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Baustoffe Pfleiderer-Aktie könnte neue Tiefs testen

 ·  Die Gewinnwarnung, die der Bauzulieferer Pfleiderer am Dienstag begab, kommt zwar nicht überraschend. Dennoch ist sie nicht eben positiv und könnte den Kurs weiter in Richtung der Marke von sieben Euro drücken.

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Die Baubranche ist nicht in der besten Verfassung. Das verwundert beim Blick auf die Immobilienkrise in Amerika ebenso wenig wie angesichts der Einbrüche in Großbritannien, Spanien und Irland. Was Wunder also, wenn Bauzulieferer vermehrt schlechte Meldungen liefern (vgl. Aktie von Wienerberger stürzt nach Gewinnwarnung weiter ab).

Nun hat es auch den einstigen MDax-Favoriten Pfleiderer erwischt. Der Bau- und Möbelzulieferer senkte am Dienstag nach Börsenschluss nach einem gemischt verlaufenen ersten Halbjahr seine Jahresprognose. Die für 2008 gesteckten Ziele von zwei Milliarden Euro Umsatz und einer operativen Marge von 15 Prozent dürften um 5 bis 15 Prozent unterschritten werden, teilte das Unternehmen am Dienstag in Neumarkt mit.

Gewinnwarnung mit Ansage

Dies hatte sich indes bereits längere Zeit abgezeichnet. Im April hatte das Unternehmen zwar trotz eines „unbefriedigenden“ ersten Quartals noch einmal bestätigt, dies jedoch davon abhängig gemacht, dass sich die Marktlage nicht weiter eintrübe oder erneut negativ Einflüsse aus Währungs- oder Zinsentwicklungen zu verkraften seien.

Anfang Juni kam dann eine Vorwarnung von Vorstandssprecher Hans Overdieck, der auf einer Investorenkonferenz sagte, man habe nur eine Chance die Ziele zu erreichen, wenn man die höheren Rohstoffpreise mit Preiserhöhungen ausgleichen könne. Vor allem der Leimpreis sei um 120 bis 140 Euro je Tonne gestiegen.

Doch aufgrund der realwirtschaftlichen Folgen der anhaltenden Finanzmarktkrise, die das Geschäft im zweiten Halbjahr beeinträchtigen würden, sehe man nunmehr dafür nur noch eingeschränkt Chancen. Analysten hatten ihre Kursziele schon seit Mai fast durch die Bank zurückgenommen. Selbst die positiv eingestellten Analysten wie HSBC reduzierten dieses um ein Viertel.

Schwache Gewinnentwicklung im ersten Halbjahr

Im ersten Halbjahr steigerte Pfleiderer zwar den Umsatz um 3,5 Prozent auf 917 Millionen Euro. Der operative Gewinn sank indes leicht von 121 auf 119 Millionen Euro, das Betriebsergebnis stärker von 70 auf 55 Millionen Euro. Der Reingewinn brach von 0,43 auf 0,10 Euro je Aktie ein. Das Betriebsergebnis war zusätzlich von Aufwendungen für die Stilllegung eines Werkes im kanadischen La Baie in Höhe von 9,8 Millionen Euro belastete worden. Aber auch ohne diese Maßnahme hätte sich er Gewinn je Aktie auf 0,22 Euro praktisch halbiert.

Der Aktienkurs des Unternehmens befindet sich nunmehr seit mehr als einem Jahr im Abwärtstrend. Von einst mehr als 25 Euro sind weniger als acht Euro übrig geblieben, die Kursgewinne aus der Hausse von 2004 bis Frühjahr 2006 sind bei 7,91 Euro größtenteils passé. Zuletzt notierte die Aktie im Dezember 2004 so tief wie derzeit.

Auf dem Weg nach unten

Die Gewinnwarnung vom Mittwoch dürfte nicht eben zur Stabilisierung beitragen, wobei der Konzern das Glück hat, dass die Meldung an einem Tag eintrifft, an dem die Stimmung eher positiv sein dürfte. Vorbörslich legt der Kurs sogar um vier Prozent zu, liegt damit aber immer noch 7,5 Prozent unter dem Schlusskurs des offiziellen Handels vom Dienstag auf einem neuen 42-Monats-Tief. Es steht daher zu erwarten, dass die Unterstützung aus dem Jahr 2004 im Bereich von sieben Euro früher oder später getestet wird.

Zwar erscheint die Aktie mit geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnissen von rund 8 für das laufende und 6,5 für das kommende Jahr günstig bewertet. Auch ist die heutige Gewinnwarnung von den Analysten insoweit einberechnet, als diese schon mit etwas weniger kalkulierten.

Indes könnten Umsatz und Gewinn doch stärker fallen. Obendrein ist die weitere Entwicklung der Baukonjunktur, insbesondere im privaten Wohnungsbau, der auch Einfluss auf die Möbelnachfrage hat, derzeit eher unsicher und so sind weitere negative Überraschungen nicht ganz auszuschließen. Daher erscheinen Investments vor dem Test der Unterstützung jedenfalls mit einem erhöhten Risiko behaftet. Im Falle, dass diese hält, sollte man die Lage noch einmal von neuem analysieren.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

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Jahrgang 1964, Redakteur in der Wirtschaft.

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