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Basler Ausschuss Banken immer noch zu intransparent

Weitere Kritik an den Banken: Der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht beklagt zu große Unterschiede in der Berechnung des Eigenkapitals. Für Außenstehende seien sie nicht nachvollziehbar.

© Getty Images Vergrößern Die Unterschiede zwischen den Banken sind groß: Skyline in Frankfurt

Die Transparenz in der Bankenbranche ist immer noch nicht ausreichend. Die Ermittlung der risikogewichteten Aktiva von Banken und die daraus resultierende Eigenkapitalunterlegung wird unterschiedlich gehandhabt und ist für Außenstehende nicht nachzuvollziehen. Dies ist das Urteil des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht, der in einer Fallstudie die Eigenkapitalermittlung von 16 Großbanken verglichen hat. Das Ergebnis war verblüffend, aber wenig rühmlich für die Transparenz, die mit den bisher nur spärlichen Mitteilungen der Banken und Aufsichtsbehörden geschaffen wird.

Die Untersuchung des Komitees bezog sich auf 16 Banken, darunter die Commerzbank und die Deutsche Bank, aber auch vier amerikanische Institute und zahlreiche europäische Großbanken. Sie alle sollten ein gegebenes Portfolio mit Marktrisiken bewerten und die ihrerseits errechneten risikogewichteten Aktiva angeben, worauf dann das zu unterlegende Eigenkapital ermittelt wurde. Für das gleiche Portfolio ergab sich im niedrigsten Fall für eine Bank eine Eigenkapitalunterlegung von 13,4 Millionen Euro, im höchsten Fall eine Unterlegung von 34,2 Millionen Euro. Der Basler Ausschuss kritisiert, dass nach den öffentlich verfügbaren Informationen nicht erkennbar war, worauf diese Diskrepanz beruht.

Die Deutsche Bank hat ihre Risikoaktiva reduziert

Ein Viertel des Unterschiedes resultierte daraus, wie die jeweiligen Aufsichtsbehörden die Baseler Vorschriften zur Eigenkapitalermittlung und Berechnung von risikogewichteten Aktiva umgesetzt haben, vor allem, inwieweit sie ihren Banken gestatten, interne Modelle zur Errechnung der risikogewichteten Aktiva zu nutzen. Ein wesentlicher Faktor war zudem die Auswahl und Anwendung der internen Bewertungsmodelle, die Banken anwenden dürfen. Hinzu kommt, dass der Übergang einer Bank von den alten Vorschriften auf die neuen Basler Eigenkapitalvorschriften einen erheblichen Unterschied macht.

Früher hat ein hoher Einsatz interner Modelle dazu geführt, dass die entsprechend gemeldeten risikogewichteten Aktiva eher niedrig ausfielen. Mit Übernahme der neuen Regeln jedoch führt eine hohe Nutzung interner Modelle dazu, dass die dann gemeldeten risikogewichteten Aktiva eher umfangreich ausfallen. Dies war in dem Test, der die Daten vom vierten Quartal 2010 mit dem Schlussquartal 2011 verglich, deutlich zu sehen.

In den letzten drei Monaten 2012 hat die Deutsche Bank ihre Risikoaktiva um 55 Milliarden Euro reduziert. Wie aus Unterlagen zur Analystenkonferenz am Donnerstag hervorgeht, entfielen 13 Milliarden Euro auf Verkäufe von Vermögenswerten und 15 Milliarden Euro auf Absicherungsgeschäfte mit Gegenparteien. Die restlichen 27 Milliarden Euro werden auf Änderungen und Anpassungen in den Berechnungsverfahren zurückgeführt. Die Deutsche Bank plant nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters den Verkauf riskanter Wertpapierbestände, um ihre Risikoaktiva um weitere 16 Milliarden Euro zu verringern. In einer anderen Transaktion hat die Bank jüngst auf Verbriefungsstrukturen (CDO) zurückgegriffen, um ebenfalls Bilanzrisiken zu reduzieren. Die Partner solcher Geschäfte sind Hedgefonds.

Interne Modelle beliebt bei deutschen und französischen Banken

Die Verringerung der Risikoaktiva fällt bei der Berechnung der aufsichtsrechtlich relevanten Kapitalquoten deutlich ins Gewicht. So dürften um 30 Milliarden Euro geringere Risikoaktiva einer Kapitalerhöhung von 2,5 Milliarden Euro entsprechen. Die neuen Ansätze der Institute in der Berechnung der riskanten Vermögenswerte müssen von der Finanzaufsicht Bafin genehmigt werden. Die Commerzbank schloss über diese Möglichkeit vor einem Jahr auch die von der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) in den Stresstests zur Risikotragfähigkeit festgestellte Kapitallücke von 5 Milliarden Euro und schaffte zudem zusätzliches Kapital von gut 1 Milliarde Euro.

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Offensichtlich war, dass in dem Beispiel des Basler Ausschusses die deutschen und französischen Banken stärker interne Modelle einsetzten als Konkurrenten. Der Basler Ausschuss betont, dass sich der von den Aufsichtsbehörden geforderte Multiplikator, mit dem die risikogewichteten Aktiva einer Bank in unterlegtes Eigenkapital übersetzt werden, von dem Mindestfaktor 3 bis Faktor 5,5 unterscheidet. Damit wird eine Bank fast doppelt so stark mit Eigenkapitalanforderungen belastet wie ein Konkurrent in einer anderen Jurisdiktion. Für die Deutsche Bank ist dieser Faktor im vierten Quartal von 5,5 auf 4 zurückgegangen.

Quelle: F.A.Z.

 
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