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Baugewerbe Dyckerhoff-Aktie markiert neues Dreijahreshoch

25.08.2004 ·  Die Dyckerhoff AG hat erst im August ihre Umsatzprognose gesenkt. Doch der im SDax notierenden Vorzugsaktie des Baustoffherstellers hat das nicht geschadet. Sie hat vielmehr gerade ein neues Dreijahreshoch markiert.

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Wenn ein Unternehmen seine Umsatzprognose zurückschraubt, kommt das häufig einem Nackenschlag für die jeweilige Aktie gleich. Das gilt auch im Falle eines unangetasteten Ergebnisausblicks. Zuletzt geschah dies etwa bei dem Papier von Stada. Doch es gibt auch Ausnahmen von der Regel. Dyckerhoff zum Beispiel. Der Baustoffhersteller schraubte erst in diesem Monat seine Umsatzerwartungen zurück. Aufgrund des laufenden Konzernumbaus sollen es nun 1,1 Milliarden Euro an Erlösen werden, zuvor hatte Dyckerhoff noch mit 1,2 Milliarden Euro rechnet.

Der Aktie hat diese Rolle rückwärts nicht geschadet. Im Gegenteil: Sie ist am Dienstag mit einem Aufschlag von 2,82 Prozent bei 21,90 Euro aus dem Handel gegangen, hat ein neues Dreijahreshoch auf Schlußkursbasis markiert und damit ein Kaufsignal gesendet. Das Papier baut seinen seit März vergangenen Jahres geltenden Aufwärtstrend aus und ringt um dem endgültigen Ausbruch aus dem langfristigen Abwärtstrend. Dabei ist der Titel, der den robusten SDax deutlich hinter sich gelassen hat, weiter moderat bewertet.

Konzernumbau beginnt sich auszuzahlen

Der Baustoffhersteller verbuchte im ersten Halbjahr sowohl beim Umsatz als auch beim Ertrag einen Rückgang, der dem Konzernumbau geschuldet war, wie Dyckerhoff mitteilte. Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) brach von 252 Millionen Euro im Vorjahr auf 47 Millionen Euro ein. Der Umsatz sank um 13 Prozent auf 550 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern (Ebt) sank von 215 Millionen Euro auf 13 Millionen Euro, doch bereinigt sei es um 20 Millionen Euro gestiegen, hieß es weiter.

Dyckerhoff gehört bei Zement und Beton zu den ersten Adressen in Europa. In der Segmentberichterstattung unterscheidet Dyckerhoff nach Regionen. Deutschland/Westeuropa umfaßt im wesentlichen das Inland und Luxemburg. Zentraleuropa Ost/Amerika betrifft vor allem die Aktivitäten in Polen, der Tschechischen Republik, Russland und der Ukraine einerseits sowie Amerika anderseits. Die neue Konzernstruktur ist Resultat des im dritten Quartal 2002 gestarteten Restrukturierungsprogramms „Dyckerhoff 21“, in dessen Rahmen im Jahr 2003 auch die Beteiligungen an der Anneliese Zementwerke AG und dem spanischen Zementwerk Cementos Hispania veräußert wurden. Zudem schlossen Dyckerhoff und Mehrheitsaktionär Buzzi ihre Amerika-Geschäfte zusammen, was sich zuletzt mit einem Ergebnisbeitrag von vier Millionen Euro auszahlte.

Preiserhöhungen wie Kostensenkungen durch das Programm „Dyckerhoff 21“ sind nach Angaben der Konzernleitung dem Ergebnis zugute gekommen. Der Konzern bestätigte angesichts dessen die Prognose, Ebt und Jahresüberschuß im Vergleich zu dem um Verkaufserlöse bereinigten Vorjahreswert „deutlich“ zu steigern.

Aktie recht günstig bewertet vor technischen Hürden

Die Verbesserungen im Alltagsgeschäft und die Ergebnisprognose werden von der Börse durch einen fast stetig steigenden Aktienkurs belohnt. So teuer wie derzeit war die Aktie zuletzt Mitte Juli 2001. Seit dem Märztief des vergangenen Jahres, als der Titel nur noch knapp vier Euro kostete, hat sich der Kurs mehr als verfünffacht. Mit diesem Tempo hat selbst der gut gelaufene SDax nicht mithalten können. In den vergangenen drei Monaten hat sich der Titel um fast 20 Prozent verbessert und den Index weiter abgehängt.

Dadurch hat sich seine charttechnische Lage deutlich verbessert. Wer seine jüngste Triebkraft auch nur halbwegs anhält, läßt er den Abwärtstrend hinter sich. Die nächsten technischen Hürden stehen erst bei 23 Euro und 24,30 Euro. Die Bewertung dürfte kein Hindernis auf dem Weg nach oben darstellen. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 12,2 ist noch moderat; auch im Branchenvergleich ist der Titel nicht teuer: Lafarge kommt auf ein KGV von 12,6, HeidelbergCement ist mit 9,25 aber günstiger bewertet. Unter dem Strich spricht nichts dafür, daß beim Zementherstellers demnächst Sand ins Kursgetriebe kommt.

Der Chart zeigt den Kursverlauf der im SDax notierenden Dyckerhoff Vorzüge.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

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