapp zehn Prozent reagiert die Aktie des Holzverarbeitungsunternehmens Pfleiderer auf die Nachricht, bis auf weiteres in der Verlustzone zu bleiben. Die Papiere lassen sich auf dieser Basis nicht bewerten.

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Mit Kursverlusten von bis zu knapp zehn Prozent reagiert die Aktie des Holzverarbeitungsunternehmens Pfleiderer auf die Nachricht, bis auf weiteres in der Verlustzone zu bleiben. Mit knapp 70 Millionen Euro fiel nicht nur der Nettoverlust im vergangenen Jahr deutlich höher aus als von Experten erwartet. Sondern auch der kurzfristig Ausblick ist nicht gerade begeisternd.

Frühestens ab der zweiten Hälfte des laufenden Jahrs rechnet der Vorstand mit einer Ergebnisverbesserung, zu der unter anderem niedrigere Kosten beitragen sollen. Im Gesamtjahr werde es aber unter dem Strich erneut rote Zahlen geben, hieße es weiter. Der Konzern kämpft in der Wirtschaftskrise mit einem Nachfrageeinbruch im Bau- und Immobilienbereich sowie mit hohen Schulden, die die Folge einer rasanten Expansion in Boomzeiten sind.

Deutlicher Verlust bei fallenden Umsätzen

Der Umsatz ging im vergangenen Jahr um ein Fünftel auf 1,38 Milliarden Euro zurück, wie das bayerische Unternehmen am Freitag mitteilte. Zuletzt hatte der Hersteller von Holzwerkstoffen, Oberflächenveredelungen und Laminatfußböden mit einer Kapitalerhöhung und dem Verkauf eigener Aktien im Februar die Schuldenlast von mehr als 800 Millionen Euro etwas gesenkt.

Die im MDax notierte Pfleiderer AG zählt sich selbst zu den drei weltweit führenden Herstellern von Holzwerkstoffen, Oberflächenveredelungen und Laminatfußböden. Den Produkten begegne man überall: zu Hause, am Arbeitsplatz, in öffentlichen Gebäuden und Räumen, erklärt das Unternehmen. Es beschäftigt weltweit rund 5.800 Mitarbeiter. An 22 Standorten in Nordamerika, West- und Osteuropa produziert es für die Möbelindustrie, den Fach- und Heimwerkerhandel sowie den Innenausbau. Mit einem umfassenden Sortiment an Trägerwerkstoffen und Veredelungsprodukten werden Kunden in über 80 Ländern geliefert.

Das Problem des Unternehmens liegt jedoch darin, sich im Moment sowohl im Umfeld der falschen Branchen als auch in den falschen Regionen aktiv zu sein. Nach dem geplatzten Boom im Bau- und Gewerbeimmobilienbereich mit zum Teil gewaltigen Überbeständen ist kaum mit einer schnellen Erholung zu rechnen. Vor allem nicht in den Vereinigten Staaten und in großen Teilen Osteuropas, die zusammen für rund die Hälfte der Erlöse stehen. Selbst in Westeuropa sind die Perspektiven vorerst wohl nicht allzu rosig.

Aktien sind im Moment nicht zu bewerten

Diese Rahmenbedingung hat mutige Anleger zwar nicht davon abgehalten, die Kurs der Aktien des Unternehmens von 2,45 Euro im März des vergangenen Jahres um bis zu 247 Prozent auf bis zu 8,54 Euro im September des vergangenen Jahres zu treiben. Danach sind sie allerdings wieder in einen Abwärtstrend übergegangen und haben ausgehend vom spekulativen Zwischenhoch wieder knapp 45 Prozent ihres Wertes auf zuletzt 4,80 Euro verloren.

Faktisch sind die Papiere kaum zu bewerten. Denn erstens ist nicht absehbar, ob und wann das Unternehmen wieder in die Gewinnzone zurückkehren wird. Und selbst wenn, so ist die Frage offen, wie hoch der Gewinn dann wird ausfallen können. Insgesamt sind die Papiere weiterhin spekulativ und wohl nur für sehr wagemutige und optimistisch weit nach vorne blickende Anleger geeignet.

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